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NBA:Theis und Celtics verspielen 17-Punkte-Führung

Der deutsche Basketballer liegt mit Boston nun deutlich zurück im Halbfinale der Playoffs. HSV-Profi Toni Leistner erhält eine empfindliche Sperre für seinen Ausraster.

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Basketball, NBA: Die Boston Celtics um Basketball-Nationalspieler Daniel Theis liegen nach einer fahrlässig verspielten Führung in den Playoffs gegen die Miami Heat 0:2 zurück. Trotz zwischenzeitlich 17 Punkten Vorsprung verlor das Team Spiel zwei in der Final-Serie der Eastern Conference am Ende 101:106. Im dritten Viertel erzielten die Heat am Donnerstagabend (Ortszeit) 20 Punkte mehr als die Celtics. Theis kam in etwas mehr als 31 Minuten Spielzeit auf sechs Punkte, acht Rebounds und drei Vorlagen. Beim Lauf der Heat im dritten Viertel stand der Defensiv-Spezialist lange Zeit nicht auf dem Parkett und musste das Geschehen von der Bank verfolgen. Spiel eins hatten die Celtics am Dienstag nach Verlängerung 114:117 verloren. Das Team mit zuerst vier Siegen zieht ins Finale um die Meisterschaft in der stärksten Basketball-Liga der Welt ein und trifft dort entweder auf die Los Angeles Lakers oder die Denver Nuggets. Spiel drei zwischen den Heat und den Celtics ist in der Nacht zum Sonntag (2.30 Uhr MESZ).

Toni Leistner, Sperre: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Toni Leistner vom Zweitligisten Hamburger SV für drei Pflichtspiele gesperrt. Zudem muss der 30 Jahre alte Abwehrspieler zwei weitere Partien auf Bewährung absolvieren und 8000 Euro Geldstrafe zahlen. Das teilte der DFB am Freitag mit. HSV-Neuzugang Leistner hatte am Montag nach dem Pokalspiel des HSV bei Dynamo Dresden (1:4) eine Tätlichkeit gegen einen Fan begangen, der ihn nach Aussage des Profis zuvor grob beleidigt hatte. Da der Spieler bei seiner Attacke keinen Mund- und Nasenschutz getragen hatte, kommt ein Verstoß gegen das DFB/DFL-Hygienekonzept hinzu. Von dieser Sperre sind drei Pflichtspiele sofort zu verbüßen. Der Strafrest von zwei Pflichtspielen wird für die Dauer von einem Jahr zur Bewährung ausgesetzt. Die Bewährungszeit endet am 18. September 2021, teilte der DFB dazu weiter mit.

Radsport, Tour de France: Michal Kwiatkowski hat die letzte Alpen-Etappe der 107. Tour de France gewonnen. Der 30 Jahre alte Pole holte sich nach 175 Kilometern von Méribel nach La Roche-sur-Foron am Donnerstag den Sieg vor seinem Ineos-Teamkollegen Richard Carapaz. Der Ecuadorianer übernahm das Trikot des besten Bergfahrers. Das Gelbe Trikot des Gesamtersten verteidigte der Slowene Primoz Roglic erfolgreich. Der Vuelta-Sieger liegt weiter 57 Sekunden vor seinem Landsmann Tadej Pogacar.

Nicht mehr dabei ist Altstar André Greipel, der kurz nach Beginn der Etappe ausstieg. Der 38 Jahre alte Sprinter fiel bereits am ersten Anstieg des Tages aus dem Hauptfeld und beendete danach das Rennen. Am Vortag war der gebürtige Rostocker auf der Königsetappe gerade noch im Zeitlimit geblieben. Auf der 19. Etappe könnten noch einmal die Sprinter zum Zug kommen. Das 166,5 Kilometer lange Teilstück von Bourg-en-Bresse nach Champagnole weist lediglich einen Berg der vierten Kategorie auf, allerdings geht es häufig auf und ab. Die Sprinter-Teams müssen sich anstrengen.

