3x3-Basketball:Deutsche Frauen verpassen wohl Olympia

Basketballerin Satou Sabally

Basketballerin Satou Sabally: Vermutlich nicht in Tokio dabei

(Foto: dpa)

Nach zwei Niederlagen beim Qualifikations-Turnier in Graz gibt es nur noch eine Minichance auf die Reise nach Tokio. Speerwerfer Johannes Vetter erzielt bei der Team-EM erneut eine enorme Weite.

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3x3-Basketball, Olympia-Qualifikation: Die deutschen 3x3-Basketballerinnen um WNBA-Profi Satou Sabally haben beim Olympia-Qualifikationsturnier in Graz/Österreich das Ticket für die Sommerspiele verpasst. Am zweiten Spieltag unterlag das Team des Deutschen Basketball Bundes (DBB) den topgesetzten Französinnen sowie den USA (beide 12:21) und schloss die Gruppe A auf dem dritten Platz ab. Nur zwei Mannschaften kamen ins Viertelfinale.

"Trotz des Ausscheidens kann ich unserem Team nur ein Kompliment machen", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss, der das Turnier vor Ort verfolgt: "Ich glaube, dass wir von dieser Mannschaft künftig noch einiges erwarten dürfen." Sabally, Svenja Brunckhorst, Theresa Simon und Stefanie Grigoleit könnten Graz "erhobenen Hauptes verlassen".

Der DBB-Auswahl, die zum Auftakt die Außenseiter Uruguay (21:12) und Indonesien (22:9) geschlagen hatte, bleibt nun nur noch eine Minichance für Tokio. Dafür müsste zunächst ein Startplatz beim Olympia-Qualifikationsturnier in Debrecen/Ungarn (4. bis 6. Juni) her.

Die deutsche Mannschaft steht auf Platz zwei der Warteliste, es müssten sich also entweder zwei bereits für Debrecen startberechtigte Teams in Graz das Japan-Ticket holen, oder eines und Estland, Erster der Warteliste. Drei von insgesamt 20 Teilnehmern erhalten in Graz einen Startplatz für die Sommerspiele in Japan (23. Juli bis 8. August).

Leichtathletik, Team-EM: Speerwerfer Johannes Vetter hat bei der Team-EM der Leichtathleten im polnischen Chorzow die nächste Granate gezündet und sich mit dem zweitbesten Karrierewettkampf seinem deutschen Rekord angenähert. Der 28-Jährige aus Offenburg kam im zweiten Versuch auf 96,29 m und blieb damit nur knapp anderthalb Meter hinter seiner im Vorjahr ebenfalls in Chorzow aufgestellten Bestmarke (97,76).

"Leider habe ich meine Adduktoren gespürt, da müssen wir jetzt mal sehen", sagte Vetter, der nach dem zweiten Wurf leicht angeschlagen den Wettkampf beendete. Vetter siegte haushoch vor dem Polen Marcin Krukowski (85,12) und trug damit entscheidend zur deutschen Führung nach dem ersten Tag bei. Die Auswahl des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), die bereits dreimal Team-Europameister war (2009, 2014, 2017), liegt mit 93,5 Punkten vor Polen (88,5) und Großbritannien (88,0).

Neben Vetter sorgten der Leipziger Robert Farken mit dem Spurtsieg in einem taktisch geprägten 1500-m-Rennen (3:56,64 Minuten) und die Männerstaffel über 4x100 m (38,73 Sekunden) für deutsche Siege. Zweite Plätze brachten Lisa Mayer (Wetzlar) über 100 m (11,27 Sekunden), Marike Steinacker (Leverkusen) mit dem Diskus (59,29 m), Elena Burkard (LG Nordschwarzwald) über 3000 m Hindernis (9:36,04 Minuten) und Carolina Krafzik (Sindelfingen) über 400 m Hürden (55,71 Sekunden) in die Wertung ein.

Höhepunkt des ersten Wettkampftages war aber mit Abstand Vetters Auftritt. Im ersten Versuch feuerte er den Speer bereits auf 94,24 m, ehe er mit dem zweiten Versuch seinen Status als absolute Nummer eins im Olympiajahr untermauerte. Die Weltjahresbestleistung, die er ebenfalls selbst mit 94,20 m am 19. Mai in Ostrau erzielt hatte, pulverisierte Vetter. Weiter als der Weltmeister von 2017 hat bislang nur der tschechische Weltrekordler Jan Zelezny (98,48/1996) geworfen.

