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Lauf-Newsletter:Vergessen Sie das Laufen!

Joggerin am Flaucher in München, 2019

Den Weg zum Flow läuft jeder für sich allein - aber virtuell zusammen mit den anderen Abonnenten des SZ-Newsletters "Minutenmarathon".

(Foto: Robert Haas)

Warum gibt es den Minutenmarathon der SZ? Und weshalb sollten Sie sich dafür interessieren?

Ich habe Laufen gehasst. Ich wollte Fußballspielen. E-Jugend. Dribbeln. Tore schießen. Dann bekam unsere Mannschaft einen neuen Trainer. Der fand Laufen wichtig. Wir gingen in den Wald, einmal in der Woche. Ich fand Laufen schrecklich: an den Tagen vorher, am Tag selbst und an den Tagen danach. Ich dachte ständig ans Laufen. Es machte mir so wenig Spaß, dass ich wenig später mit dem Fußball aufhörte.

Ich finde Sie sollten das wissen, wenn Sie jetzt von der gleichen Person lesen, dass Laufen doch eine tolle Sache sei. So toll, dass Sie jetzt auch gleich selbst damit anfangen sollen. Zwischen diesen Einschätzungen liegen eine meiner damaligen Überzeugung nach zu früh beendete hoffnungsvolle Fußballer-Karriere und eine völlig veränderte Perspektive aufs Laufen. Während mich als E-Jugend-Fußballer der Gedanke ans Laufen ständig plagte, gefällt es mir heute aus dem genau gegenteiligen Grund. Laufen ist dann besonders gut, wenn ich nicht dran denke, weil ich gar nicht mehr bemerke, dass ich laufe. Leute, die sich viel besser als ich mit dem Laufen auskenne, nennen das einen Flow-Zustand - wie der Marathon-Olympionike Philipp Pflieger in diesem Interview, in dem er Tipps für den Laufeinstieg gibt.

Als ich vor rund fünf Jahren mit dem Laufen begann, hatte ich keine Ahnung von diesem Flow. Es gab auch kein Erweckungserlebnis, kein zu bekämpfendes Übergewicht oder gar einen Schicksalsschlag, dem ich davon laufen wollte. Das mit dem Laufen ist mir eher so passiert. Es war keine Absicht und ich hätte vermutlich sofort wieder aufgehört, wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich irgendwann mal anfangen würde übers Laufen zu schreiben.

Das Laufen war meine Sache, das ging niemanden was an. Ich machte es alleine.

Das liegt vor allem daran, dass ich am Laufen diese besondere Privatheit schätze: Ich bin in der Öffentlichkeit unterwegs, aber absolut für mich. Darin liegt eine fast schon meditative Kraft, die den angesprochenen Flow noch unterstützt.

Es ist nur auf den ersten Blick absurd, das Alleinsein in Zeiten der Corona-Distanzierung zu loben. Denn dieser Aspekt der Privatheit im Laufen hat mir nicht nur den Sport gerettet in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen, er hat das Laufen auch zu einem erstaunlichen Trend werden lassen. Die New York Times spricht gar von einem Laufboom, den die Corona-Pause auslösen wird.

Das faszinierende an diesem Trend: Er wird erstmal nicht in Gruppen entstehen. Jede und jeder wird alleine beginnen müssen. Das ist einerseits schade, führt das Laufen aber andererseits auf den Kern dessen zurück, was mich dran interessiert. Deshalb kann ich darüber schreiben, denn das Laufen bleibt trotzdem privat. Und genau das möchte ich mit Ihnen teilen: Wann, wo und wie Sie Laufen ist Ihre Sache! Sie werden Ihren Weg zu Ihrem Flow finden, wenn Sie beginnen, auf sich und Ihren Körper zu hören. Dabei können ein paar Tipps von denen hilfreich sein, die schon länger, weiter oder schneller laufen. Einige davon haben wir in dem Newsletter gebündelt, den Sie hier bestellen können.

So hilft Ihnen der Newsletter vielleicht einen Zustand zu erreichen, in dem Sie so selbstvergessen unterwegs sind, dass Sie gar nicht mehr bemerken, dass Sie laufen. Dafür haben wir ein Format erfunden, das uns für den Laufeinstieg optimal erscheint. Wir nennen es den Minutenmarathon. Am Ende der acht Wochen werden Sie 42,195 laufen können - keine 42,195 Kilometer wie beim klassischen Marathon, aber immerhin 42,195 Minuten am Stück.

Der Minutenmarathon ist ein gutes Ziel für alle, die in der Coronakrise mit dem Laufen begonnen haben. Und alle, die schon vorher aktiv waren, können ihn als Herausforderung sehen: Wie weit kommen Sie in 42,195 Minuten? Sieben Kilometer? Und wenn Sie richtig gut sind, schaffen Sie vielleicht sogar die magischen 10 Kilometer.

Finden wir es raus - gemeinsam und doch allein! Am Wochenende 4./5. Juli laden wir Sie zu einem Marathon-Lauf - und zwar auf die gleiche räumlich distanzierte und soziale verbundene Weise wie Videokonferenzen Sitzungen im Büro abgelöst haben. Beim Laufen heißt das nicht Home-Office, sondern Virtual-Run. Ein solcher viruteller Lauf hat keine festgelegte Strecke, keinen gemeinsamen Start- oder Zielpunkt und führt dennoch zu einem erstaunlichen Gemeinschaftserlebnis. Denn auch hier gilt: Wann, wo und wie Sie Laufen ist Ihre Sache! Wichtig ist nur, dass Sie an dem Wochenende 4./5. Juli starten, Ihren Lauf mit einer App oder Laufuhr dokumentieren - und uns ein Beweisfoto schicken. Sie können ihre Bilder auch in sozialen Netzwerken mit den Hashtag #minutenmarathon posten.

Auf dem Weg dahin begleiten wir Sie mit dem kostenlosen Minutenmarathon-Newsletter. Bestellen Sie ihn hier!

© SZ.de/dd

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