Für unseren Blog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa und sid.
Gold und Silber für deutsche Viererbobs
Bob-Pilot Johannes Lochner hat seine Karriere mit dem olympischen Gold-Double gekrönt. Der 35-Jährige raste fünf Tage nach seinem Triumph im Zweier auch in der Königsdisziplin Vierer zum Olympiasieg und sicherte dem deutschen Team zum Abschluss der Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo die achte Goldmedaille.
Lochner setzte sich mit seinen Anschiebern Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer vor seinem Dauerrivalen Francesco Friedrich durch. Der Frankfurter Adam Ammour verlor im letzten Durchgang noch Bronze an den Schweizer Michael Vogt und kam auf Rang vier.
Für Lochner ist es nach einer 15-jährigen Laufbahn das erhoffte Happy End: Der „ewige Zweite“ erfüllte sich in Norditalien gleich zweimal den Traum vom Olympiasieg. In Peking 2022 hatte er sich noch zweimal Friedrich geschlagen geben müssen.
Ski-Langlauf: Russin stibitzt Katharina Hennig Dotzler die Ski
Kurioser Zwischenfall beim olympischen Skilanglaufrennen über 50 Kilometer: Die Russin Darja Neprjajewa hat beim Skiwechsel nach knapp der Hälfte der Distanz versehentlich die Ski von Olympiasiegerin Katharina Hennig Dotzler genommen. Neprjajewa fuhr zum Wechsel in Box 12, ihre Startnummer war aber die 14. Die deutschen Techniker mussten daraufhin in Windeseile neue Ski für Hennig Dotzler präparieren – es gelang. Die Ersatzski wurde gerade noch rechtzeitig für den Wechsel der Deutschen bereitgestellt.
„Sowas habe ich auch noch nicht erlebt. Das lässt den Puls höher schlagen“, sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder im ZDF: „Das war, wie wenn in der Formel 1 der Ferrari in der Boxengasse zu McLaren fährt.“ Cheftechniker Lukas Ernst sagte: „Zu diesem Zeitpunkt war das Technikerteam bereits in der Mittagspause. Wir mussten alles wieder hochfahren, einen halben Truck neu aufbauen. Wir haben es geschafft, zehn Sekunden vor dem Wechsel wieder einen Ski in die Box zu legen. Dass jemand wirklich weiterläuft und der Ski dann fehlt, das haben wir so noch nicht erlebt.“ Sowohl für Neprjajewa als auch für Hennig Dotzler waren die Top-Platzierungen zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich entfernt.
Das Rennen konnte die Schwedin Ebba Andersson gewinnen. Die 28-Jährige setzte sich bei der Winterspiele-Premiere der Distanz für Frauen mit mehr als zwei Minuten Vorsprung vor Silbergewinnerin Heidi Weng aus Norwegen durch. Bronze gewann die Schweizerin Nadja Kälin. Außer in der Staffel hat Schweden bei diesen Winterspielen alle Langlauftitel bei den Frauen gewonnen. Hennig Dotzler belegte den neunten Platz.
Freestyle: Eileen Gu gewinnt Gold in der Halfpipe
Im letzten Versuch hat sich Freestyle-Vorzeigeathletin Eileen Gut bei den Olympischen Winterspielen in Norditalien doch noch ihr ersehntes Gold geschnappt. Nach zwei Silbermedaillen im Slopestyle und im Big Air wiederholte die für China startende Gu am Sonntag in der Halfpipe ihren Olympiasieg von 2022. Mit 94,75 Punkten für ihren besten Lauf setzte sie sich im Livigno Snow Park vor ihrer Landsfrau Li Fanghui (93,00) und der Britin Zoe Atkin (92,50) durch.
Gu stand im Wettkampf zu Beginn unter Druck, nach Problemen bei ihrem ersten Trick im ersten Run reihte sie sich zunächst nur auf Rang acht ein. Im zweiten Versuch zeigte sie dann ihr ganzes Können und setzte sich an die Spitze des Feldes, bevor sie sich im dritten Run nochmal um 0,75 Punkte verbesserte. Die 22-Jährige hat in ihrer Karriere nun insgesamt drei Goldmedaillen und drei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen gewonnen und ist damit nun allein und geschlechterübergreifend die erfolgreichste Freeski-Athletin der Geschichte.