Fußball, Uefa: Die Abschaffung der Auswärtstorregel im Fußball-Europapokal rückt näher. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat die Kommission für Clubwettbewerbe der Europäischen Fußball-Union eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen. Über eine endgültige Regeländerung muss das Exekutivkomitee des Kontinentalverbands bei seiner nächsten Sitzung entscheiden. Zuerst hatte die britische Zeitung "Times" darüber berichtet.

Die Auswärtstorregel war 1965 eingeführt worden. Sie findet in der Champions League und der Europa League Anwendung, wenn in K.-o.-Duellen nach Hin- und Rückspiel beide Mannschaften gleich viele Tore erzielt haben. Weiter kommt nach bisheriger Regelung dann die Mannschaft, die mehr Auswärtstore erzielt hat.

Diese Regel werde mittlerweile von zahlreichen Top-Funktionären kritisch gesehen, schrieb die "Times". Auch neutrale Spielorte oder Partien ohne Zuschauer während der Coronavirus-Pandemie haben demnach zu der Erkenntnis geführt, dass die Regel überholt sei.

In den Nationalmannschafts-Wettbewerben der Uefa kommt die Auswärtstorregel bislang ebenfalls zum Einsatz. So werden in den Playoffs zur EM-Qualifikation beispielsweise auch Hin- und Rückspiele ausgetragen. Im deutschen Fußball finden die Relegationsspiele auch nach dem sogenannten Europapokal-System statt. Bis 1991 gab es ein Entscheidungsspiel, wenn es nach zwei Partien in Addition unentschieden stand. Seit der Wiedereinführung der Relegation zur Saison 2008/09 gilt die Auswärtstorregel. Die Uefa-Regeln sind nicht bindend für die Entscheidung über Auf- und Absteiger im nationalen Fußball.

Handball, Comeback: Der einstige Welthandballer Henning Fritz kehrt neun Jahre nach Karriereende ins Tor zurück und hilft der SG Flensburg-Handewitt im Meisterschaftsrennen. Das teilte der Bundesliga-Zweite am Freitag mit. Der 46 Jahre alte frühere Nationaltorwart soll nach der Verletzung von Stammtorhüter Benjamin Buric für die restlichen fünf Wochen bis Saisonende eine Alternative im Tor sein. Nummer eins zwischen den Pfosten ist derzeit Torbjoern Bergerud. "Dass ich nun doch noch mal ins Handballtor zurückkehre, hätte ich nicht für möglich gehalten", sagte Fritz, der derzeit als Sky-Experte Bundesliga-Spiele kommentiert.

Fritz ist bereits am Sonntag in der Partie beim TBV Lemgo Lippe spielberechtigt. Der Weltmeister war am Mittwoch beim Heimspiel der Flensburger gegen die Rhein-Neckar Löwen (26:26) noch als TV-Experte beim Flensburger Spiel im Einsatz. Fritz war in seiner Zeit als Profi für den SC Magdeburg, beim THW Kiel und für die Rhein-Neckar Löwen aktiv. In 235 Partien stand er im Tor der deutschen Nationalmannschaft. Zu seinen größten Erfolgen zählen der Gewinn der olympischen Silbermedaille 2004, der EM-Sieg im selben Jahr sowie der WM-Titel 2007.

"Ich halte mich mehrmals die Woche mit Crossfit und Joggen fit und fühle mich bereit, die SG in dieser Phase der Saison zu unterstützen", sagte der gebürtige Magdeburger. Er freue sich "noch mal ein Teil davon zu sein und meinen Beitrag für erfolgreiche Spiele zu leisten". Flensburgs Cheftrainer Maik Machulla lobt die "unglaubliche Erfahrung" seines früheren Mannschaftskollegen aus gemeinsamen Zeiten beim SC Magdeburg. Fritz werde Torbjoern "punktuell sehr gut unterstützen und ihm den Rücken frei halten", sagte er.

© SZ.de/sid/dpa/ska/ebc
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