Offensive der DFB-Elf:Klose nur mit Maskottchen-Rolle?

Beim 3:0 ging er nicht der unerreichbaren Flanke entgegen, sondern antizipierte bereits den Befreiungsversuch des Verteidigers Bruno Alves. Müller blockte den Ball und schoss ihn direkt ins Netz. Beim 4:0 nutzte er einen Abpraller von Torwart Rui Patricio und schob ein. "Er gibt nie auf und erkennt den Raum. Heute war er Weltklasse", lobte Jérôme Boateng seinen Mitspieler.

Müller war die unverzichtbare Zuspitzung der deutschen Offensive. Mario Götze und Mesut Özil zeigten sich im Vergleich zum verpatzten Testspiel gegen Kamerun stark verbessert, vor allem Götze deutete sein riesiges Potenzial an. Doch ihre besten Chancen vergaben sie. Ob sie im Zweifel einen Klose ersetzen können, müssen sie erst zeigen.

Die neue deutsche Offensive stellte klar, dass sie auch prominente Gegner aus der Fassung bringen kann. Pepe verlor gegen Müller völlig die Nerven und musste mit Rot vom Platz. Doch auch als der Verteidiger von Real Madrid noch auf dem Platz war, hatten sich schon erstaunliche Löcher in Portugals Abwehr gefunden. Es musste nur ein Deutscher aus dem Mittelfeld nach vorne sprinten, schon stand er irgendwo im freien Raum und wartete auf den Pass. Vor allem Sami Khediras Laufwege überforderten die Portugiesen.

Als Löws sogenannte Spezialkräfte kamen, war das Spiel längst entschieden. André Schürrle und Lukas Podolski sollen mit ihrer Schnelligkeit und Geradlinigkeit nach der Pause einen müden Gegner überrennen, so der Plan. Vor allem Schürrle zeigte davon Ansätze und bereite das vierte Tor vor.

Brauchen die Deutschen den großen Klose also überhaupt noch? "Er hat keine Angst vor diesen Turnieren, weil er schon so lange dabei ist. Diese immense Erfahrung gibt er weiter", sagt Joachim Löw. Das deutet einerseits auf eine Maskottchen-Rolle hin. Doch andererseits wird es nicht immer zur Halbzeit 3:0 stehen. Es wird der Moment kommen, da werden die Deutschen froh sein, wenn Miroslav Klose seine Größe zeigt.

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