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Neureuther erreicht Sotschi:Ankunft mit Umwegen

Sotschi 2014 - Felix Neureuther

Endlich ist er da - nach einem Intermezzo mit einer Leitplanke erreichte Felix Neureuther jetzt Sotschi.

(Foto: dpa)

Deutschlands bester Skifahrer trifft nach seinem Unfall wohlbehalten in Russland ein. Die Eishockey-Nationalmannschaft der USA gewinnt einen Krimi gegen Russland. Der Zustand der schwer gestürzten russischen Skicrosserin Maria Komissarowa ist weiter ernst.

Ski alpin, Felix Neureuther: Deutschlands bester Rennläufer ist mit einem Tag Verspätung wohlbehalten in Sotschi angekommen. Neureuther, der am Freitag wegen eines Autounfalls seinen geplanten Flug verpasst hatte, landete am Samstagabend um 21.03 Uhr auf dem Flughafen in Sotschi. "Es geht mir heute schon besser als gestern", sagte Neureuther kurz nach seiner Ankunft: "Ich werde alles probieren, um am Mittwoch am Start zu stehen." Einen ersten Trainingsversuch will er am Montag unternehmen. Nach seiner Ankunft wurde er ins Olympische Dorf in den Bergen um Krasnaja Poljana gefahren. Neureuthers erster Start ist für Mittwoch (19. Februar) im Riesenslalom geplant. Am kommenden Samstag (22. Februar) findet der Slalom statt. Bei seinem Unfall am frühen Freitagmorgen auf der Autobahn zwischen Garmisch-Partenkirchen und München hatte Neureuther ein Schleudertrauma und eine Zerrung des Bandapparates im Nackenbereich erlitten. Außerdem zog er sich Prellungen im Rippenbereich zu.

Skicross, Verletzung: Der Zustand der schwer am Rücken verletzten Skicrosserin Maria Komissarowa war am Morgen nach der Operation weiterhin ernst, aber stabil. Das teilte der russische Ski-Freestyle-Verband am Sonntag auf seiner Internetseite mit. Die Nacht sei zufriedenstellend verlaufen. Die 23-Jährige hatte sich bei einem Sturz im Training bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi den zwölften Brustwirbel gebrochen, sie war sechseinhalb Stunden operiert worden. Die Ärzte wollten später erneut beraten, ob sie von Krasnaja Poljana in ein anderes Krankenhaus gebracht werden kann.

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Eine weitere Prognose könne erst in drei bis vier Tagen gestellt werden, eine zweite Operation in etwa zwei Wochen sei wahrscheinlich. Der Unfall hatte sich am Morgen auf einer offiziellen Strecke im Rosa Chutor Extreme Park ereignet.

Eishockey, USA: Die amerikanische Eishockey-Nationalmannschaft hat gegen Russland 3:2 (0:0, 1:1, 1:1, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen gewonnen und steht vor dem direkten Viertelfinaleinzug. Im Shootout erzielte T.J. Oshie den entscheidenden Treffer mit dem 16. Penalty. Zuvor hatten Cam Fowler (37.) sowie Joe Pavelski (50.) in der regulären Spielzeit für die USA getroffen, Kapitän Pawel Datsyuk (30./53.) erzielte beide Tore für Russland. Slowenien hatte am Mittag überraschend seinen ersten Olympia-Erfolg überhaupt eingefahren. Gegen die Slowakei setzte sich der Debütant mit 3:1 (0:0, 0:0, 3:1) durch, Rok Ticar (44.) von den Kölner Haien leitete den Premieren-Erfolg mit seinem Treffer ein. Zum Auftakt hatte Slowenien mit 2:5 gegen Russland verloren, die Slowakei unterlag den USA 1:7. Am Abend ermitteln in Gruppe B Olympiasieger Kanada und Finnland im direkten Duell den Gruppensieger, der ohne Umweg das Viertelfinale erreicht. Zeitgleich fordert Lettland die Tschechen heraus.

Skeleton, Finale: Die deutschen Skeleton-Piloten haben die erhoffte Medaille bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi deutlich verpasst. Alexander Kröckel aus Oberhof schob sich am Samstag als Neunter im letzten Durchgang noch an seinem Teamkollegen Frank Rommel vorbei. Der Eisenacher enttäuschte auf Rang elf. Kröckel hatte einen klaren Rückstand von vier Sekunden auf Olympiasieger Alexander Tretjakow. Der russische Weltmeister setzte sich mit 0,81 Sekunden vor dem lettischen Weltcup-Gesamtsieger Martins Dukurs durch und bescherte dem Gastgeber das vierte Gold von Sotschi. Dritter wurde der US-Pilot Matthew Antoine.

