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Dirk Nowitzki:Wie ein Schulmeister in der Krabbelgruppe

Oklahoma City Thunder - Dallas Mavericks

Starker Auftritt unter den Körben: Dirk Nowitzki gegen Oklahoma.

(Foto: dpa)
  • Im deutschen Duell mit Dennis Schröder gewinnen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks am Sonntagabend.
  • Nowitzki sammelt dabei 13 Rebounds und beweist, dass er noch Lust auf NBA-Basketball hat
  • Sein Mentor Holger Geschwindner sagt, eine Entscheidung über seine Zukunft fällt erst nach der Saison.

Diese Momente gibt es in der NBA ja immer wieder: Dirk Nowitzki muss in unangenehme Duelle gegen die Turboflitzer des Basketballs - und normalerweise sieht der 40-Jährige in solchen Situationen, nun ja, schon etwas alt aus. Aber diesmal nicht. Dennis Schröder zog an ihm vorbei zum Korb, ehe ein Krakenarm seinen Wurf wegblockte. "I got him locked down", rief Nowitzki, es war für alle in der Fernsehübertragung deutlich zu hören. Der sonst nicht (mehr) als Defensivanker bekannte Mann von den Dallas Mavericks räumte Schröders Versuch ab, er hatte seinen deutschen Gegenspieler tatsächlich im Griff.

Es war eine ungewöhnliche Szene, die sich da abspielte - aber sie passte. Es war ja auch ein ungewöhnliches Spiel, das zur besten Sendezeit am Sonntagabend über die Bühne ging. 106:103 gewann Dallas überraschend gegen die Oklahoma City Thunder, es war Nowitzkis vierter Erfolg im zwölften Duell mit Schröder. Doch die Partie erzählte weit mehr als das Duell der Generationen an deutschen Basketballern. Obwohl die Saison für die Mavericks bereits gelaufen ist, schimmerte vor allem Nowitzkis Wille durch, zum Schluss noch ein paar Siege einzufahren.

Das ist deshalb eine Nachricht, weil es für ihn ja bald zu Ende gehen könnte. 21 lange Jahre NBA-Basketball liegen hinter dem Würzburger, alle bestritt er für denselben Klub. Nowitzki hätte eigentlich keinen Grund mehr, sich zu verausgaben. Er könnte noch ein paar Ehrenrunden drehen und Mitte April seinen Abschied bekannt geben. Die Playoffs hat sein Team (anders als jenes von Schröder) erneut verpasst, so würde alles irgendwie gemächlich austrudeln. Die Sache ist nur: Nowitzki spielt aktuell nicht wie einer, der in seiner Rente bald die Füße hochlegen will.

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Nowitzki krallt sich 13 Rebounds

Tatsächlich spielt er seinen besten Basketball seit langem. Gegen Oklahoma traf er zwar nur zwei seiner zehn Würfe aus dem Feld (er kam auf sieben Punkte), aber dafür krallte er sich mit markantem Engagement 13 Rebounds. So viele, wie seit zwei Jahren nicht mehr. "Sie haben eine Menge guter Spieler. Alles, was du tun kannst, ist, es ihnen schwer zu machen und Leute vor sie zu stellen und die Rebounds zu bekommen", sagte der Mavs-Oldie. "Am Ende muss man manchmal auch ein bisschen Glück haben." Doch wer einmal unter den Körben im Gewühl herumgeschubst wurde, weiß: Rebounds sind eher eine Sache des Willens als des Schicksals.

So wirkt Nowitzki dieser Tage durchaus gewillt, es noch mal allen zu zeigen. Kürzlich gelangen ihm beim Sieg gegen Golden State sogar 21 Punkte - es war eigentlich alles wie früher. Die Gegner streckten sich, Nowitzki traf im Zurückfallen. Seine Einsatzzeiten und Trefferquoten sind nach einem verletzungsgebeutelten Spätstart in diese Spielzeit wieder gestiegen. Noch immer hat er seine Momente - wenn auch nicht mehr in jedem Spiel. Dummerweise kommt er erst jetzt so richtig in Form, wo nur noch wenige Partien übrig sind.

Und während sich in den USA schon bei jedem Auswärtsspiel Fans und Gegenspieler vor ihm verneigen, ihm Ovationen gewähren (wie kürzlich sogar ein gegnerischer Trainer) und ihn verabschieden, sagt sein Mentor Holger Geschwindner: "Es ist alles offen." Nichts sei bezüglich Nowitzkis Zukunft entschieden und bei allen nett gemeinten Bekundungen, könne es auch sein, dass es noch ein Jahr weitergeht. "Es hängt von vielen Faktoren ab. Nach der Saison wird man sich mit Dallas zusammensetzen und eine Entscheidung treffen."