bedeckt München 23°

Frauen in der NBA:Ein einzigartiger Trend im Männer-Teamsport

Kara Lawson

Bostons Co-Trainerin Kara Lawson bei der Arbeit.

(Foto: Charles Krupa/AP)

Die Boston Celtics verpflichten Kara Lawson als Co-Trainerin - sie ist bereits die neunte in der NBA. Die Liga soll immer weiblicher werden.

Die Boston Celtics sind eines der traditionsreichsten Teams in der amerikanischen Basketball-Profiliga NBA, sie haben in ihrer 73 Jahre dauernden Geschichte bereits 17 Mal die Meisterschaft gewonnen und sind damit Rekordsieger. Nun haben sie noch mal für ein Novum in ihrer Klubgeschichte gesorgt: Das Team des deutschen Nationalspielers Daniel Theis verpflichtete erstmals eine Frau als Co-Trainer - Kara Lawson, 38.

Nach Lindsay Gottlieb, 41, die kürzlich als Mitglied des neuen Trainerstabs der Cleveland Cavaliers vorgestellt wurde, ist die ehemalige Profispielerin Lawson schon die zweite Frau, die in diesem Sommer in der Männerliga NBA auf die Trainerbank rückt. Die beiden bestätigen einen Trend, der so im Teamsport der Männer einzigartig ist und vor fünf Jahren in Person von Becky Hammon, 42, seinen Anfang nahm.

Fußball-WM der Frauen Rapinoe lässt Infantino abblitzen
Fußball-WM der Frauen

Rapinoe lässt Infantino abblitzen

Nach dem WM-Gewinn demonstrieren die Fußballerinnen der USA, dass es ihnen um mehr geht als um Sport. Kapitänin Rapinoe zeigt dem Fifa-Präsidenten ihre Unlust deutlich.   Von Anna Dreher

Hammon, einst eine der besten Basketballerinnen der Welt, war 2014 die erste Frau, die in der NBA als Co-Trainerin engagiert wurde. Im darauffolgenden Sommer durfte sie die San Antonio Spurs sogar als Chefcoach in der Summer League betreuen, dem sommerlichen Spielbetrieb der NBA für Talente und Bewerber. Der eigentliche Cheftrainer, Gregg Popovich, ließ Hammon den Vortritt, und diese bedankte sich, indem sie mit ihrem Team das Turnier souverän gewann.

Der 70 Jahre alte Popovich ist einer der erfolgreichsten Basketball-Trainer, in den diesjährigen Playoffs avancierte er zum Chefcoach mit den meisten Siegen in der NBA-Geschichte. "Becky ist eine besondere Frau. Sie weiß, was sie tut. Sie ist selbstbewusst", lobte er die Novizin nach deren Turniererfolg und fügte hinzu: "Der ganze Er-Sie-Vergleich passt überhaupt nicht. In erster Linie ist sie Trainerin, ihr Geschlecht spielt dabei gar keine Rolle."

Das sieht auch NBA-Geschäftsführer Adam Silver so: Seit seinem Amtsantritt 2015 sorgt er dafür, dass die Liga weiblicher wird. In Kara Lawson steigt bereits die insgesamt neunte Trainerin in den Männerbetrieb ein; einige der Frauen sitzen während der Spiele auf der Bank, andere arbeiten eher hinter den Kulissen mit den Spielern. Dazu sind inzwischen 18 Frauen in den Managements der insgesamt 30 Mannschaften aktiv. "Ich bin nicht sicher, wie die Liga so lange männerdominiert bleiben konnte", sagte Silver im April: "Unser Ziel ist, in Zukunft 50 Prozent weibliche Schiedsrichter und Trainer in der Liga zu haben. Es gibt keinen Grund, warum Frauen nicht in der Lage sein sollten, im Männer-Basketball zu coachen."