Eisschnelllauf, 1500 Meter: Zbigniew Brodka hat die Siegesserie der niederländischen Eisschnellläufer bei den Winterspielen in Sotschi beendet und mit seinem Triumph über 1500 Meter das erste Olympiagold überhaupt für Polen in dieser Sportart gewonnen. Nach drei zuletzt drei Oranje-Triumphen in Folge bei den Männern siegte der 29-Jährige nach einem Fotoentscheid in 1:45,006 Minuten mit drei Tausendstelsekunden Vorsprung vor Koen Verweij aus den Niederlanden, für den 1:45,009 gestoppt wurden. Bronze ging an den kanadischen Ex-Weltmeister Denny Morrison in 1:45,22. Der Erfurter Patrick Beckert wurde in 1:48,08 Minuten nur 23., sein Klubkamerad Robert Lehmann landete in 1:48,24 auf dem 27. Rang.

Shorttrack, Zhou Yang: Wie schon vor vier Jahren in Vancouver hat die chinesische Shorttrackerin Zhou Yang Olympia-Gold über 1500 m gewonnen. Die 22-Jährige setzte sich im Finale vor der Südkoreanerin Shim Suk Hee (Südkorea) durch und feierte damit ihren insgesamt dritten Olympiasieg. Bronze holte sich die Italienerin Arianna Fontana, die über 500 m bereits Silber gewonnen hatte. Die erst 15 Jahre alte Anna Seidel war nach einem märchenhaften Einstand auf dem olympischen Eis im Halbfinale ausgeschieden. Die Dresdnerin, mit 43 Kilogramm die leichteste Teilnehmerin in Sotschi, hatte zuvor völlig überraschend im Vorlauf Platz drei belegt und mit dem Halbfinaleinzug alle Erwartungen übertroffen. Für Seidel sind die Winterspiele am Schwarzen Meer damit beendet.

Bei den Männern gewann Victor An das erste Olympia-Gold für Russland im Shorttrack. Der dreimalige Olympiasieger von Turin, der damals noch für Südkorea am Start war, setzte sich über 1000 Meter vor seinem Teamgefährten Wladimir Grigorijew und dem Niederländer Sjinkie Knegt durch.

Nordische Kombination, Björn Kircheisen: Kombinierer Björn Kircheisen hat überraschend Tino Edelmann aus dem deutschen Team für die Entscheidung von der Großschanze bei den Olympischen Spielen in Sotschi verdrängt. Der 30 Jahre alte Staffelzweite der Winterspiele 2002 und 2006 setzte sich am Samstag in einer internen Ausscheidung durch. "Danke für den fairen Kampf", sagte Kircheisen. Ebenfalls an den Start gehen werden am Dienstag Olympiasieger Eric Frenzel, Johannes Rydzek und Fabian Rießle. Im Wettbewerb von der Normalschanze hatte Edelmann bei Frenzels Sieg den neunten Platz belegt.

Curling, Deutschland: Einen Tag nach ihrem ersten Sieg in Sotschi haben die deutschen Curler ihre sechste Niederlage kassiert und damit keine Chance mehr auf den Einzug ins Halbfinale. Gegen Weltmeister Schweden verlor die Hamburger Mannschaft um Skip John Jahr mit 4:8. Die beiden Spiele gegen Dänemark am Sonntag und Gastgeber Russland am Montag besitzen damit nur noch statistischen Wert. Gegen "Tre Kronor" hielt die Auswahl des Deutschen Curling Verbandes (DCV) drei Ends mit. Danach verbuchten die Schweden im vierten und fünften End jeweils zwei Steine und erzielten damit eine Vorentscheidung. Nach zwei weiteren Steinen im neunten End gab Deutschland vor dem letzten Durchgang auf.

Eiskunstlauf, Jewgeni Pluschenko: Russlands Eiskunstlauf-Superstar Jewgeni Pluschenko hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe aus egoistischen Motiven trotz körperlicher Beschwerden auf einen Start in der olympischen Einzel-Entscheidung in Sotschi bestanden. "Im Gegenteil: Ich habe dem russischen Verband meinen Verzicht angeboten", sagte der 31-Jährige in einem Interview mit der russischen Sporttageszeitung Sowjetski Sport. Nachdem Ersatzläufer Maxim Kowtun krankheitsbedingt nicht zur Verfügung stand, habe er "alles für das Land, den Sport und die Fans tun wollen", ergänzte der dreimalige Weltmeister.

Sotschi 2014
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Schon bei der Team-Entscheidung, die mit einem Sieg der russischen Mannschaft geendet hatte, habe er Stiche im Rücken gespürt, beim Einlaufen zum Kurzprogramm seien die Probleme akut geworden: "Ich habe meine Beine nicht mehr richtig gefühlt." Pluschenko meldete sich daraufhin bei der Schiedsrichterin ab und erklärte seinen sofortigen Rücktritt vom Wettkampfsport. "Gott hat entschieden, dass die Zeit zum Aufhören gekommen ist", sagte der Einzel-Olympiasieger von 2006. Der nationale Verband hatte sich erst im Januar für Pluschenko und gegen Kowtun als russischen Olympialäufer entschieden. Das 18 Jahre alte Talent hatte den Altmeister bei den nationalen Titelkämpfen überraschend besiegt, war aber bei den Europameisterschaften in Budapest nicht über den fünften Platz hinausgekommen.