Nürnberg-Remis gegen Schalke Der Club verzweifelt im Endspiel

Matheus Pereira kann's nicht fassen, wieder nur ein Remis.

(Foto: REUTERS)
  • Im Freitagsspiel der Bundesliga schafft Schalke 04 mit Glück ein 1:1 beim 1. FC Nürnberg.
  • Der Club ist das bessere Team - vergibt aber viel zu viele Chancen.
Von Sebastian Fischer, Nürnberg

Minutenlang stand er da, die Hände in den Jackentaschen vergraben, den Blick starr nach vorne gerichtet, obwohl vor seinen Augen am Freitagabend im Nürnberger Stadion noch gar nicht so viel passierte. Man wird wohl nie erfahren, was Huub Stevens in diesen Momenten vor dem Spiel des FC Schalke 04 beim 1. FC Nürnberg dachte. Vielleicht: Jetzt muss ich es also wirklich wieder tun, eine Mannschaft vor dem Abstieg retten. Rund zwei Stunden später, nach einem glücklichen 1:1 beim Tabellenvorletzten, war er diesem Ziel nicht viel näher gekommen.

Natürlich hatte es sich schon in den vergangenen Wochen angedeutete, seitdem Stevens als Interimstrainer den Job des beurlaubten Domenico Tedesco übernommen hatte: dass die Situation für Schalke 04 in dieser so enttäuschenden Saison tatsächlich immer bedrohlicher werden würde. Aber am Freitagabend, zu Gast beim Tabellenvorletzten unter Flutlicht, hatte eine Begegnung in dieser Saison zum ersten Mal den Charakter eines Endspiels. Denn einerseits brauchte Schalke drei Punkte, um sich vom Relegationsrang 16 zu entfernen; andererseits brauchte der Tabellenvorletzte Nürnberg drei Punkte, um sich jenem wieder zu nähern.

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Vor dem Anpfiff war von großer Konkurrenz im Abstiegskampf zunächst noch wenig zu sehen, die Fans beider Vereine verbindet ja eine lange Freundschaft, und so hielten die Nürnberger Fans blaue und weiße Transparente in die Luft, die Farben des Gegners also, die Schalker entsprechend rote und schwarze. Doch schon bald war von Freundschaft nicht mehr viel zu sehen, was vor allem an den Nürnbergern lag, die das Spiel dominierten. Nach 13 Minuten hatte der Club schon fünf Ecken herausgespielt.

Ein reguläres Tor vom Club wird zurückgepfiffen, einen Elfmeter hält Schalkes Torwart

Beide Trainer, also auch Nürnbergs Interimscoach Boris Schommers, hatten unter der Woche jeweils an der Offensivstärke ihrer Mannschaft gearbeitet. Doch das war eigentlich nur bei den Gastgebern zu sehen: Schon nach neun Minuten musste Schalkes Verteidiger Matija Nastasic in höchster Not vor dem freistehenden Mikael Ishak klären, zwei Minuten später verlängerte Schalkes Benjamin Stambouli einen Nürnberger Eckball gefährlich aufs eigene Tor. Der Aufsteiger blieb in erstaunlicher Deutlichkeit das bessere Team.