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Remis in Nürnberg:Der Pfosten rettet den FC Bayern

1. FC Nuernberg v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Die Bayern schafften in Nürnberg nur mit Mühe ein 1:1. Das lag auch an Comans Fehlschuss.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Der FC Bayern hat seinen Vorsprung auf den BVB auf zwei Punkte erhöht.
  • In Nürnberg braucht es dafür aber ein unfassbares Spiel.
  • Die Bayern haben in der Schlussphase erst Riesenglück und verpassen dann selbst den Siegtreffer.

Niko Kovac stand am Spielfeldrand, die Hände in den Hosentaschen, er schaute nach vorne. Dann drehte er sich um, die Hände immer noch in den Hosentaschen, er schaute nun zu seinem Trainerstab auf der Bank. Das Gesicht verzog er zu einem diabolischen Grinsen. Sollte der Abend wirklich so enden?

Im Strafraum des FC Bayern, der Mannschaft von Trainer Kovac, lief dann der Nürnberger Tim Leibold an, die 90. Minute war angebrochen, der Ball lag auf dem Elfmeterpunkt, die Sensation für den Club war so nahe: ein Sieg gegen den Tabellenführer.

Leibold traf den Innenpfosten.

Kovac blieb vor seiner Bank regungslos stehen. Der Abend endete nun zwar nicht mit einer Niederlage. Aber als ein guter Abend endete er für den Trainer des FC Bayern auch nicht, zumal Kingsley Coman in der Nachspielzeit noch alleine auf das Nürnberger Tor zurannte - und am Torwart Christian Mathenia scheiterte.

1:1 (0:0) endete die zum Ende hin noch so spektakuläre Partie des FC Bayern am Sonntagabend beim Tabellenvorletzten aus Nürnberg. Es war ein leidenschaftlicher Auftritt der Gastgeber. Und ein überwiegend wenig inspirierter des Tabellenführers, der viel zu spät zielstrebig angriff. "Total ärgerlich" fand Kovac den Umstand, dass sein Team die Gelegenheit verstreichen ließ, sich im Titelrennen "einen Matchball" zu erspielen.

Ein Sieg in Nürnberg, das war die Ausgangslage für den FC Bayern, und die siebte Meisterschaft in Serie wäre der Mannschaft kaum noch zu nehmen nach dem 2:4 von Borussia Dortmund am Samstagmittag gegen den FC Schalke 04. Auf vier Punkte hätten die Münchner ihren Vorsprung ausbauen können, drei Spieltage vor Saisonende. An diesem Abend wirkte es jedoch lange so, als ob diese Aussicht eine belastende Wirkung habe.

Kovac verzichtete zunächst auf Serge Gnabry, den Klubpräsident Uli Hoeneß vor wenigen Tagen noch als einen der "Gewinner" dieser Saison bezeichnet hatte, weil er einer der wenigen ist, der mit seinem Tordrang immer für Gefahr sorgen kann. Für ihn spielte Leon Goretzka, Thomas Müller rückte auf den rechten Flügel, auf dem er nach eigener Angabe für nicht gar so viel Gefahr sorgen kann wie in der Mitte. Es waren Umstellungen, die das Spiel des FC Bayern nicht unbedingt beschleunigten.

Duelle Nürnberg vs FC Bayern

Allmächd, ein Phantomtor!

Nürnberg verteidigte konzentriert, lauerte auf Fehler des Meisters. Die Bayern agierten so überlegen wie so oft, sie hatten viel Ballbesitz, sie trugen den Ball oft an den gegnerischen Strafraum. Doch dann passierte wenig. Manchmal schien es so zu sein, als hätten sich die Wolken am Nürnberger Himmel auch in das Kreativzentrum im Spiel des FC Bayern geschlichen. Viele gute Ansätze blieben zudem auch genau das: gute Ansätze. Gerade die Anfangsphase prägten Fehlpässe, Missverständnisse und Stolpereinlagen.