NBA:Dennis Schröder in großer Form

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Boston Celtics - Oklahoma City Thunder

Dennis Schröder (li.) von den Boston Celtics zeigt derzeit fast in jeder Partie sein enormes Können.

(Foto: dpa)

Der Basketballer glänzt bei den Boston Celtics, eine deutsche Skifahrerin in Finnland. Von der verschwundenen Tennisspielerin Peng Shuai ist ein neues Video aufgetaucht.

Meldungen im Überblick

Basketball, NBA: Die Boston Celtics um Dennis Schröder kommen immer besser in Fahrt. Das Team aus Massachusetts fuhr durch einen 111:105 (58:45)-Erfolg gegen die Oklahoma City Thunder seinen fünften Sieg in den vergangenen sieben Partien ein. Zudem haben die Celtics ihre letzten vier Heimspiele gewonnen. Schröder glänzte mit 29 Punkten, sechs Assists und vier Rebounds. Damit war der Point Guard der zweitbeste Werfer seines Teams hinter Jayson Tatum (33 Punkte). Im dritten Viertel zogen die Celtics auf 20 Punkte davon, Schröder trumpfte in jenem Durchgang mit zwölf Zählern auf. Für Schröder war es die dritte Partie hintereinander gegen einen seiner ehemaligen NBA-Clubs. Zuvor hatte der deutsche Nationalspieler mit den Celtics auch gegen die Atlanta Hawks (99:110-Niederlage) und Los Angeles Lakers (130:108-Sieg) gespielt.

Franz und Moritz Wagner mussten sich am Samstagabend (Ortszeit) mit den Orlando Magic dem Titelverteidiger geschlagen geben: Bei den Milwaukee Bucks zog das Team aus Florida mit 108:117 (50:62) den Kürzeren. Vor dem Schlussabschnitt lagen die Magic bereits mit 25 Zählern zurück. Franz Wagner blieb mit drei Punkten blass - seine schwächste Ausbeute der Saison. Moritz Wagner kam auf acht Zähler, drei Rebounds und zwei Assists. Während Orlando in der Eastern Conference die schwächte Bilanz aufweist (4:13 Siege), trifft dies im Westen auf die Houston Rockets um Nationalspieler Daniel Theis zu. Die Texaner mussten sich auswärts den New York Knicks mit 99:106 (47:47) geschlagen geben und kassierten ihre 15. Niederlage im 16. Saisonspiel. Theis kam nicht über zwei Zähler und fünf Rebounds hinaus.

Ski alpin, Frauen: Lena Dürr hat mit dem besten Wochenende ihrer langen Ski-Karriere für einen echten Paukenschlag im Olympia-Winter gesorgt. Die 30-Jährige aus Germering raste beim Weltcup im finnischen Levi gleich zweimal auf Slalom-Platz drei. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag musste sich Dürr nur den Dauer-Dominatorinnen Petra Vlhova (Slowakei) und Mikaela Shiffrin (USA) geschlagen geben. Beim ersten Rennen in Lappland lag sie 0,84 Sekunden hinter Gesamtweltcup-Siegerin Vlhova zurück, beim zweiten 0,78. Für Vlhova waren es die Siege Nummer 21 und 22 im Weltcup. Dürr dagegen raste erstmals in einem Spezialslalom aufs Podium - und das gleich doppelt. "Unglaublich, es ist Wahnsinn", sagte sie in der ARD, "es lässt sich aushalten auf dem Podium." Am Samstag hatte sie wie befreit gejubelt: "Endlich! Das war eine ewige Reise, aber lieber spät als nie. Wir heulen gerade alle zusammen." Alpinchef Wolfgang Maier sprach von einer "sensationellen Leistung" des langjährigen Sorgenkindes. Es war der erste Stockerlplatz für die deutschen Slalom-Frauen seit dem dritten Rang von Maria Höfl-Riesch vor knapp acht Jahren in Lienz. Und auch die anderen DSV-Starterinnen überzeugten: Die junge Emma Aicher holte die Ränge 14 und 23, Andrea Filser wurde am Sonntag 18., Jessica Hilzinger belegte die Ränge 25 und 22. Nur Marlene Schmotz verpasste die Punkteränge in beiden Rennen.

