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Nationalelf-Manager:Bierhoff denkt über Abschied vom DFB nach

Verliert der DFB seine nächste Führungskraft? Manager Oliver Bierhoff kokettiert öffentlich mit seinem Abschied von der Nationalelf. In einem Interview sagt Bierhoff, für ihn stehe eine "Lebensentscheidung" an. Auch ein Wechsel in die Bundesliga sei denkbar.

Nationalmannschaft Deutschland - Training

Abschied vom DFB? Manager Oliver Bierhoff.

(Foto: dpa)

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff denkt ernsthaft über einen Abschied vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) nach, dem Verband droht erneut der Verlust einer Führungskraft.

"Ich werde mir in den kommenden Wochen Gedanken machen, wo ich für mich den Reiz sehe. Ich schätze Kontinuität. Andererseits reizt mich immer auch das Neue", sagte Bierhoff in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt: "Es stellen sich die Fragen: Habe ich noch etwas zu geben? Brauche ich einen neuen Anreiz und muss mal wieder raus aus der Komfortzone des Gewohnten? Da schwanke ich derzeit, das gebe ich offen zu."

Bierhoff, der seit 2004 Teammanager ist und noch einen Vertrag bis nach der WM 2014 hat, bekundete, sein Job mache ihm "sehr viel Spaß", da er sehr vielseitig sei, "aber ich mache ihn halt auch schon ein paar Jahre". Daher stehe nun "in gewisser Weise eine Lebensentscheidung" an, er führe aber derzeit keine konkreten Gespräche mit potenziellen anderen Arbeitgebern.

Bierhoff brachte jedoch einen Wechsel in die Bundesliga ins Gespräch. "Ich bin ein Freund davon, sich darüber klar zu werden, was man will. Bei einem Bundesligisten hast du schnellere Entscheidungen, direkteres Feedback, Tagesaktualität. Es ist schnelllebiger und hat darum natürlich seine Reize", sagte der Europameister von 1996. Er kündigte an, den DFB rechtzeitig vor der WM 2014 über seine Pläne in Kenntnis zu setzen.

Auch eine Auszeit vom Fußballgeschäft sei denkbar. "Ich könnte auch erst mal nichts machen und die Dinge auf mich zukommen lassen. Oder in die freie Wirtschaft gehen, aber sicher mit Bezug zum Fußball", sagte Bierhoff: "Was ich sagen will: Sollte ich aufhören, bedeutet das nicht automatisch, dass ich Vereinsmanager werde."

Der DFB hat gerade erst seinem bisherigen Sportdirektor Robin Dutt die Freigabe für einen Wechsel zu Bundesligist Werder Bremen erteilt, die Nachfolge ist noch nicht geregelt. Ein Abschied Bierhoffs wäre für den größten Sport-Fachverband der Welt (6,8 Millionen Mitglieder) der nächste Schlag.

© Süddeutsche.de/sid/ebc

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