Olympia-Bewerbung für 2024:DOSB zahlt für die Bewerbung keinen Euro

Während des innerdeutschen Wettstreites zwischen Hamburg und Berlin um die Kandidatur hieß es, dass die Wirtschaft der Hansestadt einen Betrag von zirka 25 Millionen Euro zugesichert habe. Allerdings haben die Olympia-Werber bei den vergangenen Kandidaturen bezüglich versprochener Sponsorengelder eher schlechte Erfahrungen gesammelt. Bei Münchens 2018er-Bewerbung gab es kaum private Unternehmen, die sich engagierten, sondern vor allem Unternehmen der öffentlichen Hand.

Auf jeden Fall kommen auch noch auf die Stadt Hamburg Ausgaben zu. Klar ist zudem, dass der Beitrag des organisierten deutschen Sportes selbst wieder null Euro betragen wird - eine 51-prozentige Mehrheit an der Bewerbungsgesellschaft, die der frühere Hamburgers Justiz-Staatsrat Nikolas Hill (CDU) als Geschäftsführer leiten soll, wird der DOSB gleichwohl halten.

Dabei ist noch offen, wie lange die Bewerbungsgesellschaft überhaupt existiert. Zwar gibt der DOSB bereits im September beim IOC offiziell den deutschen Kandidaten bekannt. Aber danach findet noch das versprochene Bürgervotum statt, ob die Hamburger sich überhaupt bewerben wollen.

Angepeilt war bisher ein Termin im Herbst, konkret der 29. November. Doch die Skeptiker des Olympia-Projektes wollen das Referendum auf 2016 vertagen, weil sie sich erst einmal belastbare Zahlen über die Kosten einer eventuellen Olympia-Austragung wünschen. Dazu ist bisher noch nichts veröffentlicht worden. Es ist aber nach Schätzungen davon auszugehen, dass die Gesamtkosten für die Infrastruktur mit der Umwandlung des Kleinen Grasbrook im Zentrum einen zweistelligen Milliarden-Betrag ausmachen würde.

Sollten die Kosten zu viele Bürger abschrecken, könnte Hamburgs Olympia-Idee bald wieder beendet sein. Sollte die Stadt hingegen bei der IOC-Session 2017 wider Erwarten den Zuschlag erhalten, wären die öffentlichen Haushalte wieder gefragt, für Vorbereitung und Umsetzung der Spiele viel Geld in die Hand zu nehmen.

© SZ vom 22.05.2015/schma
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