Fußball, Frankreich: Nationalspieler Julian Draxler hat den französischen Meister Paris St. Germain zum ersten Saisonsieg geführt. Im Nachholspiel vom ersten Spieltag gegen den FC Metz gewannen die Pariser 1:0 (0:0) und holten damit ihre ersten Punkte der Spielzeit. Draxlers Siegtor per Kopf fiel erst in der Nachspielzeit (90.+3). PSG tat sich nach dem Skandalspiel gegen Olympique Marseille (0:1) am Sonntag, bei dem insgesamt fünf Spieler den Platz verlassen mussten, extrem schwer. Zwar kontrollierte Paris die Partie von Beginn an, kam aber vor der Pause zu keiner richtigen Gelegenheit.

Erst nach dem Platzverweis des Ex-BVB-Profis Abdou Diallo wegen wiederholtem Foulspiel (65.) agierte PSG entschlossener und kam zu mehreren hochkarätigen Torchancen, ehe Draxler per Kopfball für den Sieg sorgte. "Diese Mannschaft hat einmal mehr gezeigt, dass sie einen außergewöhnlichen Geist hat. Darauf bin ich sehr stolz", sagte PSG-Trainer Thomas Tuchel, dessen Team ab der 86. Minute gar zu neunt agierte, nachdem der frühere Bayern-Spieler Juan Bernat wegen einer Knieverletzung raus musste. "Ich bin sehr traurig, ich erwarte eine schwere Verletzung", erklärte der frühere BVB-Trainer.

Neymar ist indes nach seinem Ausraster im Spiel gegen Olympique Marseille von der Ligue 1 für zwei Spiele gesperrt worden. Zudem wurde eine Untersuchung eingeleitet, um Neymars Rassismus-Vorwürfe gegen OM-Spieler Alvaro Gonzalez näher zu überprüfen. Neymar hatte bei der 0:1-Niederlage gegen Marseille am vergangenen Sonntag seinem Gegenspieler Gonzalez gegen den Hinterkopf geschlagen und dafür Rot gesehen. Später schrieb der Südamerikaner bei Twitter, dass ihn Gonzalez rassistisch beleidigt habe.

Sebastien Deneux, Vorsitzender der Disziplinarkommission, sagte, die Beweise seien noch nicht "ausreichend", um die Vorwürfe rassistischer Beleidigungen zu belegen. Die Untersuchung der Bilder dauere weiter an. Ziel sei es, "festzustellen, was tatsächlich vorgefallen ist und was tatsächlich gehört wurde", fügte er hinzu. Insgesamt gab es fünf Platzverweise.

Handball, Champions League: Nach mehr als einem halben Jahr hat sich der Handball auf der Bildfläche zurückgemeldet, und für die SG Flensburg-Handewitt endete das Comeback auf der Platte mit einem Erfolgserlebnis. Der deutsche Vizemeister gewann zum Auftakt der neuen Champions-League-Saison das erste Geisterspiel seiner Vereinsgeschichte gegen den polnischen Topklub KS Kielce mit 31:30 (14:14). Bester Werfer auf Seiten der Kieler war der Norweger Magnus Röd mit sechs Treffern.

192 Tage nach dem letzten Flensburger Pflichtspiel musste SG-Trainer Maik Machulla vor allem am Kreis improvisieren, wo Nationalspieler Johannes Golla als einer von zwei Kreisläufern verletzt ausfällt. Nicht nur deshalb äußerte sich der Coach vor dem Spiel bei DAZN und Spox äußerst pessimistisch: "Wir müssen uns eingestehen, dass wir mit den vielen Verletzungen und der aktuellen Form auf dem Top-Niveau nicht konkurrenzfähig sind." Dennoch hielt Flensburg gegen den Champions-League-Sieger von 2016, bei dem Nationalkeeper Andreas Wolff zwischen den Pfosten einen guten Job machte, das Spiel schon in der ersten Hälfte offen. In der Folge bewiesen die Gastgeber trotz eines zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstands die besseren Nerven.

© SZ.de/dpa/sid/ebc

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