Tennis, ATP-Finals: Olympiasieger Alexander Zverev ist mit einem Erfolg gegen den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic ins Endspiel des Tennis-Saisonfinals eingezogen. Der 24-jährige Hamburger setzte sich am Samstagabend im Halbfinale von Turin 7:6 (7:4), 4:6, 6:3 durch und schaffte damit wie bei den Olympischen Spielen in Tokio eine Überraschung. Bei den Sommerspielen hatte der Weltranglisten-Dritte den Topgesetzten ebenfalls in der Runde der besten Vier besiegt und anschießend die Goldmedaille geholt. Im Finale der ATP Finals trifft Zverev am Sonntag (17.00 Uhr/Sky) auf den russischen Titelverteidiger Daniil Medwedew, gegen den er in der Vorrunde knapp verlor. 2018 hatte die deutsche Nummer eins beim Jahresendturnier triumphiert.

Peng Shuai, Video: Chinas Staatsmedien haben ein weiteres Video in Umlauf gebracht, in dem angeblich die als verschwunden geltende Tennisspielerin Peng Shuai zu sehen ist. Auf Twitter veröffentlichte Hu Xijin, Chefredakteur der Staatszeitung "Global Times", einen kurzen Clip, der Peng Shuai bei der Eröffnung eines Jugend-Tennisturniers am Sonntag in Peking zeigen soll. Zu sehen ist, wie sie zusammen mit anderen Gästen namentlich aufgerufen und vom Publikum mit Applaus begrüßt wird. Sie winkt und lächelt kurz, ergreift aber nicht selbst das Wort. Peng Shuai hatte Anfang November im sozialen Netzwerk Weibo einen chinesischen Spitzenpolitiker des sexuellen Übergriffs beschuldigt. Seither wurde die Chinesin nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Bereits am Freitagabend hatte das chinesische Staatsfernsehen auf Twitter angeblich aktuelle Fotos des Tennisstars verbreitet.

Am Samstag wurde dann - ebenfalls per Twitter - eine Videoaufnahme verbreitet, die Peng Shuai beim Abendessen mit Freunden in einem Pekinger Restaurant zeigen soll. "Dieses Video alleine ist nicht ausreichend", hatte Steve Simon, Chef der internationale Damentennis-Organisation WTA, den Restaurant-Clip kommentiert. "Während es positiv ist, sie zu sehen, bleibt es unklar, ob sie frei ist und ihre eigenen Entscheidungen treffen kann." Es werde damit nicht klar, ob sie ohne Zwang handeln könne. Er sorge sich weiterhin um ihre Gesundheit und Sicherheit und darüber, dass ihr Vorwurf eines sexuellen Übergriffs offensichtlich zensiert werde, sagte Simon. Wegen der Affäre droht die WTA mit dem kompletten Rückzug der Tennis-Tour aus China. Weltweit wurde in den vergangenen Tagen Aufklärung im Fall der früheren Nummer eins der Doppel-Weltrangliste gefordert. Selbst das Weiße Haus unter US-Präsident Joe Biden äußerte sich "zutiefst besorgt".

Werder Bremen, Trainer: Gegen Werder Bremens Trainer Markus Anfang ist nach Vereinsangaben ein Ermittlungsverfahren wegen der angeblichen Nutzung eines gefälschten Impfzertifikats eingeleitet worden. Darüber sei die Geschäftsführung des Fußball-Zweitligisten am Donnerstagabend informiert worden, hieß es in einer Stellungnahme. "In einem persönlichen Gespräch mit der Geschäftsführung hat Markus Anfang die Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen und nachdrücklich versichert, vollständig geimpft zu sein und ein gefälschtes Impfzertifikat nicht genutzt zu haben", hieß es in der Werder-Mitteilung.

"Ich habe genau wie jeder andere doppelt geimpfte Bürger meine beiden Impfungen in einem offiziellen Impfzentrum erhalten und dafür die entsprechenden Aufkleber im gelben Impfpass bekommen. Den habe ich anschließend in der Apotheke digitalisieren lassen und ging selbstverständlich davon aus, dass damit alles seine Ordnung hat. Ich hoffe sehr, dass sich das Thema schnell aufklärt", wurde Anfang in der Mitteilung zitiert.