Gu stand im Wettkampf zu Beginn unter Druck, nach Problemen bei ihrem ersten Trick im ersten Run reihte sie sich zunächst nur auf Rang acht ein. Im zweiten Versuch zeigte sie dann ihr ganzes Können und setzte sich an die Spitze des Feldes, bevor sie sich im dritten Run nochmal um 0,75 Punkte verbesserte. Die 22-Jährige hat in ihrer Karriere nun insgesamt drei Goldmedaillen und drei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen gewonnen und ist damit nun allein und geschlechterübergreifend die erfolgreichste Freeski-Athletin der Geschichte.
Nolte und Levi gewinnen vor Buckwitz und Schuten
Laura Nolte hat zum zweiten Mal in Serie olympisches Gold im Zweierbob gewonnen. Die Weltmeisterin setzte sich mit Anschieberin Deborah Levi nach vier Läufen im Cortina Sliding Centre souverän durch und wiederholte ihren großen Erfolg von Peking 2022. Nolte, die bereits nach dem ersten Wettkampftag geführt hatte, verwies Teamkollegin Lisa Buckwitz mit Neele Schuten um 0,53 Sekunden auf den Silberrang. Die US-Amerikanerin Kaillie Armbruster Humphries (+0,75 Sekunden) sicherte sich Bronze und verhinderte damit den deutschen Dreifachsieg: Kim Kalicki wurde Vierte.
„Das war das Ziel, das ist unsere Paradedisziplin“, sagte Nolte freudestrahlend in der ARD: „Aber vor dem Lauf wussten wir nicht, was Sache ist, man hat auf dieser Bahn immer wieder gesehen, was alles passieren kann. Wir mussten die Spannung hochhalten.“
Nolte war mit fünf Siegen in sieben Saisonrennen als große Favoritin nach Cortina d'Ampezzo gereist – und bestätigte diese Rolle eindrucksvoll. Fünf Tage nach dem Gewinn von Olympiasilber im Monobob, als sie eine Führung im letzten Lauf noch aus der Hand gegeben hatte und sich mit 0,04 Sekunden Rückstand der US-Amerikanerin Elana Meyers Taylor geschlagen geben musste, behielt sie diesmal die Nerven. Am vorletzten Wettkampftag der Winterspiele sicherte Nolte dem deutschen Team die siebte Goldmedaille – und die fünfte im Eiskanal.
Buckwitz verpasste es derweil, als erste Bobfahrerin Olympiagold sowohl als Anschieberin als auch als Pilotin zu gewinnen. Sie hatte Mariama Jamanka 2018 in Pyeongchang zum Olympiasieg geschoben und gewann nun ihre erste Medaille an den Lenkseilen. Die frühere Weltmeisterin Kim Kalicki, die 2022 in Peking noch von Buckwitz angeschoben wurde (Platz vier), verpasste mit Anschieberin Talea Prepens das Podium erneut knapp. Ihr fehlten 15 Hundertstel.
Für Nolte, 27, wäre alles andere als Gold eine Enttäuschung gewesen. Vor vier Jahren in Peking war die in Frankfurt am Main lebende Athletin mit ihrem Triumph im Zweier zur jüngsten Bob-Olympiasiegerin der Geschichte aufgestiegen. „Der Zweier ist meine Paradedisziplin“, sagte Nolte. Die Enttäuschung im Monobob wollte sie als „Ansporn“ nutzen – und ihr Plan ging voll auf.
Halfpipe-Finale mit Goldfavoritin Eileen Gu verschoben
Starker Schneefall in Livigno hat bei den Olympischen Winterspielen den Zeitplan der Freestyle-Skier erneut durcheinandergewirbelt. Das für den Abend geplante Halfpipe-Finale der Frauen mit Goldfavoritin Eileen Gu wird auf Sonntag verschoben. Ursprünglich sollte das Finale am Samstagabend ab 19.30 Uhr stattfinden. Stattdessen soll der Medaillenentscheid nun am letzten Wettkampftag durchgeführt werden.
Los geht es am Sonntagmorgen dann ab 10.40 Uhr. Freestyle-Star Gu gilt dabei abermals als Topfavoritin. Im Big Air und im Slopestyle hatte sie Silber gewonnen. Eine deutsche Athletin ist nicht am Start. In Livigno waren bereits mehrere Wettkämpfe verschoben worden. Darunter die Aerials-Qualifikation und das Slopestyle-Finale der Snowboarderinnen.
