Nationalelf, Boateng: Rio-Weltmeister Bastian Schweinsteiger hat Bundestrainer Joachim Löw dafür kritisiert, bei der Rückholaktion nicht auch Jérôme Boateng für die EM nominiert zu haben. Ihm persönlich sei diese Entscheidung "ein Rätsel", da Boateng "der beste" Innenverteidiger der abgelaufenen Saison gewesen sei, sagte Schweinsteiger der Sport Bild: "Er ist auch besser als alle Verteidiger, die nun im EM-Aufgebot Deutschlands stehen."
Dass Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß ("Ich würde ihn nicht mitnehmen") öffentlich nicht für Boateng eingetreten war, enttäuschte Schweinsteiger ebenfalls. "Das hat mich überrascht. Ich kannte Uli Hoeneß immer so, dass es ihm das Wichtigste war, die eigenen Spieler des FC Bayern zu schützen", sagte der frühere Bayern-Profi: "Ich weiß nicht, ob immer noch etwas zwischen den beiden steht. Für mich ist die Leistung entscheidend. Und da führt kein Weg an Jérôme Boateng vorbei."
Dass für die Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli) aber Thomas Müller und Mats Hummels wieder im DFB-Kader stehen, begrüßte Schweinsteiger. "Der Leistungsgedanke muss über allem stehen, die Besten müssen dabei sein", sagte der 36-Jährige. Müller habe "sensationell performt", und Hummels verfüge über "viel Erfahrung".
Tennis, French Open: Überraschung durch Jan-Lennard Struff: Die 31 Jahre alte deutsche Nummer zwei hat in der ersten Runde der French Open den an Nummer sieben gesetzten Topspieler Andrej Rublew ausgeschaltet. Der Warsteiner setzte sich am Dienstag zum Auftakt seines 30. Grand Slams nach einer famosen Vorstellung mit 6:3, 7:6 (8:6), 4:6, 3:6, 6:4 gegen den Russen durch. Weniger später verbuchte auch Philipp Kohlschreiber einen Erfolg im Duell der Routiniers mit Fernando Verdasco. Bei seiner 16. Teilnahme in Paris besiegte der 37 Jahre alte Augsburger den gleichaltrigen Spanier mit 7:6 (7:3), 6:2, 2:6, 6:4. Seine besten Resultate in Roland Garros waren 2009 und 2013 das Achtelfinale.
Der 13-malige Titelträger Rafael Nadal hat trotz etwas Mühe letztlich souverän die zweite Runde der French Open erreicht. Der 34 Jahre alte Spanier schlug den Australier Alexei Popyrin mit 6:3, 6:2, 7:6 (7:3). Vor allem im dritten Satz musste sich der Favorit dabei mächtig strecken und einen 2:5-Rückstand aufholen. "Das war ein sehr schwieriges Match gegen einen sehr guten Spieler. Ich bin glücklich, dass ich den dritten Satz noch gewonnen habe", sagte Nadal: "Ich freue mich immer sehr, hierher zurückzukehren."
Nadal will in Paris nicht nur seinen Status als unangefochtener Sandplatzkönig ausbauen, er könnte sich mit seinem 21. Grand-Slam-Titel auch zum alleinigen Rekordhalter aufschwingen. Aktuell liegt er gleichauf mit Roger Federer (Schweiz), der Weltranglistenerste Novak Djokovic hat 18 Majortitel. Der an Nummer eins gesetzte Serbe startete am späten Dienstagabend beim 6:2, 6:4, 6:2 gegen den US-Amerikaner Tennys Sandgren mühelos in das Turnier. In der zweiten Runde wartet nun Pablo Cuevas aus Uruguay auf den Mitfavoriten.


