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Nationaltrainer Marcel Koller:"Österreich ist der Weltspitze näher gerückt"

Sweden vs Austria

Läuft bei ihm: Marcel Koller

(Foto: dpa)

Der österreichische Nationaltrainer Marcel Koller über den unfassbaren Aufschwung seiner Elf, welchen Anteil die Bundesliga daran hat - und warum David Alaba beim FC Bayern auf einer anderen Position spielen sollte.

Vor eineinhalb Jahren, die Fußball-WM in Brasilien war gerade verstrichen, hatte der Trainer Marcel Koller die Wahl: Sollte er in die Schweiz zurückkehren, als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld die Nationalelf seines Heimatlandes übernehmen, eine wohl einmalige Chance? Oder doch in Österreich bleiben, weiterhin die Auswahl des Nachbarn beaufsichtigen? Koller entschied sich für Österreich. "Es war am Ende ein Bauchentscheid, weil ich gespürt habe: Da fehlt noch was. Es geht noch besser", sagt der 55-Jährige der Süddeutschen Zeitung (Wochenendausgabe) und fügt an: "Heute kann ich sagen: Es ist perfekt ausgegangen."

Das kann man durchaus so sehen. Koller hat mit Österreich die Qualifikationsgruppe zur EM 2016 locker vor Russland und Schweden gewonnen, mit 28 Punkten aus zehn Spielen. Er hat die Mannschaft auf Rang zehn der Weltrangliste geführt, und auch wenn diese Liste die Machtverhältnisse im Weltfußball nur bedingt abbildet, findet Koller: "Die Art, wie wir uns durch die Qualifikation gespielt haben, sagt uns, dass wir der Weltspitze ein gutes Stück näher gerückt sind."

Auch Bundesliga für Aufstieg verantwortlich

Großen Anteil an diesem Aufschwung hat laut Koller die deutsche Bundesliga. "Dort haben meine Spieler eine Mentalität und Wettbewerbshärte kennengelernt, die sie ins Nationalteam mitbringen." Ehemalige Bundesliga-Angestellte wie Sebastian Prödl (FC Watford), Christian Fuchs (Leicester City) und Marko Arnautovic (Stoke City) zum Beispiel, auch aktuelle Profis wie der Stuttgarter Florian Klein oder Julian Baumgartlinger von Mainz 05, und natürlich David Alaba vom FC Bayern, zweimaliger Sportler des Jahres in Österreich.

"Er ist derjenige, der das Niveau vorgibt", bestätigt Koller. Auch wenn ihm Alabas Rolle beim deutschen Rekordmeister nicht unbedingt gefällt. "Bei Bayern ist die Konkurrenz größer als bei uns. Trotzdem fände ich es gut, wenn er auch dort im Mittelfeld spielen würde", sagt Koller, denn: "David ist am besten, wenn er nicht zu weit vom Tor entfernt ist. Dann kann er seinen Schuss und seine Pässe noch besser zur Geltung bringen."

Koller spricht im Interview auch über den Bauplan, mit dem er Österreich in die erweiterte Spitze führte ("Wir sollten uns nach oben keine Grenzen setzen"), über seine EM-Favoriten und welches Nationalteam eigentlich derzeit besser ist: Österreich oder doch die Schweiz?

Das vollständige Interview mit SZ Plus lesen.

Süddeutsche Zeitung Sport "Wir setzen uns keine Grenzen"

Marcel Koller vor der EM-Auslosung

"Wir setzen uns keine Grenzen"

Österreichs Trainer Marcel Koller erklärt den Aufschwung seiner Elf, das starke EM-Teilnehmerfeld - und was er der Bundesliga verdankt.   interview Von Moritz Kielbassa und Christof Kneer