Los geht es am Sonntagmorgen dann ab 10.40 Uhr. Freestyle-Star Gu gilt dabei abermals als Topfavoritin. Im Big Air und im Slopestyle hatte sie Silber gewonnen. Eine deutsche Athletin ist nicht am Start. In Livigno waren bereits mehrere Wettkämpfe verschoben worden. Darunter die Aerials-Qualifikation und das Slopestyle-Finale der Snowboarderinnen.
Bob-Pilot Mandlbauer nach Sturz im Krankenhaus
Nach seinem schweren Sturz bei den olympischen Rennen mit dem Viererbob ist der österreichische Pilot Jakob Mandlbauer ins Ca’-Foncello-Krankenhaus nach Treviso verlegt worden. In der Klinik war auch Skirennfahrerin Lindsey Vonn nach dem schweren Sturz in der olympischen Abfahrt behandelt und mehrfach operiert worden. „Die Verlegung dient ausschließlich der weiteren medizinischen Überwachung, um jedes Risiko auszuschließen“, erklärte Bernhard Unterkofler, Chefmediziner des Österreichischen Olympischen Komitees, in einer Mitteilung. In der Klinik soll eine Bandscheibenproblematik überwacht werden, wie es weiter hieß. Unterkofler hatte Mandlbauer bereits an der Unfallstelle betreut und bei ersten Untersuchungen im Codivilla-Krankenhaus von Cortina begleitet.
Mandlbauer war im zweiten Lauf in Kurve neun auf die linke Seite gekippt und rutschte so fast die halbe Bahn hinab. Seine Anschieber Daniel Bertschler, Sebastian Mitterer und Daiyehan Nichols-Bardi konnten den Eiskanal im Cortina Sliding Centre selbstständig verlassen. Der Pilot musste mit einer Trage geborgen werden. Der 27-Jährige hatte ersten Informationen zufolge über Nackenschmerzen geklagt. Das Rennen war für gut 20 Minuten unterbrochen worden. Der Schlitten musste aus der Bahn genommen werden.
Es war der erste schwere Sturz im Eiskanal bei den Winterspielen in Norditalien. Mandlbauer hatte nach dem ersten Lauf auf dem 21. Rang gelegen. Im weiteren Verlauf stürzten auch der französische Bob von Pilot Romain Heinrich und das Team aus Trinidad und Tobago um Pilot Axel Brown.
Franziska Preuß verpasst Medaille in letztem Karriererennen
Biathletin Franziska Preuß hat ihre Karriere ohne olympische Einzelmedaille beendet. Im letzten Wettbewerb ihrer langen Laufbahn belegte die 31-Jährige aus Ruhpolding im abschließenden Massenstart bei Olympia nur den 28. Platz. Nach sieben Strafrunden hatte Deutschlands Sportlerin des Jahres 3:32,4 Minuten Rückstand auf Olympiasiegerin Océane Michelon aus Frankreich. Silber ging nach 12,5 Kilometern zum Abschluss der Rennen in Antholz an deren Teamkollegin Julia Simon, Bronze gewann Tereza Vobornikova aus Tschechien.
Vanessa Voigt hatte beim letzten Schießen noch die Chance auf eine Medaille, vergab jedoch den letzten ihrer 20 Schüsse der Konkurrenz und kam am Ende auf Rang sieben. Für das französische Biathlon-Team war es das sechste Gold in Antholz.
Der Deutsche Skiverband schloss die Winterspiele mit der schlechtesten Bilanz ab, seitdem Frauen und Männer 1992 gemeinsam bei Olympia antreten. Bislang hatte es immer mindestens zwei deutsche Medaillen gegeben - so wie zuletzt mit Gold und Bronze vor vier Jahren in Peking. Bronze zum Auftakt mit der Mixed-Staffel blieb das einzige richtige Erfolgserlebnis bei den insgesamt elf Wettbewerben in Südtirol.
Preuß hatte am Freitag angekündigt, nur noch den Massenstart zu bestreiten und anschließend sofort zurückzutreten. Die Bayerin nimmt nicht mehr an den verbleibenden drei Weltcups in Estland, Finnland und Norwegen teil. Damit verliert das deutsche Team die erfolgreichste Biathletin der vergangenen Jahre. In der vorigen Saison hatte sie erstmals den Gesamtweltcup gewonnen und sich in der Schweiz zur Weltmeisterin in der Verfolgung gekrönt.
