Ein Vorfall an der Seitenlinie des verlorenen Spiels der Arizona Cardinals kommt Cheftrainer Jonathan Gannon teuer zu stehen. Wie US-Medien berichteten, haben die Cardinals ihn mit einer Geldstrafe über 100 000 US-Dollar belegt. Grund dafür ist allerdings nicht das peinliche Zustandekommen der 21:22-Niederlage gegen die Tennessee Titans am Sonntag, sondern der Umgang von Gannon mit seinem Spieler Emari Demercado.
Der Football-Profi war im Schlussviertel über 72 Yards zu einem vermeintlichen Touchdown gerannt, der die Führung der Cardinals auf 27:6 ausgebaut hätte. Demercado fing allerdings Sekundenbruchteile zu früh an zu jubeln und ließ den Ball los, bevor er die Endzone tatsächlich erreicht hatte. In der Folge – das belegen im Internet weitverbreitete Videoaufnahmen – knöpfte sich Gannon seinen Spieler an der Seitenlinie vor und verpasste ihm dem Augenschein nach beim Weglaufen einen Schlag.
„Ich bin heute Morgen aufgewacht und habe mich nicht gut gefühlt deswegen“, hatte Gannon am Tag nach dem Spiel auf einer Pressekonferenz gesagt: „Ich habe das in der Teamsitzung angesprochen und mich bei Emari und dem Team entschuldigt.“ Wegen weiterer Slapstick-Situationen verloren die Cardinals das sicher geglaubte Spiel noch durch ein Field Goal bei auslaufender Uhr. Es war die dritte Niederlage in Serie durch ein spätes Field Goal.
Teambesitzer zeigt Mittelfinger und präsentiert kuriose Erklärung
Und eine weitere Aktion erregt in der Liga Aufsehen: So muss der reiche Teambesitzer Jerry Jones nach seiner obszönen Geste beim NFL-Spiel der Dallas Cowboys eine Geldstrafe in Höhe von 250 000 US-Dollar zahlen. Das berichteten mehrere US-Medien am Dienstag. Der 82 Jahre alte Cowboys-Boss war dabei gefilmt worden, wie er beim 37:22-Erfolg über die New York Jets den Mittelfinger in Richtung Tribüne zeigte.

Kurioserweise behauptete Jones später, das Ganze sei ein Missverständnis gewesen. „Ich wollte eigentlich den Daumen hoch zeigen“, sagte er im Interview mit dem Radiosender 105.3 The Fan in Dallas: „Das war unmittelbar nach unserem letzten Touchdown, und wir waren alle aufgeregt. Ich habe einfach die falsche Handbewegung gemacht.“ Er versicherte: „Wenn man will, kann man es einen Unfall nennen. Ich meine es ernst.“
Ein Video des Vorfalls hatte sich in sozialen Medien schnell verbreitet. Jones beteuerte, es habe keine feindliche Absicht gegeben. „Es wurde schnell aufgeklärt“, sagte der Milliardär, der die Cowboys 1989 gekauft hatte. Jones gilt als einer der schillerndsten NFL-Teambesitzer. Seine direkte Art und sein großer Einfluss auf sportliche Entscheidungen sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. Die Cowboys, in den 1990er-Jahren dreimalige Super-Bowl-Sieger, warten seit 1996 auf einen weiteren Titelgewinn.

