Nations League DFB-Team verspielt 2:0-Führung

Quincy Promes feiert seinen Treffer zum 1:2.

(Foto: Martin Meissner/AP)
  • Das DFB-Team spielt im letzten Spiel der Nations League 2:2 (2:0) gegen die Niederlande.
  • Timo Werner und Leroy Sané treffen fürs DFB-Team, Quincy Promes und Virgil van Dijk für die Gäste.
  • Die Niederlande überholen damit in der Gruppe Frankreich.

Der deutschen Fußball-Nationalmannschaft steht nach einem verkorksten Jahr möglicherweise auch noch eine schwere EM-Qualifikation bevor. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw musste sich trotz einer über weite Strecken hervorragenden Leistung zum Jahresabschluss mit einem 2:2 (2:0) gegen die Niederlande begnügen, die sich mit einem starken Schlussspurt noch das letzte Halbfinal-Ticket für das Final-Four der Nations League im kommenden Juni in Portugal sicherten.

Die DFB-Auswahl muss nun auf dem Weg zur EM 2020 schwere Gegner fürchten. Die Auslosung der Qualifikations-Gruppen findet am 2. Dezember in Dublin statt. Sollte Polen aber am Dienstag in Portugal verlieren, würde die DFB-Auswahl doch noch in Topf eins rutschen und den Top-Teams aus dem Weg gehen.

Nach Treffern von Timo Werner (9.) und Leroy Sané (19.) sah alles nach einem versöhnlichen Jahresabschluss für den entthronten Weltmeister aus. Aber Quincy Promes (85.) und Virgil van Dijk (90.+1) sorgten doch noch für den niederländischen Jubel.

Bis kurz vor Schluss präsentierte sich Löws runderneuerte Mannschaft stark gegen die Niederlande, die am vergangenen Freitag noch mit 2:0 gegen Weltmeister Frankreich mit 2:0 gewonnen hatte. Sowohl spielerisch als auch kämpferisch überzeugten die Gastgeber weitgehend. Und das zunächst ohne Marco Reus, der erst in der 63. Minute eingewechselt wurde. Auch Thomas Müller reihte sich zunächst wieder unter die Ersatzspieler ein, ehe er in der 67. Minute zu seinem 100. Einsatz im DFB-Trikot kam.

Im Gegensatz zum Russland-Spiel hatte Löw drei Änderungen vorgenommen. Die beiden 2014er-Weltmeister Mats Hummels und Toni Kroos sowie Nico Schulz rückten für Matthias Ginter, Kai Havertz und Jonas Hector ins Team. Im Angriff vertraute Löw wieder Sané, Werner und Serge Gnabry.

Vor 40 000 Zuschauern in Gelsenkirchen setzte Gnabry bereits nach wenigen Sekunden in Thilo Kehrer einen weiteren Perspektivspieler glänzend in Szene, der an seiner alten Wirkungsstätte den ersten gefährlichen Schuss abgab. Acht Minuten später spielte der starke Gnabry dann Werner den Ball perfekt in den Lauf, und der Leipziger Torjäger zog aus der Distanz ab. Torwart Jasper Cillessen konnte den neunten Länderspieltreffer von Werner nicht verhindern.

Die Gäste, die das Hinspiel 3:0 gewonnen hatten, zeigten sich von dem Rückstand sichtlich beeindruckt und brachten in der Offensive wenig zustande. Besser machte es die deutsche Elf. Nach einem herrlichen Pass von Kroos, der am Donnerstag noch geschont worden war, zeigte Sané bei seinem zweiten Länderspieltor seine Klasse.

Die Gäste kamen kaum zur Entfaltung. Fünf Minuten vor der Pause verpasste Gnabry nach toller Vorarbeit von Schulz den dritten Treffer fürs DFB-Team. Der gebürtige Gelsenkirchener Manuel Neuer musste in Hälfte eins nur einmal zittern, als sein Münchner Vereinskollege Süle den Ball in der 34. Minute bei einer Abwehraktion auf die eigene Latte köpfte.

Auch nach der Pause stand die DFB-Auswahl hinten zumeist sicher und ließ im Spiel nach vorne den Ball geschickt durch die eigenen Reihen laufen. Kroos machte fungierte als Taktgeber, Werner, der auch in der Rückwärtsbewegung starke Sané und Gnabry stellten zudem die Elftal immer wieder vor Probleme. Werner hätte kurz vor seiner Auswechslungen in der 63. Minute vorzeitig für Ruhe sorgen können. Kurz vor Schluss traf dann allerdings noch Promes mit einem schönen Schuss, Neuer war ohne Chance. In der Nachspielzeit hatte van Dijk aus kurzer Distanz dann keine Probleme

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