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NBA-Finale: Dallas gleicht gegen Miami aus:"Nowitzki kann uns sehr weh tun"

Die Mavericks führten ihre Strategie der rasanten Spielgestaltung auch im zweiten Viertel fort und erspielten sich schnell eine Sieben-Punkte-Führung. Miami hat gegenüber Dallas jedoch in dieser Serie den Vorteil, dass der Verein nicht nur über einen Spieler (Nowitzki) verfügt, der in den Vereinigten Staaten mit dem unbescheidenen Begriff "Superstar" umschrieben wird, sondern über drei - und dass LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh jeweils dann einspringen können, wenn die anderen gerade nicht treffen.

Miami Heat's James watches a shot next to Dallas Mavericks Nowitzki during the second half in  Game 2 of the NBA Finals basketball series in Miami

Schreckliche dreieinhalb Viertel: Dirk Nowitzki (rechts) begann mit Problemen, aber am Ende rettete er Dallas.

(Foto: REUTERS)

Bosh erwischte eine schreckliche erste Halbzeit, James blieb mit zwölf Punkten im Durchschnitt - dafür erzielte Wade 21 Zähler, weshalb es zur Pause 51:51 stand. "Es ist ein komplett anderes Spiel als vor zwei Tagen", sagte Wade in der Halbzeit. "Wir müssen weiter variabel spielen, dann bekommen wir unsere Chance."

Die Chance kam sogleich zu Beginn des dritten Viertels, als sich Dallas einige unnötige Ballverluste leistete und sich Miami mit spektakulären Gegenzügen und krachenden Dunkings eine Neun-Punkte-Führung erspielte. Vor allem Wade (insgesamt 36 Punkte) tat sich bei diesem Lauf der Heat hervor. Weil Dirk Nowitzki eine für ihn grotesk schlechte Wurfquote aus dem Spiel heraus hatte, war die Frage nun: Wer von den Mavericks würde für ihn einspringen?

Die Antwort: zunächst die Kollegen Chandler und Marion - und am Ende des Viertels Nowitzki selbst, der die Führung der Heat vor dem Schlussviertel auf vier Punkte verkürzte. "Wir können nicht zufrieden sein", sagte Miami-Trainer Erik Spoelstra während der Pause. "Nowitzki ist der beste Schütze der Liga, er kann uns am Ende noch sehr weh tun."

Nur: Nowitzki tat den Heat zunächst nicht weh, vielmehr erzielte Miami 13 Zähler in Folge und führte bereits mit 15 Punkten - es stand 88:73 die Partie schien entschieden zu sein. Ein Drei-Punkte-Wurf von Kidd war schließlich der Weckruf für die Mavericks, der zu diesem unglaublichen Comeback führte, das Nowitzki mit seinem Korbleger wenige Sekunden vor dem Ende vollendete und die Ankündigung von Spoelstra doch noch wahr machte. "Es fühlt sich gut an", sagte Nowitzki nach dem Spiel.

Er nestelte nicht mehr an seinem verletzten Finger herum, er diskutierte nicht mehr mit den Schiedsrichtern und stauchte keine Kollegen zusammen. Er hatte schreckliche dreieinhalb Viertel erlebt - und die Partie dennoch entschieden. Als er vom Parkett in die Umkleidekabine ging, schüttelte er ungläubig den Kopf. Und lächelte.

© sueddeutsche.de/mikö

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