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Großbritannien beendet Siegesserie:Deutsche Dressurmannschaft gewinnt Silber

Acht Starts, acht olympische Goldmedaillen: Die unglaubliche Erfolgsserie der deutschen Dressurmannschaften nach München 1972 endet in London. Das junge Reiter-Team ist jedoch mit Silber zufrieden.

Die längste Gold-Serie der Olympischen Spiele ist beendet - das deutsche Dressur-Team jubelte trotzdem. Die Mannschaft mit den drei Olympia-Neulingen Dorothee Schneider, Kristina Sprehe und Helen Langehanenberg freute sich über ihren zweiten Platz hinter Großbritannien. "Das ist Silber gewonnen und nicht Gold verloren", kommentierte der Dressurausschuss-Vorsitzende Klaus Roeser: "Das ist das jüngste Team, das wir je hatten. Das ist eine richtig starke Leistung." Bronze ging an die Equipe aus den Niederlanden.

London 2012 - Pferdesport Dressur

Die deutsche Reiterin Helen Langehanenberg freut sich über ihren gelungenen Auftritt auf ihrem Pferd Damon Hill.

(Foto: dpa)

Zuvor hatten deutsche Teams nach dem Silber von München 1972 bei jedem Olympia-Start Gold gewonnen. Auch der Bundestrainer freute sich mit seinen drei Debütantinnen und attestierte ihnen "ganz starke Auftritte" in London. "Wir sind nicht schlechter geworden, die anderen sind besser als früher", sagte Jonny Hilberath. Die siegreichen Briten, von 23.000 Zuschauern gefeiert, hatten zuvor noch nie eine Olympia-Medaille in der Dressur gewonnen. In der deutschen Statistik stehen hingegen 19 goldene.

Die Anspannung des Bundestrainers löste sich schon nach der Startreiterin Dorothee Schneider, die mit Diva Royal 77,571 Prozentpunkte erzielte. Die Reiterin, die erst vor wenigen Wochen in die Weltspitze vorgestoßen war, sagte: "Ich bin superzufrieden. Auch die kleinen Fehler sind ausgeblieben." Dass makellose Leistungen keine Selbstverständlichkeit sind, erlebte Kristina Sprehe (76,254 Prozentpunkte). In der Passage sprang ihr Hengst Desperados einmal weg. Die 25-Jährige meinte zu ihrem Fehler: "Das hat reingehauen. Das ärgert einen schon." Ihr Hengst sei von Anfang an "ein bisschen nervös gewesen".

Das beste Ergebnis steuerte Schlussreiterin Helen Langehanenberg bei, die mit Damon Hill Nervenstärke bewies und trotz eines kleinen Fehlers nach der ersten Piaffe auf 78,937 Prozent. "Helen hat alles versucht, leider hatte sie eine kleine Unsicherheit", kommentierte Bundestrainer Hilberath. Das Silber-Trio qualifizierte sich auch für das Einzelfinale mit der Kür.

Das verpasste Gold kam nicht wirklich überraschend. Die Zeiten der deutschen Dominanz sind schon länger vorbei. Nach mehr als 30 Championats-Siegen in Folge gab es bei der EM 2007 erstmals wieder eine Niederlage. "Die anderen haben aufgeholt", erklärte FN-Präsident Breido Graf zu Ranzau. Nach den jahrelangen Zweikämpfen mit den Niederlanden sind nun die Briten vorbeigezogen.