Oklahoma gleicht in der Finalserie aus„Das war schon sehr wichtig“

Lesezeit: 3 Min.

Isaiah Hartenstein dunkt. Oklahoma kann sich nun in den beiden kommenden Heimspielen den NBA-Titel sichern. Falls sie beide gewinnen.
Isaiah Hartenstein dunkt. Oklahoma kann sich nun in den beiden kommenden Heimspielen den NBA-Titel sichern. Falls sie beide gewinnen. Getty Images via AFP
  • Oklahoma City Thunder gleicht in der NBA-Finalserie gegen die Indiana Pacers zum 2:2 aus, nachdem sie ein Spiel mit sieben Punkten Rückstand im Schlussviertel noch drehen.
  • Shai Gilgeous-Alexander erzielt in den letzten fünf Spielminuten 15 Punkte ohne Fehlwurf und führt Oklahoma zum Sieg.
  • Die Serie geht nun bei Gleichstand in die entscheidende Phase, wobei Oklahoma City nun zwei Heimspiele hat.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

2:2 steht es in der NBA-Finalserie – weil Oklahoma City Thunder am Freitag bei den Indiana Pacers dank Shai Gilgeous-Alexander, aber auch mithilfe des deutschen Centers Isaiah Hartenstein ein grandioses Comeback schafft.

Von Jürgen Schmieder, Indianapolis

2:2 steht es nun in der Finalserie der Basketballliga NBA zwischen den Indiana Pacers und Oklahoma City Thunder. Wer jedoch am Freitagabend gegen Mitternacht von der Pacers-Arena aus durchs Stadtzentrum von Indianapolis lief, dürfte geglaubt haben, dass Indiana sicher zurückliegt in dieser Best-of-Seven-Serie und sie verlieren wird – ach was, in der Stunde davor bereits verloren hat. Die Leute liefen durch die Straßen wie Verliebte, die am Ende der tollsten Verabredung ihres Lebens keinen Kuss, sondern eine krachende Ohrfeige bekommen haben – und jetzt auch nicht so recht wissen, wie das passieren konnte. Von der zweiten Spielminute an hatten die Gastgeber geführt, ja dominiert. Sie hatten die ansonsten stabile Thunder-Verteidigung ein ums andere Mal übertölpelt und für eine Mega-Party gesorgt, in der Halle und den vielen rappelvollen Kneipen drum herum – und dann hieß es am Ende: 104:111.

Das führt zu dieser interessanten Situation, wegen der Playoff-Serien zum Leckerbissen für Aficionados der Sportpsychologie werden. „Wir wussten, worum es geht, als wir heute Morgen aufgewacht sind“, sagte Thunder-Topspieler Shai Gilgeous-Alexander, kürzlich als wertvollster Spieler der regulären Saison (MVP) ausgezeichnet, nach der Partie: „Wir haben mit dem Mut der Verzweiflung gespielt, weil wir nicht mit einem 1:3-Rückstand nach Hause fahren wollten.“ Must Win nennen die Amerikaner solch ein Spiel, das man unbedingt gewinnen sollte, weil der Gegner sonst danach drei Matchbälle zum Titel gehabt hätte; einen davon ganz sicher in eigener Halle beim sechsten Spiel.

NHL-Finalserie
:Bei Leon Draisaitl gehen die Superlative aus

Erneut trifft der deutsche Eishockeyprofi in der Overtime – diesmal zum 5:4-Sieg gegen Florida im vierten Spiel der Finalserie. Damit sorgt er für einen NHL-Rekord.

Von Jürgen Schmieder

Warum Oklahoma City gewann? Nun, weil das Spiel im Schlussviertel plötzlich zum Must Win für Indiana wurde – und die Pacers-Profis das spürten. Mit sieben Punkten führten sie zu Beginn des Schlussviertels, doch dann: ein verpasster Rebound in der Defensive, den sich der deutsche Thunder-Center Isaiah Hartenstein pflückte und in den Korb legte; ein unnötiges Foul und eine Unachtsamkeit in der Defensive – in den Gesichtern der Pacers-Spieler sah man plötzlich: Ach herrje, wenn wir das hier jetzt verbaseln, braucht Oklahoma City nur seine beiden noch verbleibenden Heimspiele zu gewinnen für den Titel – wir müssen das irgendwie über die Zeit bringen! Diese Einstellung freilich ist, da muss man kein Sportpsychologe sein, fatal fürs Selbstbewusstsein.

Je fahriger Indiana wurde, desto gelassener wurde der Gegner; und ein gelassenes Händchen führt bei Menschen wie Gilgeous-Alexander dazu, dass sie quasi nicht mehr daneben werfen können: 16 Punkte erzielte Oklahoma City in den letzten fünf Spielminuten, 15 davon Gilgeous-Alexander – und zwar ohne einen einzigen Fehlwurf. „Es beginnt und endet bei uns nun mal in der Defensive“, sagte er danach: „Wenn du ein paar Bälle stibitzt und für ein paar Fehlwürfe sorgst, bist du vorn nicht dauernd unter Druck, zu punkten.“

2:2 also statt 1:3. Die Emotion in der Thunder-Kabine war danach eher Erleichterung als Freude. Hartenstein saß vor seinem Spind, seine Knöchel in Eiswasser getaucht: „Das war schon sehr wichtig; jetzt geht die Serie quasi von vorn los; wer zwei gewinnt, ist Meister.“ Was sie bemerkt haben: Sie mögen favorisiert sein in dieser Serie; wenn sie aber nicht höllisch aufpassen, dann werden sie sie verlieren. Indiana kann ihnen wehtun, sie nervös machen und Partien in Oklahoma City gewinnen; wie die erste, die ähnlich verlief wie die Partie am Freitag, nur umgekehrt: Da hatte Oklahoma die komplette Spieldauer über geführt – und am Ende verloren.

Das ist, bei aller Trauer über die bittere Niederlage am Freitag, die Botschaft, die aus der Pacers-Kabine gesendet wurde: In drei von vier Spielen hatten wir eine Chance auf den Sieg. Ja, wir müssen nun mindestens noch ein Spiel auswärts gewinnen – aber warum denn nicht? Gilgeous-Alexander sagte auch deshalb: „Wir müssen jetzt unbedingt weiter mit dieser Verzweiflung im Kopf spielen.“ Also: Die fünfte Partie am Montag in eigener Halle als Must Win betrachten; bei einer Thunder-Niederlage nämlich hätte Indiana am Donnerstag in eigener Halle den ersten Titel-Matchball. Wie gesagt: sportpsychologische Leckerbissen, diese Serien.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

NBA-Profi Isaiah Hartenstein
:Er hat eine Vision

Isaiah Hartenstein ist der Dreh- und Angelpunkt bei Oklahoma City Thunder. Über einen, der nach Dirk Nowitzki der zweite deutsche NBA-Champion werden kann – und der von einem cleveren Plan profitiert.

SZ PlusVon Jürgen Schmieder

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: