Olympia 2010: Bode Miller:Favorit in der Kombination

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Der Liechtensteiner Skirennfahrer Marco Büchel, einer der ältesten im Feld, hat kürzlich auch eine kleine Episode über Bode Miller erzählt. Er habe ihn im Restaurant vor dem Start getroffen, berichtete Büchel, und dann habe er "einen faszinierenden Wortwechsel" mit Miller gehabt. Nämlich: "Er hat gesagt, dass er nervös ist. Darauf ich: Was? Du? Und er antwortete: Well, ich bin nervös. Ich bin aufgeregt." Bode Miller trägt gerne Baseball-Caps und Schlabber-Jogginghosen, er kaut Kaugummi, schlendert mehr, als dass er geht, und er ist vor allem nie nervös. So war das zumindest bisher.

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Bode Miller wird im Oktober 33, er ist nicht mehr der Jüngste, womöglich spielt das auch eine Rolle. Er sei ruhiger geworden, sagt der US-Cheftrainer Sasha Rearick. Miller war nach der WM 2009 aus der Saison ausgestiegen, er genoss das Leben, es schien, als wolle er aufhören. Rearick war einer der Gründe, weshalb Miller am Ende des Sommers entschied, doch weiterzumachen.

Er fährt nun nicht mehr mit seinem Motorhome umher, er ist jetzt Mitglied der Mannschaft, Rearick sagt, Miller integriere sich sehr gut. Die anderen Fahrer schauen zu ihm auf, zu ihm und Ted Ligety, mit dem Miller bei Olympia ein Appartement bewohnt. Rearick sagt sogar, die Jungen bräuchten einen wie Miller, sie könnten viel lernen von ihm.

Vor allem aber hat Bode Miller viel von Bode Miller gelernt. Die Erfahrung, allein umherzuziehen, sei wichtig für ihn gewesen, sagt Miller, "ich habe gelernt, was es kostet, welchen Aufwand man für diesen Sport betreiben muss".

Am Sonntag ist die Super-Kombination, und es erwartet zwar noch immer niemand etwas von Bode Miller. Zum Kreis derer, die als Anwärter auf die Goldmedaille betrachtet werden, gehört er nun aber schon.

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