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Nationalteam der Frauen:Vielversprechende Ansätze

Niederlande - Deutschland

Einzige deutsche Torschützin: Laura Freigang (rechts neben Jackie Groenen) erzielte das zwischenzeitliche 1:1 gegen die Niederlande.

(Foto: Maurice Van Steen/dpa)

Gegen eine starke Auswahl der Niederländerinnen muss sich das deutsche Team 1:2 geschlagen geben, weiß aber dennoch zu überzeugen.

Von Anna Dreher, Venlo/München

Die Aufmerksamkeit der Niederländerinnen war gerade ganz wo anders. Und so konnte Laura Freigang unbewacht in den Strafraum rennen, um zum richtigen Zeitpunkt dort zu sein, wo Svenja Huth den Ball hin spielte. Freigang grätschte ihn ins Tornetz und brüllte kurz danach all ihre Erleichterung in die Nacht von Venlo. Nach so viel Hektik, nach so vielen Ballverlusten hatte es in der 44. Minute endlich mit einem Treffer des deutschen Fußballnationalteams der Frauen gegen die Niederlande geklappt. Für Freigang war es der fünfte im vierten Länderspiel. Und es war, als hätte es genau diesen Moment gebraucht, um die Machtverhältnisse auf dem Platz zumindest etwas zu verschieben. Am Ende aber reichte es nicht ganz. Nach zwölf Siegen in Serie mussten sich die Deutschen am Mittwochabend geschlagen geben, die Abschlusspartie beim Drei-Nationen-Turnier ging 1:2 (1:1) verloren.

"Wir waren ein bisschen unruhig zu Beginn des Spiels. Ich weiß nicht, ob das zu viel Nervosität und Respekt waren, aber wir haben viel zu schnell Bälle wieder hergegeben", sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Sie hatte im Vergleich zum 2:0 am Sonntag gegen Belgien die Startformation auf fünf Positionen verändert, was sich vor allem in der Abwehr zeigte. Weil die erfahrene Marina Hegering aufgrund muskulärer Probleme ausfiel, stand eine neu formierte, junge Viererkette auf dem Platz, der die fehlende Routine gegen offensiv starke Niederländerinnen deutlich anzumerken war. In der 16. Minute konnte Lena Oberdorf, 19, Rekordtorschützin Vivianne Miedema nicht stoppen, deren Vorlage Jackie Groenen souverän zum 1:0 verwandelte. Sieben Minuten später musste Innenverteidigerin Lena Lattwein, 20, nach einem heftigen Zusammenprall mit Torhüterin Lize Kop ausgewechselt werden. Was nicht unbedingt zu mehr Souveränität im deutschen Spiel führte. Bis zum Ausgleich durch Freigang kamen die Niederländerinnen immer wieder zu Chancen und dominierten klar.

Nach der Pause fanden die Deutschen wesentlich besser in das sehr laufintensive Spiel. Aufzuhalten waren die Gegnerinnen allerdings nach wie vor nur schwer. Nach einem Schuss von Jill Roord, den Torhüterin Merle Frohms parieren konnte, prallte der Ball von der Latte direkt zu Danielle van de Donk, die per Kopfball zum 2:1 traf (60. Minute). Danach hatte allen voran Klara Bühl einige gute Chancen, ein inzwischen verdientes Unentschieden zu erzielen. Doch wie gegen Belgien fehlte es an Ruhe und Präzision.

© SZ/mp
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