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Olympia:2032 kommt zu früh

DOSB-Mitgliederversammlung

DOSB-Präsident Alfons Hörmann spricht bei der Mitgliederversammlung.

(Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Berlin hat derzeit kein Interesse an der Austragung Olympischer Sommerspiele. Da auch Hamburg signalisiert, sich nicht bewerben zu wollen, bleibt nur die Rhein-Ruhr-Initiative.

In der Debatte um eine mögliche deutsche Olympia-Bewerbung für die Sommerspiele 2032 hat der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, eine Kandidatur von Berlin quasi ausgeschlossen. Es habe von dort das Signal gegeben, dass eine solche Bewerbung "zu früh kommen könnte", sagte Hörmann am Samstag nach der Mitgliederversammlung seiner Organisation in Frankfurt. Auch Hamburg habe ein deutliches Signal gegeben, "sich eine Olympia-Bewerbung nicht vorstellen zu können", so Hörmann.

Die einzige konkrete Initiative für eine deutsche Bewerbung 2032 ist bisher der Zusammenschluss von 14 Kommunen im Ruhrgebiet, die der Sportvermarkter Michael Mronz vorantreibt und die auch schon mit einem Landtags-Beschluss politisch fundiert wurde. In der Mitgliederversammlung selbst hatte Hörmann noch davon gesprochen, dass der DOSB auch mit Berlin und Hamburg im Dialog sei - den beiden Städten, die beim letzten deutschen Bewerbungsversuch für 2024 schon kandidiert hatten.

Unter den Vertretern des deutschen Sports und der deutschen Politik nahm die Debatte um eine Bewerbung zuletzt merklich an Fahrt auf. Auch auf der Mitgliederversammlung war dies entsprechend ein Thema. "Wir wollen es und können es auch", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Samstag: "Wir sollten nicht nachlassen, weitere Großereignisse bis zu Olympischen Spielen nach Deutschland zu holen." Das Innenministerium und der Sport haben kürzlich begonnen, eine nationale Strategie für Sportgroßveranstaltungen auf den Weg zu bringen.

Allerdings erklärt die Spitze des deutschen Sports in diesen Tagen auch, dass sie sich beim Olympia-Thema nicht unter Zeitdruck setzen lassen wolle und dass es noch keinen konkreten Terminplan für das weitere Vorgehen gibt. Das liegt insbesondere daran, dass sich die internationalen Rahmenbedingungen bei Olympia-Vergaben geändert haben und das Prozedere durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) nicht mehr eindeutig definiert ist. Das zeigte sich schon deutlich bei der Doppel-Vergabe der Sommerspiele 2024 nach Paris und 2028 nach Los Angeles. "Die Mitgliederversammlung wird zum richtigen Zeitpunkt eine richtige Entscheidung treffen", sagte Hörmann dazu.

Allerdings sind die Chancen der Rhein-Ruhr-Initiative sehr gering. Als Favorit für die Sommerspiele 2032 gilt derzeit Brisbane in Australien. In Berlin wiederum ist es nur schwer vorstellbar, dass die Stadt 2036 ins Rennen geht - exakt 100 Jahre nach den von den Nationalsozialisten instrumentalisierten Sommerspielen von Berlin. Nicht nur Innenminister Seehofer hatte das zuletzt schon ausgeschlossen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte Sommerspiele ausrichtet, ist daher sehr klein.