Am Donnerstagabend, im „Deutschen Haus“ im Stade Jean Bouin, konnte man den Eindruck gewinnen, die größte Hürde sei bereits genommen – und die Entscheidung für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland fast nur noch Formsache. Der Deutsche Botschafter in Paris hatte zu einem Empfang geladen, neben der Außenministerin Annalena Baerbock saß auch die Innenministerin Nancy Faeser auf der Bühne im ersten Stock. Und Faeser berichtete den olympiabegeisterten Gästen von jenem Beschluss, den das Bundeskabinett Mitte der Woche in Berlin gefasst hatte: sich gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) – bevorzugt für das Jahr 2040 – wieder um Sommerspiele in Deutschland zu bemühen. Am nächsten Morgen werde man dazu ein Memorandum of Understanding unterzeichnen, sagte Faeser, damit sei neben der politischen auch die finanzielle Unterstützung geklärt. „Und dann kann’s richtig losgehen!“
Olympische Spiele in DeutschlandEin Beschluss! Ein Beschluss!
Lesezeit: 5 Min.

Die deutschen Olympiabewerber sichern sich die Unterstützung der Politik, aber mit welchen Städten man antritt, ist völlig offen. Das Versprechen, auch die Bürger zu befragen, ist erst mal kassiert – man setzt jetzt auf „innovative Beteiligungskonzepte“.
Von Johannes Aumüller, Claudio Catuogno, Paris

Exklusiv IOC-Präsident Thomas Bach:Der Pakt mit dem Kreml
Russische Skandale prägen die Amtszeit des IOC-Präsidenten Thomas Bach. Warum reagierte der Deutsche darauf lange so devot? Recherchen legen nahe, dass Bach ohne Wladimir Putin wohl nie der mächtigste Sportfunktionär geworden wäre – er soll sogar extra nach Moskau geflogen sein, um seine Kandidatur absegnen zu lassen.
Lesen Sie mehr zum Thema