Vanessa Voigt hatte beim letzten Schießen noch die Chance auf eine Medaille, vergab jedoch den letzten ihrer 20 Schüsse der Konkurrenz und kam am Ende auf Rang sieben. Für das französische Biathlon-Team war es das sechste Gold in Antholz.
Der Deutsche Skiverband schloss die Winterspiele mit der schlechtesten Bilanz ab, seitdem Frauen und Männer 1992 gemeinsam bei Olympia antreten. Bislang hatte es immer mindestens zwei deutsche Medaillen gegeben - so wie zuletzt mit Gold und Bronze vor vier Jahren in Peking. Bronze zum Auftakt mit der Mixed-Staffel blieb das einzige richtige Erfolgserlebnis bei den insgesamt elf Wettbewerben in Südtirol.
Preuß hatte am Freitag angekündigt, nur noch den Massenstart zu bestreiten und anschließend sofort zurückzutreten. Die Bayerin nimmt nicht mehr an den verbleibenden drei Weltcups in Estland, Finnland und Norwegen teil. Damit verliert das deutsche Team die erfolgreichste Biathletin der vergangenen Jahre. In der vorigen Saison hatte sie erstmals den Gesamtweltcup gewonnen und sich in der Schweiz zur Weltmeisterin in der Verfolgung gekrönt.
Klaebo gewinnt auch die 50 Kilometer
Norwegens Skilangläufer Johannes Hösflot Klaebo hat seine Gold-Mission mit dem sechsten Olympiasieg in Val di Fiemme makellos abgeschlossen und verlässt Norditalien als König der Winterspiele. Der 29 Jahre alte Olympia-Rekordgewinner triumphierte am vorletzten Wettkampf-Tag im Klassik-Rennen über 50 Kilometer bei einem norwegischen Dreifachsieg und steht nun bei elf olympischen Goldmedaillen. In einem sehr schnellen Ausscheidungsrennen setzte sich Kläbo nach 2:07:07 Stunden vor Martin Löwström Nyenget (+17,5 Sekunden) und Emil Iversen (+46,2) durch. Florian Notz lief ein starkes Rennen und war als ausgezeichneter Zehnter bester Deutscher (+6:06,9 Minuten).
Deutsche Bobs liegen nach zwei Läufen auf den Plätzen eins, zwei und drei
Bob-Pilot Johannes Lochner steuert zum Abschluss seiner Karriere auf das olympische Gold-Double zu. Vier Tage nach seinem Sieg im Zweier legte der 35-Jährige in der Königsdiziplin Vierer einen perfekten Start hin und führt zur Halbzeit bereits 0,43 Sekunden vor seinem Dauerrivalen Francesco Friedrich, der im Cortina Sliding Centre keinen idealen Tag erwischte. Dritter ist der Frankfurter Adam Ammour (+0,59).
Im großen Schlitten war eigentlich eine enge Entscheidung erwartet worden, doch schon zum Auftakt zeigte Lochner mit seinen Anschiebern Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer die klar beste Linie und ging mit Bahnrekord klar in Führung. Im zweiten Durchgang baute er den Vorsprung weiter aus. Überschattet wurde der Lauf von den Stürzen des Österreichers Jakob Mandlbauer und des Franzosen Romain Heinrich.
Lochner zeigte sich unbeirrt und kann sich in den finalen Läufen drei und vier am Sonntag (ab 10 Uhr/ARD und Eurosport) eigentlich nur noch selbst schlagen. Für Lochner ist es der perfekte Start in das letzte Rennen seiner Laufbahn. Der Bayer beendet in Cortina d'Ampezzo seine Karriere, mit dem überlegenden Olympiagold im Zweier hatte er sich am Dienstag bereits seinen großen Traum erfüllt.
Friedrich hingegen muss sich mit seinen Anschiebern Alexander Schüller, Matthias Sommer und Felix Straub etwas einfallen lassen. Schon mit einer Medaille würde der Doppel-Olympiasieger von 2018 und 2022 zum erfolgreichsten Bob-Piloten der Geschichte aufsteigen und André Lange (ebenfalls 4x Gold, 1x Silber) abhängen – fünfmal Gold hat aber niemand. Brisant: Friedrichs langjähriger Erfolgsanschieber Margis greift auch nach seinem fünften Olympiagold – allerdings im Schlitten von Lochner.
Die Dominanz der deutschen Piloten hatte sich im Weltcup abgezeichnet. Alle sieben Saisonrennen gingen entweder an Lochner, Friedrich oder Ammour.
Im Gesicht verletzte Shorttrackerin aus Polen operiert
Nach einem schlimmen Kufentreffer im Gesicht ist die polnische Olympia-Shorttrackerin Kamila Sellier in Italien operiert worden. „Kamila wurde operiert, um den beschädigten Knochen zu reparieren. Alles wurde gereinigt“, berichtete Polens Chef de Mission Konrad Niedzwiedzki bei Eurosport. Sellier (25) sei am Samstagmorgen mit starken Schwellungen aufgewacht und habe nicht viel geschlafen. Im weiteren Tagesverlauf solle die Beweglichkeit ihres Auges weiter überprüft werden. Sellier war während des Viertelfinals über 1500 m am Freitag in einer Kurve gestürzt, eine Gegnerin schlitzte ihr dabei mit der Kufe unbeabsichtigt das Gesicht unter dem linken Auge auf. Das Rennen wurde unterbrochen, Sellier musste minutenlang behandelt und anschließend mit einer Trage abtransportiert werden. Auf dem Eis blieb eine Blutspur zurück.
Bobfahrer Lochner im Vierer stark unterwegs
Bob-Pilot Johannes Lochner steuert zum Abschluss seiner Karriere auf Olympiagold im Vierer zu. Vier Tage nach seinem Triumph im Zweier legte der 35-Jährige in der Königsdiziplin einen perfekten Start hin und führt nach dem ersten Lauf bereits 0,39 Sekunden vor seinem Dauerrivalen Francesco Friedrich, der sich im Cortina Sliding Centre viele Fehler leistete. Dritter ist der Brite Brad Hall (+0,48). Adam Ammour muss sich im Kampf um das Podium steigern. Im großen Schlitten war eigentlich eine enge Entscheidung erwartet worden, doch schon zum Auftakt zeigte Lochner mit seinen Anschiebern Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer die klar beste Linie und ging mit Start- und Bahnrekord klar in Führung. Für Lochner ist es der perfekte Start in das letzte Rennen seiner Laufbahn.
Der Bayer beendet am Sonntag in Cortina d'Ampezzo seine Karriere, mit dem überlegenden Olympiagold im Zweier hatte er sich am Dienstag bereits seinen großen Traum erfüllt. Friedrich hingegen muss sich mit seinen Anschiebern Alexander Schüller, Matthias Sommer und Felix Straub etwas einfallen lassen. Schon mit einer Medaille würde der Doppel-Olympiasieger von 2018 und 2022 zum erfolgreichsten Bob-Piloten der Geschichte aufsteigen und André Lange (ebenfalls 4x Gold, 1x Silber) abhängen – fünfmal Gold hat aber niemand. Brisant: Friedrichs langjähriger Erfolgsanschieber Margis greift auch nach seinem fünften Olympiagold – allerdings im Schlitten von Lochner.
USA treffen im Eishockeyfinale auf Kanada
Die Erzrivalen Kanada und USA spielen beim Eishockey-Turnier um die prestigeträchtige Goldmedaille. Rekordchampion Kanada um Connor McDavid und den verletzten Kapitän Sidney Crosby gewann im Halbfinale nach einem späten Comeback mit 3:2 (0:1, 1:1, 2:0) gegen Peking-Olympiasieger Finnland, die US-Amerikaner folgten mit einem 6:2 (2:0, 3:0, 1:1) gegen Deutschland-Schreck Slowakei. Das Eishockey-Finale ist traditionell die letzte Entscheidung der Winterspiele. Das Auftaktbully fällt knapp sechs Stunden vor Beginn der Schlussfeier am Sonntag um 14.10 Uhr (ZDF und Eurosport).
