Auftakt der NBA-SaisonDie Lakers sehnen sich nach Showtime

Lesezeit: 3 Min.

Prominenz auf der Bank: LeBron James (im Anzug) neben seinem Sohn Bronny (rechts daneben).
Prominenz auf der Bank: LeBron James (im Anzug) neben seinem Sohn Bronny (rechts daneben). (Foto: Luke Hales/Getty Images via AFP)
  • Die Lakers verlieren zum NBA-Saisonstart 109:119 gegen die Golden State Warriors, obwohl Luka Dončić topfit 40 Punkte erzielte.
  • LeBron James fehlte wegen Ischias und soll erst zu den Playoffs im April in Topform sein für seinen letzten Karriere-Anlauf.
  • Titelverteidiger Oklahoma City Thunder lieferte mit einem 125:124-Sieg gegen Houston Rockets nach zwei Verlängerungen das spektakuläre Saisonhighlight.
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Zum NBA-Start liefert Titelverteidiger Oklahoma wieder Spektakel. Und im stolzen Los Angeles? Wirkt das Experiment mit einem fitten Luka Doncic und LeBron James außer Form ziemlich gewagt.

Von Jürgen Schmieder, Los Angeles

Es herrschte eine eigenartige Stimmung in der Arena in Downtown Los Angeles – dabei war die Bühne bereitet für ein Fest: Saisonstart in der NBA, California-Klassiker Lakers gegen Golden State Warriors, schon das Aufwärmen hätte eine volle Hütte verdient gehabt. Steph Curry versenkte Dutzende Dreier, dazwischen tanzte er, drehte Pirouetten, alberte herum. Auf der anderen Seite begann Luka Doncic im kleinen Wurfduell vor Spielbeginn von der Mittellinie aus zu treffen. Doncic, dieser mit so viel Talent gesegnete und mit ebenso geringer Disziplin gestrafte Basketballer, wirkte austrainiert, motiviert und bestens gelaunt. Die Doncic-Version also, die ein Team auch allein in die Finalserie führen kann wie die Dallas Mavericks vor zwei Jahren.

Auf den Bildschirmen lief noch die Eröffnungspartie von Titelverteidiger Oklahoma City Thunder, und das war eine Erklärung für die eigenartige Stimmung: Nicht in LA wurden Titelbanner und Glitzer-Meisterringe enthüllt, sondern in der Provinz. Dann lieferten die Thunder ein dramatisches Spektakel gegen Mitfavorit Houston Rockets. Sekunden vor dem Ende der zweiten Verlängerung kam es zum Duell zwischen Thunder-Star Shai Gilgeous-Alexander und Kevin Durant. Der aktuelle NBA-MVP ließ die Legende übers Parkett rutschen, provozierte ein Foul und versenkte beide Freiwürfe zum Sieg. Gilgeous-Alexander lieferte also gleich zu Saisonbeginn den Beweis, dass er und sein Team – der deutsche Center Isaiah Hartenstein schaffte sechs Punkte und acht Rebounds – die Gegenwart der Liga sind, der große Favorit.

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125:124 hieß es am Ende, da lief in LA bereits das zweite Viertel. Erst jetzt interessierten sich die Leute in der Halle so richtig dafür. Es gab dazu einen zweiten Grund für den eher ruhigen Saisonstart: Die Dodgers spielen von Freitag an in der World Series um den Titel in der Baseballliga MLB. Und die Lakers mögen zwar die berühmteste Sport-Franchise der Stadt sein, die Dodgers sind LA. Anders gesagt: Bei einem Lakers-Titel (16 bislang) glänzt die Stadt, bei einem der Dodgers brennt die Hütte – oder die ganze Stadt, wie im vergangenen Herbst. Zudem gilt im LA Sport, frei nach Descartes: Vincio ergo sum und Oblecto ergo sum. Es existiert nur, wer gewinnt und dabei die Leute unterhält. Die Lakers verloren 109:119 gegen Curry, Draymond Green und Jimmy Butler, Legenden im Spätherbst ihrer Karrieren.

Nach Titel und Showtime sah das also nicht aus am Dienstag. Aber: Genau das haben sie vor bei den Lakers. Sie haben es während der Vorbereitung immer wieder betont, und sie nehmen dabei bewusst in Kauf, dass der zweite Superstar LeBron James nur einen Bruchteil der Partien der regulären Saison absolvieren dürfte. Zum Saisonstart fehlte er wegen Ischias, in der Vorbereitung hatte er keine Sekunde gespielt. Der dann 41-Jährige soll lieber zu den Playoffs im April zum vielleicht letzten Mal in seiner Karriere in Topform sein. Er hat in 22 Spielzeiten alles erlebt, inklusive vier Titel mit drei Teams (darunter seine Heimat-Franchise Cleveland Cavaliers) und eine gemeinsame Partie mit Filius Bronny. Es geht um den richtigen Abschied, und das führt zum zweiten Fitnessprojekt der Lakers: Doncic. Der Slowene hat seine Plackerei während der Sommerpause sogar bei Men’s Health dokumentiert.

Doncic erzielt 43 Punkte, aber das reicht nicht, um die Warriors zu besiegen

Es ist nach wie vor das Kalkül von Manager Rob Pelinka, dass das Tauschgeschäft mit Dallas im Februar das einträglichste der NBA-Geschichte wird. Er schickte Superstar-Center Anthony Davis, dessen Ü-30-Muskeln und -Knochen immer anfälliger wirkten, nach Dallas. Er bekam Doncic sowie den Deutschen Maxi Kleber. Der Center ist mit der Spielweise von Doncic vertraut, zuverlässig, uneitel und sich seiner wenig glamourösen Jobbeschreibung bewusst: Defensive, Rebounds, Versenken der wenigen Chancen.

Kleber, 33, absolvierte in der vergangenen Saison nur eine Partie für die Lakers, zu Beginn der neuen Spielzeit fehlt er mindestens zwei Wochen lang wegen einer Bauchmuskelzerrung. Damit haben sie ein weiteres Fitnessexperiment: Stammcenter Deandre Ayton gilt ebenfalls als Basketballer mit Glasknochen, Jaxson Hayes spielt derzeit trotz Handgelenkverletzung.

Die große Erkenntnis dieses ersten Abends: Es ist ein spannendes Experiment in LA, auch mit den beiden 27-jährigen Austin Reaves und Rui Hachimura. Es braucht aber mehr als einen topfitten und grandiosen Doncic (43 Punkte, zwölf Rebounds, neun Zuspiele), um selbst die Warriors-Altmeister zu besiegen. Die Lakers können sich nicht darauf verlassen, dass das im Frühling schon werden wird. Sie müssen vorher beweisen, dass es sich lohnt, dieses Experiment zu verfolgen. Den Bewohnern von LA fehlt nämlich anders als den meisten Sportfans die Fähigkeit zu leiden. Sie ärgern sich nicht, sie motzen auch nicht – sie bleiben einfach weg.

Symbolisch dafür stand das schelmische Goodbye-Winken von Steph Curry Mitte des Schlussviertels nach dem Dreier eines Mitspielers. Niemand buhte, niemand regte sich auf. Es war kaum noch wer da. Völlig normal in LA, wenn die Lakers nicht gewinnen und nicht unterhalten.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir Shai Gilgeous-Alexander fälschlicherweise Gilchrist-Alexander genannt. Daneben haben wir geschrieben, LeBron James hätte fünf Meisterschaften gewonnen, es waren jedoch vier NBA-Titel.

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