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Niederlage gegen Manchester City:Bayern verteilen Almosen

Manchester City FC v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League

Was war das denn? Auch Jérôme Boateng patzt.

(Foto: Laurence Griffiths/Bongarts/Getty Images)

Das Achtelfinale fest gebucht, unterläuft den Bayern ein fehlerhafter Champions-League-Abend. Benatia, Alonso und Boateng beschenken Manchester City, das vom Weiterkommen träumen darf. Trainer Guardiola ist trotzdem "sehr, sehr, sehr stolz".

Es weihnachtet gewaltig in Manchester, dabei fehlen zum Fest der Liebe noch fast vier Wochen. Die Briten nehmen's nicht so genau mit den kalendarischen Koordinaten, Hauptsache die ersten Christbaum-Ungetüme lassen sich schon in die Innenstadt pflanzen. Hauptattraktion auf dem "Christmas Market": Plüsch-Rentiere mit Knollnase, die aussehen, als hätten sie zu viel Punsch getrunken.

Wenn nicht alles täuscht, ließ sich auch der FC Bayern diesmal von der allgemeinen Feierstimmung anstecken. Die Münchner verteilten beim 2:3 (2:1) gegen ManCity artig Geschenke, die den Briten unverhofft die Chance aufs Weiterkommen ermöglichen.

Wie der argentinische Stürmer Sergio Agüero gleich dreimal mitten durch die bayerische Türsteher-Fraktion um Medhi Benatia, Jérôme Boateng und Dante hindurchstechen konnte, wollte sich hinterher keiner so recht erklären. Kompliziert sah es aber nicht aus. Torwart Manuel Neuer sprach bei der Analyse die Geschenke-Theorie am deutlichsten aus: "Die Niederlage ist sehr ärgerlich, denn es waren alles Gegentore, die wir selbst fabriziert haben."

Sein Kollege Rafinha hatte es ähnlich beobachtet: "Es waren drei Fehler von uns, die zu Toren geführt haben." Wo derartige Kalamitäten passieren, lohnt sich eine Spurensuche.

20. Minute, 0:1: Als ein langer Ball zu Agüero gelangte, trabten Boateng und vor allem Benatia nur hinterher. Der Marokkaner verlor im Sprint so viele Meter, dass am Ende nur noch eine Notgrätsche half - es gab Rot und einen Elfmeter, den Agüero wuchtig verwandelte. Das Kuddelmuddel in der Defensive versuchte Pep Guardiola darauf mit der Einwechslung von Dante und der Umstellung auf eine Dreierkette in den Griff zu bekommen. Das klappte ganz gut.

Bis zur 85. Minute, dem Zeitpunkt des 2:2: Beim Ausgleich der Engländer verfestigte sich der Eindruck, dass selbst der stets seriöse Xabi Alonso ein wenig teilen wollte. An seinem 33. Geburtstag gab er dem Gegner im Stile eines spendablen Party-Gastgebers einen aus. Und zwar in Form eines Pass-Unglücks in der Vorwärtsbewegung, welches Agüero den nächsten Paradelauf ermöglichte. Der Argentinier hätte an diesem Tag wohl auch Usain Bolt von der 100-Meter-Bahn gefegt, so zackig zog er davon, ehe er locker einschob. Dass Dante und Boateng nicht folgen konnten, führte der Brasilianer auf "fehlende Konzentration" zurück. Akutes Schneckentempo wäre aber auch keine falsche Erklärung gewesen.

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