Nowitzkis Bestmarke in der NBA "The Dream zu überholen, ist unglaublich"

Der zwölfmalige Allstar wirkte überwältigt, als er später den Reportern von seinen Taten berichten sollte: "Dass es zu Hause geklappt hat, ist besonders toll. Die Standing Ovations waren großartig." Wen er da gerade hinter sich gelassen hatte, wusste der zwölfmalige Allstar ganz genau. "The Dream zu überholen, ist unglaublich. Ich war ein riesiger Fan von ihm in den 90ern", schwärmte Nowitzki, der trotz aller Korberfolge nie als Egozocker galt. "Es fühlt sich unwirklich an, von all den Namen umgeben zu sein, die für dieses Spiel so viel bedeuten." Nowitzkis Erfolg unterstreicht auch eine Veränderung in der NBA.

Seit jeher feierte Amerika seine Helden mit gebührendem Pathos und Patrotismus, die LeBrons, Kobes und Shaqs sind auch weiterhin unantastbar - doch mittlerweile ist eben auch für Hauptfiguren aus der Fremde Platz. Basketball hat sich weiterentwickelt, das Spiel ist internationaler geworden, vielfältiger und trotz aller afro-amerikanischen Prägung auch ein Stückchen weißer.

Basketball Ritt in den Sonnenuntergang
Report
Saisonstart in der NBA

Ritt in den Sonnenuntergang

Dirk Nowitzki verdient in der neuen NBA-Saison viel weniger, doch für die Dallas Mavericks ist der Deutsche unverzichtbar. Der Trainer hat nun eine schwierige Aufgabe: Er muss die Einsatzzeit des mittlerweile 36-Jährigen richtig dosieren.   Von Joachim Mölter

Beim amtierenden Meister San Antonio tragen gleich mehrere gebürtige Nichtamerikaner das Gros der Verantwortung, neben Nowitzki haben auch Akteure wie der Spanier Pau Gasol, der Argentinier Manu Ginobili oder der Kanadier Steve Nash erstaunliche Laufbahnen hingelegt. Und mit dem US-Israeli David Blatt coacht ein Mann die Cleveland Cavaliers, der zwar in Kentucky geboren wurde, aber sein ganzes Profileben in Europa verbrachte. Den ersten ausländischen Cheftrainer prognostizieren Experten in den USA schon länger.

Shaq zittert schon

Natürlich spielt es keine Rolle, wo ein Basketballer her kommt und welche Hautfarbe er hat, aber als weißer Europäer ist Nowitzki eben eine Ausnahme unter den zehn treffsichersten Profis der NBA. Und wenn es so weitergeht, könnte er in Kürze noch weitere US-Größen in der Bestenliste ausstechen. Auf Platz acht steht derzeit Elvin Hayes (27 313), auf Rang sieben Moses Malone (27 409) und Sechster ist Shaquille O'Neal (28 596).

Sollte der Deutsche verletzungsfrei bleiben und nicht der Himmel auf die Erde krachen, sind zumindest die beiden Erstgenannten noch in dieser Saison fällig. Zwei, drei Jahre will Nowitzki noch spielen - vielleicht sollte auch Shaq langsam nervös werden.