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Nationalelf: Joachim Löw:Dynamik aus München

Der umworbene Joachim Löw nimmt sich selbst vom Markt - er verlängert seinen Vertrag beim DFB bis 2014. Auch durch das Interesse von Bayern am Nationaltrainer hatte die Personalie zuletzt eine besondere Dynamik erhalten.

Zuletzt ist auch der Bundestrainer ins Gerede gekommen, der Name Joachim Löw "geistert durch München", so raunte es eine örtliche Zeitung. Sie spielte damit nicht auf ein paranormales Phänomen an, es ging um die Trainersuche des FC Bayern. Die wird weder von okkulten noch von esoterischen Zügen bestimmt, sondern von ziemlich bodenständigen Überlegungen. Deshalb kommen darin traditionell die alten Getreuen Ottmar Hitzfeld und Jupp Heynckes vor, neuerdings aber auch der Name Joachim Löw. Uli Hoeneß, der Präsident, nennt ihn respektvoll "Jogi", er schätzt den Bundestrainer und dessen Arbeit.

Löw bleibt bis 2014 Bundestrainer

Verlängerte seinen Vertrag mit dem DFB bis 2014: Nationaltrainer Joachim Löw.

(Foto: dpa)

In Frankfurt hat man das genau registriert, und wohl auch deshalb hat die Beziehung, die Löw seit 2004 mit dem DFB unterhält - seit 2006 als hauptverantwortlicher Bundestrainer - während der vergangenen Tage "eine gewisse Dynamik gekriegt", wie vertraulich zu erfahren war. Wobei sich solche diskreten Hinweise spätestens seit Dienstag um ein Uhr mittags erübrigt haben, denn da wurde der DFB in offensiver Weise indiskret, indem er bekannt machte, den laufenden Vertrag mit Löw um zwei Jahre bis zum Abschluss der Weltmeisterschaft in Brasilien verlängert zu haben.

Des weiteren besagte die Pressemitteilung Nr. 23/2011, dass der Verband auch nicht vergessen habe, die Abmachungen mit Teammanager Oliver Bierhoff, Assistent Hans-Dieter Flick und Torwarttrainer Andreas Köpke fortzuschreiben. Wer sich noch dunkel daran erinnert, was vor einem Jahr in Frankfurt und im übrigen Land los war, als der DFB einen neuen Vertrag mit Löw und dessen Mitstreitern schließen wollte und dabei krachend scheiterte - der wird sich nun womöglich wundern, wie lautlos und unkompliziert es diesmal vonstatten ging. Präsident Theo Zwanziger lobte die "harmonischen Gespräche" und hob "das gegenseitige Vertrauen" hervor, und es gibt derzeit keinen Anlass, diesen Würdigungen des guten Klimas grundsätzlich zu misstrauen.

Das liegt auch an der Vorgeschichte dieser im Stillen vollzogenen Einigung. Zwanziger und Löw hatten bereits vor zwei Monaten ein grundsätzliches Gespräch geführt, in dem es um die Perspektive einer weiteren Zusammenarbeit ging - und keine Zeitung hat darüber berichtet. Es herrschte Vertraulichkeit. Anders als in der Vorweihnachtszeit im vorigen Winter, als Zwanziger nach einer ähnlichen Unterhaltung mit Löw in der Bild-Zeitung voreilig die nächste Vereinbarung mit dem Bundestrainer ankündigte. Ganz zu schweigen von den anderen Indiskretionen, welche die weiteren Verfahrensschritte begleiteten. Ungeschicklichkeiten waren aber auch Löw und Verhandlungsführer Bierhoff unterlaufen, indem sie ein wuchtiges Forderungspaket zur Diskussion stellten, das der DFB als Überforderung empfand.