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NBA-Champion Toronto Raptors:Hinter Kawhi Leonard konnten die Kollegen wachsen

Hinter so einem müssen sich die Kollegen nicht kleiner machen, sie dürfen wachsen. Der 25 Jahre alte Pascal Siakam etwa, der in den Playoffs über sich hinausgewachsen ist und über seinen Anführer sagt: "Was ich am meisten von ihm gelernt habe: in jeder Situation ruhig, cool und gelassen zu bleiben." Oder Kyle Lowry, der nach dem Weggang seines Kumpels DeRozan wochenlang kein Wort mit Manager Ujiri gesprochen hatte, dann aber den Sinn des Tausches erkannte - weil DeRozan eher einer für die 82 Saisonspiele ist und weniger für die Playoffs.

Oder die spanischen Veteranen Serge Ibaka und Pau-Bruder Marc Gasol, die nun den ersten großen Titel ihrer Karriere feiern durften. Oder Fred VanVleet, 25, den nach seiner Zeit am College erst einmal kein Profiteam haben wollte, und der nun im sechsten Spiel der Finalserie einen Karriere-Höchstwert von 22 Punkten schaffte und deshalb eine von elf Stimmen bei der Wahl zum wertvollsten Spieler erhielt. Der sagte zum Beispiel auf die Frage nach dem Grund für den Sieg im vierten Spiel gegen die Warriors: "Kawhi ist rausgegangen und hat zwei Scheiß-drauf-Würfe versenkt. Das hat denen gezeigt, dass wir noch da sind."

Was dieser Leonard für ein Typ ist, das war nach dem Ende der Ehrungen zu beobachten. Er hatte ja schon 2014 mit den Spurs die Meisterschaft gewonnen, auch damals war er zum wertvollsten Akteur der Finalserie gewählt worden. Was er denn seinen Kollegen von dieser Erfahrung damals habe vermitteln können, wurde er gefragt. Die Antwort: "Ach, ich habe ihnen gesagt, dass man nun jeden Tag mit den Medien reden muss und dass beim Aufwärmen ein paar Journalisten auf dem Parkett rumlaufen können. Ansonsten: 'Habt Spaß und genießt die Erfahrung!'" Mal ehrlich: Wer will so einen Häuptling nicht im Kader haben?

Genau das könnte nun das Problem der Raptors werden: Leonard kann nun wechseln, wohin immer er möchte, und der gebürtige Kalifornier hat immer wieder mal gesagt, dass er gerne in Los Angeles spielen würde. Sie machen sich darüber nicht allzu viele Sorgen in Toronto. Zum einen hat Leonard ihnen den ersten NBA-Titel für einen kanadischen Verein beschert, zum anderen: Warum sollte der Häuptling wegwollen von Medizinmann Alex McKechnie? Es heißt aus der Umkleidekabine der Raptors, dass Leonard darauf geachtet habe, gleichzeitig mit dem "Director of Sports Science" mit Champagner übergossen zu werden.

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