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Neymar bei der Copa América:Brasiliens Fußballprinz verbockt es selbst

Group C - Brazil vs Colombia

Während Neymar (ganz links) von seinen Leuten vom Platz geschubst wird, zeigt ihm Schiedsrichter Enrique Osses die Rote Karte hinterher.

(Foto: dpa)
  • Wieder spielt Kolumbien Schicksal: Bei der WM vor einem Jahr noch schwer gefoult, fliegt Neymar bei der Copa América vom Platz und Brasilien verliert.
  • Kurz zuvor wird eine neuerliche Klage gegen ihn und den FC Barcelona bekannt.
  • Der brasilianische Investitionsfonds DIS behauptet, beim Wechsel Neymars von Santos nach Spanien 40 Prozent Anteile am Spieler gehalten zu haben. Es geht um 40 Millionen Euro.

Neymar está fora da Copa. O pesadelo. Neymar ist raus aus der WM. Der Albtraum.

Knapp ein Jahr ist es her, dass Brasilien diesen Schock erlebte. Der Fußballprinz des Landes schreiend im Gras liegend, auf der Trage hinausgetragen, geradewegs ins Krankenhaus. Bruch des Querfortsatzes des dritten Lendenwirbels bedeutete das WM-Aus. Ohne ihn taumelten die Kollegen im Halbfinale ins 1:7 gegen Deutschland, das das Land so schnell nicht verdauen wird.

Neymar está fora da Copa? Noch ist es nicht so weit bei der jetzt laufenden Copa América. Aber fast.

Wieder spielte Kolumbien Schicksal für Neymar, für ganz Brasilien. Im Viertelfinale der WM hatten sich die Nachbarn einen überharten Kampf geliefert, unterstützt von einem seltsam passiven Schiedsrichter. All dies hatte im brutalen Einsteigen von Kolumbiens Juan Zúñiga gegen Neymar gemündet. Immerhin hatte Brasilien gewonnen, wenngleich seinen besten Spieler verloren. Am Mittwoch in Santiago de Chile ging es "nur" um ein Gruppenspiel bei der Kontinental-Meisterschaft - doch diesmal verlor Brasilien das Spiel und Neymar. Nach dem 0:1 zettelte er noch auf dem Spielfeld eine Rangelei an, setzte zu einem Kopfstoß gegen einen Kolumbianer an und sah Rot.

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Juan Zúñiga, der Foulspieler vom WM-Viertelfinale und damalige Staatsfeind Brasiliens, war diesmal nicht der Bösewicht. Im Estadio Monumental verbockte es der 23-jährige Neymar schon selbst. Er spielte schwach, stritt ständig mit dem Schiedsrichter, übersah besser postierte Mitspieler. Er vergab eine sehr große Kopfballchance, lenkte den Abpraller mit der Hand Richtung Tor, was ihm von Schiedsrichter Enrique Osses aus Chile die gelbe Karte einbrachte. Die hätte schon gereicht, um das Gruppenfinale gegen Venezuela zu verpassen, es war seine zweite Verwarnung im Turnier.

Ohne die Impulse des Kapitäns wirkten die Brasilianer verkrampft, ideenlos, hilflos. Die einzige Chance in der zweiten Halbzeit zum Ausgleich resultierte aus einem schlimmen Rückpass der Kolumbianer, der Hoffenheimer Firmino schoss den Ball aber über das leere Tor. Dabei hatte die Seleção seit dem WM-Desaster mit ihrem neuen Trainer Dunga alle elf Spiele gewonnen. Eine fast historische Serie.

Kolumbien dominierte über Juan Cuadrado vom FC Chelsea und James Rodríguez von Real Madrid die Partie und kam verdient zur Führung. Nach einer Ecke schoss Jeison Murillo ein (36.). Brasilien spielte wie so oft in den vergangenen Jahren auf Konter, doch der Zielspieler Neymar wirkte fahrig. Hatte er im ersten Gruppenspiel seine Mannschaft gegen Peru mit einem Tor und einem genialen Pass in der Nachspielzeit gerettet, "war er diesmal nicht ganz bei sich", wie Trainer Dunga erklärte.