Djokovic bei den Australian OpenClown under

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Plötzlich ist er da: Novak Djokovic verfolgt in Melbourne einen Gesprächsauftritt von Alexander Zverev vor den Australian Open.
Plötzlich ist er da: Novak Djokovic verfolgt in Melbourne einen Gesprächsauftritt von Alexander Zverev vor den Australian Open. Frank Molter/dpa

Der Serbe taucht bei der Pressekonferenz Alexander Zverevs auf und befragt den deutschen Tennisprofi zum Weltall – und zu seinem fehlenden Grand-Slam-Titel. In einem Magazin erhebt Djokovic nochmals schwere Vorwürfe in Bezug auf seine Abschiebung 2022.

Von Jürgen Schmieder, Melbourne

Die Pressekonferenz von Alexander Zverev war im Grunde vorbei, da meldete sich noch jemand: „Darf ich eine Frage stellen?“ Die Hälfte der Reporter drehte sich verwundert um zu einem Mann, der keineswegs korrekt in den Sesselreihen wie alle anderen saß, sondern ganz hinten lümmelte, wo die Kameras stehen. Wer war dieser Reporter im weißen, viel zu weit aufgeknöpften Hemd?

Ach herrje, Novak Djokovic!

Er war als nächster auf dem Pressekonferenz-Fließband zum Start der Australian Open vorgesehen, als Befragter, und das bot ihm die Gelegenheit, unmittelbar davor einmal in die Rolle eines Journalisten zu schlüpfen. Nicht umsonst ist Djokovic der „Djoker“ unter den Tennisprofis, der Spaßvogel.

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Nur: Die Götter haben auch Zverev mit ordentlich Humor gesegnet, also entwickelte sich ein äußerst unterhaltsamer Dialog. „Nur, wenn du Sportklamotten trägst“, sagte Zverev als Anspielung auf das Flavio-Briatore-Hemd von Djokovic: „Was willst du? Du wirst deinen 25. Grand-Slam-Titel gewinnen. Wir werden alle glücklich sein. Ja, Novak Djokovic, schon wieder“, sagte Zverev. Darauf hatte Djokovic einen perfekten Komik-Konter parat, doch musste er den vorbereiten. Seine Frage: „Wir alle wissen, dass du das Weltall und das Planetensystem liebst. Was genau reizt dich daran?“ Oho, mag Zverev gedacht haben, endlich eine Frage, in der es nicht darum geht, warum er, der Hochbegabte, noch immer keinen Grand-Slam-Titel gewonnen hat. „Wir glauben, dass wir viele Dinge wissen, aber eigentlich wissen wir nur sehr wenig“, sagte Zverev: „Das Erforschen des Unbekannten, das reizt mich. Ist das eine gute Antwort?“

War es – denn es war die Steilvorlage für die Hundsgemeinheit, die sich Djokovic ausgedacht hatte: „Glaubst du denn“, schob er hinterher, „dass die Antwort darauf, einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen, im Weltall liegt?“

Bamm, das saß. Vor allem, weil die beiden am Abend zuvor – Zverev war beim Benefiz-Ballschubsen für den leicht verletzten Nick Kyrgios eingesprungen –, bereits Spitzen getauscht hatten, dass Djokovic viel zu viele und Zverev viel zu wenige Grand-Slam-Titel hat. Nur war der Spaß damit noch nicht vorbei. Konter Zverev: „Die Antwort, wie man einen Grand Slam gewinnt: dass du mich einen gewinnen lässt.“ Tatsächlich hat Djokovic alle drei Grand-Slam-Duelle mit Zverev gewonnen: 2019 in Paris, 2021 jeweils in Melbourne und New York.

Zverev, 27, hatte davor gesagt: „Jeder weiß, was ich jage. Jeder kennt meine Träume. Als Nummer zwei der Weltrangliste kannst du nur ein Ziel haben bei einem Grand Slam: gewinnen.“ Sollten seine Konter auf dem Tennisplatz so präzise sein wie im PK-Raum, dann hat er beste Chancen, Djokovic erstmals bei einem Grand Slam zu besiegen. Im Halbfinale könnte es zum Duell kommen.

Djokovic erhebt an anderer Stelle schwere Vorwürfe

An anderer Stelle zeigte sich Djokovic zum Start der Australian Open dagegen weniger humorvoll. Im GQ-Magazin hat der Serbe nochmals heftige Vorwürfe in Bezug auf seine Abschiebung aus Australien im Jahr 2022 erhoben. „Ich hatte einige gesundheitliche Probleme. Ich habe gemerkt, dass ich in dem Hotel in Melbourne Essen erhalten habe, das mich vergiftet hat“, sagte der 37-Jährige in dem Interview, das er nach eigener Aussage vor mehreren Monaten gab. „Ich habe das nie öffentlich gesagt, aber als ich nach Serbien zurückkam, wurde entdeckt, dass ich einen sehr hohen Gehalt an Schwermetallen im Blut hatte.“ Verseuchte Nahrung während seines unfreiwilligen Festsitzens in Australien sei die „einzig mögliche Erklärung“ dafür gewesen.

Ein Sprecher des australischen Innenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, er könne sich „aus Gründen des Datenschutzes“ nicht zu einzelnen Fällen äußern. In der Stellungnahme hieß es jedoch, dass ein Pachtvertrag mit dem Hotel, in dem Djokovic seinerzeit festgehalten wurde, „frisch gekochte, individuell portionierte Mittag- und Abendessen für Häftlinge“ vorsehe. Djokovic betonte in Melbourne, trotz der Kontroversen aus dem Jahr 2022 „keinen Groll“ gegen das australische Volk zu hegen. „Viele Australier haben sich bei mir entschuldigt – und die Regierung hat mir im Jahr darauf wieder ein Visum gegeben“, sagte Djokovic.

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