Borussia Dortmund:Nuri Sahin neuer BVB-Trainer

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Nuri Sahin trainiert künftig den BVB. (Foto: Dennis Ewert/IMAGO/RHR-Foto)

Der bisherige Assistent von Edin Terzic hat beim Bundesligisten einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Für den 35-Jährigen ist es erst die zweite Cheftrainerstation – Mats Hummels verlässt dagegen den Klub.

Zwischen Borsigplatz und Brackel überschlugen sich vor dem EM-Start die Ereignisse, beim Umbruch lassen sich die Bosse von Borussia Dortmund keine Zeit. Edin Terzic? Geschichte. Mats Hummels? Schnell verabschiedet. Es galt, die Zukunft zu klären - und die soll ab sofort Nuri Sahin gestalten. Der einstige Meisterspieler und Fan-Liebling wird vom Assistenten zum Cheftrainer befördert.

„Es ist mir eine große Ehre, Trainer von Borussia Dortmund sein zu dürfen. Ich möchte mich bei allen Verantwortlichen des Klubs für das in mich gesetzte Vertrauen bedanken“, sagte Sahin. „Auf meine Aufgabe beim BVB freue ich mich sehr. Wir werden vom ersten Tag an mit viel Energie und großer Leidenschaft alles dafür tun, um den maximal möglichen Erfolg zu haben.“

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Sahin wird mit 35 der jüngste Trainer der kommenden Bundesliga-Saison nach Fabian Hürzeler, 31, der den Aufsteiger FC St. Pauli allerdings im Sommer noch verlassen könnte. Dabei beschränkt sich Sahins bisherige Chefcoach-Erfahrung auf zwei Jahre bei Antalyaspor im Mittelfeld der ersten türkischen Liga. Beim BVB erhält er einen Dreijahresvertrag. Für den BVB ist es ein Neuanfang mit Risiko, für Sahin eine Chance, die er sich nicht entgehen lassen kann. Das war bereits im Winter so, als sein Herzensklub einen Co-Trainer suchte, um den wackelnden Terzic zu stützen.

„Ich hatte das Gefühl, dass der Klub, von dem ich seit Kindestagen Fan bin, mich braucht“, sagte er. „Ich habe auf mein Herz gehört: Es sagte mir, dass es richtig ist, zurückzugehen und zu helfen.“ Dies soll er nun in herausgehobener Position, in einem Umfeld, das sich rasant erneuert. Lars Ricken ist gerade erst zum Geschäftsführer Sport aufgestiegen und hat dabei den Sportdirektor Sebastian Kehl überholt, dessen Vertrag auch nur noch ein Jahr lang läuft. Hans-Joachim Watzke, die prägende Figur in den vergangenen Jahrzehnten, tritt 2025 zur Seite. Auch in der Mannschaft nimmt der Umbruch Fahrt auf.

Marco Reus setzt seine Karriere anderswo fort, Hummels’ Abschied ist beschlossen. „Es war mir eine riesengroße Ehre und Freude, so lange für den BVB gespielt und den Weg von Platz 13 im Januar 2008 bis zu dem, was Borussia Dortmund heute darstellt, fast durchgehend mitgemacht zu haben“, sagte Hummels, dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Dieser Klub „mit seinen Fans ist etwas ganz Besonderes – und für mich noch viel mehr als das“. Eine große Rolle spielte bei seinem Aus ein brisantes Interview, in dem er Taktik und Einstellung von Terzic unmittelbar vor dem Champions-League-Finale kritisiert hatte.

Die bei der Autorisierung herausgefilterten Aussagen sollen noch härter gewesen sein – das ließ die Basis für eine weitere Zusammenarbeit zerbröseln. Hummels warnte allerdings in einem „Liebesbrief an die BVB-Fans“ bei Instagram vor „Un- und Halbwahrheiten“. Der BVB braucht Spitzenkräfte für wichtige Aufgaben, auf und neben dem Feld. Sahin hat sich stets gewissenhaft fortgebildet: Beispielsweise belegte er einen Kurs an der Harvard Business School, in dem auch andere prominente Figuren saßen – Ex-Skifahrerin Lindsey Vonn oder Ex-Tennisprofi Andy Roddick.

Diese Erfahrung habe sein „Leben verändert“, berichtete er bei Sky Sports. Zudem plante er schon immer mit einer Trainerlaufbahn. Nebenher trainierte er den Amateurklub RSV Meinerzhagen. 2013, in der BVB-Saison, die im Champions-League-Finale gegen Bayern München so bitter endete, begann er, sich Trainingsübungen von Jürgen Klopp aufzuzeichnen. Inzwischen stapeln sich in seinem alten Apartment von damals, das er erneut bezogen hat, Notizen aus elf Jahren. Nun kann er sie einsetzen.

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