Das Prestigeduell der Nordamerikaner drohte zunächst zu platzen, die Kanadier legten einen Fehlstart in ihre Partie hin. Finnlands Top-Star Mikko Rantanen (17.) nutzte ein Powerplay zur Führung, Erik Haula (24.) erhöhte in Unterzahl. Sam Reinhart (35.), Shea Theodore (51.) und Nathan MacKinnon (60.) drehten das Spiel für den Gold-Favoriten aber noch – letztlich verdient. Die USA ließen dagegen keine Zweifel aufkommen. Dylan Larkin (5.) und Tage Thompson (20.) legten früh den Grundstein für den Finaleinzug, Jack Hughes (33./39.), Jack Eichel (33.) und Brady Tkachuk (51.) schossen den Kantersieg heraus. Juraj Slafkovsky (45.) und Pavol Regenda (54.) trafen für die Slowakei.
Shorttrack-Gold für Niederländer van 't Wout
Gold im Gebiss und Gold um den Hals, jetzt gleich dreifach: Der niederländische Shorttracker Jens van 't Wout hat Geschichte geschrieben. Der 24-Jährige, der seit einem Unfall auf Schlittschuhen einen Goldzahn und eine Narbe auf der rechten Wange trägt, raste am Freitag auch mit der Staffel zum Olympiasieg. Zuvor war er bereits über die 1000 und die 1500 m erfolgreich gewesen, über die 500 m gab es Bronze. Mit drei Olympiasiegen bei ein und denselben Spielen tat er es Wiktor Ahn gleich, der 2006 für sein Geburtsland Südkorea und 2014 für Russland jeweils drei olympische Goldmedaillen gewann. Besonders süß für van 't Wout: In der Staffel siegte er an der Seite seines Bruders Melle, der über die 500 m Silber gewonnen hatte. Weitere Mitglieder der Gold-Staffel waren Teun Boer, Friso Emons und Itzhak de Laat. Für die Eisschnelllauf-Nation Niederlande war es nach sieben WM-Titeln in der Shorttrack-Staffel der erste Olympiasieg in dieser Disziplin. Silber ging an Südkorea, Bronze an Italien.
Gold für US-Freestyler
Nach Silber 2018 und Bronze 2022 hat sich der US-amerikanische Ski-Freestyler Alex Ferreira in einem einmal mehr von Stürzen geprägten Halfpipe-Wettbewerb zum Olympiasieger gekrönt. Der 31-Jährige gewann mit 93,75 von 100 Punkten. Silber ging an den Esten Henry Sildaru (93,00). Als letzter Starter sicherte sich Brendan MacKay (91,00) aus Kanada Bronze. Der für längere Zeit auf dem dritten Platz liegende Nick Goepper (89,00) kam im dritten Anlauf heftig zu Fall und verpasste so die Chance, Ferreira noch einmal anzugreifen. Der US-Amerikaner sagte im Zielbereich in die Fernsehkamera dennoch: „Ich bereue nichts.“ Während die Stürze im Finale glimpflich ausgingen, erwischte es Seunghun Lee aus Südkorea härter. Der 20-Jährige verlor bereits beim Aufwärmen die Kontrolle in der Röhre und musste anschließend behandelt werden. Beim Abtransport hielt er sich die Hände vor das Gesicht. Details zum Gesundheitszustand gibt es bislang nicht.
Polnische Shorttrackerin mit blutiger Verletzung
Die Polin Kamila Sellier hat sich bei einem schlimmen Sturz im Shorttrack durch die Kufe einer Kontrahentin eine blutige Verletzung im Gesicht zugezogen. Die 25-Jährige kam im Viertelfinale über die 1.500 Meter in Mailand zu Fall. Dabei schlitterte sie so unglücklich über das Eis, dass sie von der hinteren Kufenkante der noch laufenden Amerikanerin Kristen Santos-Griswold unter dem linken Auge getroffen wurde. Das Rennen wurde sofort abgebrochen. Sellier wurde mehrere Minuten auf dem Eis versorgt, Helfer schirmten sie mit einer weißen Plane ab. Sie wurde auf einer Trage fixiert und unter dem Applaus der Zuschauer vom Eis gefahren. Dabei zeigte sie den Daumen nach oben. Über ihre Verletzungen gab es zunächst keine weiteren Informationen. Auf dem Eis blieb zunächst eine Blutspur zurück. Die Amerikanerin Santos-Griswold wurde ebenso wie Sellier disqualifiziert, weil sie beide kurz vor dem Unfall geschoben hatten. In den Sturz war auch Italiens Topstar Arianna Fontana verwickelt. Beim Neustart waren nur noch vier Athletinnen dabei, die 14-malige olympische Medaillengewinner erreichte das Halbfinale und wenig später auch den Endlauf.