Tennis, WTA: WTA-Chef Steve Simon hat mit dem kompletten Rückzug der Frauen-Tennistour aus China gedroht, falls die Führung in Peking im Fall der verschwundenen Spielerin Peng Shuai nicht Licht ins Dunkel bringt. "Wir sind definitiv dazu bereit, unsere Aktivitäten zu beenden, mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt", versicherte Simon am Donnerstag (Ortszeit) in einem CNN-Interview. Die Vorwürfe in Bezug auf Peng seien "größer als das Geschäft", sagte der Chef der Spielerinnen-Organisation WTA. "Frauen müssen respektiert und dürfen nicht zensiert werden", forderte Simon.

China gilt mittlerweile als wichtiger Standort vor allem für das Damen-Tennis. 2018 wurde das Saisonabschluss-Turnier der besten acht Spielerinnen des Jahres von 2019 bis 2028 an die chinesische Stadt Shenzhen vergeben und das Preisgeld von 7 Millionen US-Dollar auf 14 Millionen verdoppelt. Wegen der Coronavirus-Pandemie konnte in den vergangenen beiden Jahren allerdings nicht in China gespielt werden. Peng Shuai hatte Anfang November im sozialen Netzwerk Weibo Vorwürfe wegen eines sexuellen Übergriffs durch einen chinesischen Spitzenpolitiker veröffentlicht. Seither ist die 35-Jährige nicht mehr öffentlich gesehen worden und gilt als verschwunden.

Handball, Champions League: Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel hat in der Champions League das Topspiel gegen den letztjährigen Finalisten Aalborg Handbold gewonnen. Das Team von THW-Coach Filip Jicha bezwang den dreifachen dänischen Meister nach großem Kampf mit 31:28 (17:14). Kiel führte in der zweiten Halbzeit schon deutlich mit 28:22, ehe die Dänen noch einmal bis auf ein Tor herankamen. Am Ende hatte der Bundesligist aber die besseren Nerven. Beste THW-Werfer waren Hendrik Pekeler und Niclas Ekberg mit jeweils sieben Toren.

Kiel bleibt nach Abschluss der Hinrunde somit Zweiter der Gruppe A und vergrößerte zudem den Vorsprung auf Verfolger Aalborg. Die beiden besten Mannschaften jeder Achtergruppe qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale. Die Teams auf den Plätzen drei bis sechs müssen in die Play-offs. Schon in der kommenden Woche kommt es in Dänemark zum Rückspiel.

Frauenfußball, Champions League: Dem zweimaligen Titelträger VfL Wolfsburg droht in der Fußball-Champions-League das Vorrunden-Aus. Die deutschen Pokalsiegerinnen verloren am Donnerstagabend ihr Heimspiel gegen Juventus Turin mit 0:2 (0:0) und wurden dadurch von den Italienerinnen vom wichtigen zweiten Tabellenplatz der Gruppe A verdrängt. Ein Eigentor von Kathrin Hendrich in der 53. Minute und ein Kontertor von Andrea Staskova in der Nachspielzeit (90.+3) entschieden die Partie vor 1725 Zuschauern.

Die Wolfsburgerinnen waren zwar überlegen, aber in der Offensive viel zu ungefährlich. Nur vier Tage nach ihrem Sieg im Bundesliga-Spitzenspiel beim FC Bayern München besaßen sie in 90 Minuten keine einzige klare Torchance. Nur die beiden ersten Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für das Viertelfinale. Der VfL geht nun mit einem Rückstand von zwei Punkten auf Juventus in die beiden letzten Vorrundenspiele beim Außenseiter Servette FC in der Schweiz (8. Dezember) und gegen Tabellenführer FC Chelsea (16. Dezember).

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MeinungDer Fall Peng Shuai
:Armseliges Taktieren der Ringe-Makler

Wenn es Geld und Glanz zu ernten gibt, ist das Internationale Olympische Komitee sofort zur Stelle. Und wenn eine dreimalige Olympia-Teilnehmerin in China von der Bildfläche verschwindet? Überlässt man lieber anderen die Arbeit.

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