Rassismus-Vorfall:Galgenstrick sorgt für Entsetzen bei Nascar-Rennserie

Nascar: Fahrer Bubba Wallace 2020 in Homestead

Bubba Wallace: Setzte sich zuletzt gegen das Zeigen der Könfederierten-Flagge ein, die auch als Symbol für Sklaverei gilt

(Foto: AP)

Das zur Schlinge geknotete Seil wurde in der Box des einzigen schwarzen Nascar-Fahrers Bubba Wallace gefunden. Der Veranstalter spricht von einer "abscheulichen Tat".

Inmitten der Rassismus-Debatte in den USA erschüttert ein hässlicher Vorfall die in die Diskussion geratene Rennsportserie Nascar. Im Vorfeld des Rennens auf dem Talladega Superspeedway in Lincoln im Bundesstaat Alabama ist in der Box von Bubba Wallace, dem einzigen schwarzen Fahrer der Meisterschaft, ein Strick gefunden worden, der zu einer Schlinge geknotet war und damit offenbar einen Galgenstrick zeigen sollte. Diese sind in den USA ein Symbol für die rassistischen Morde des Ku-Klux-Klans. Nascar bestätigte den Vorfall am Sonntag.

"Wir sind wütend und empört und können nicht stark genug ausdrücken, wie ernst wir diesen abscheulichen Akt nehmen", hieß es in einem Nascar-Statement: "Wir haben eine sofortige Untersuchung eingeleitet und werden alles unternehmen, um die verantwortliche Person oder die verantwortlichen Personen zu identifizieren und sie aus dem Sport zu entfernen."

Wallace, 26, hatte zuletzt erfolgreich darauf gedrängt, dass die bei Nascar-Fans beliebte, allerdings als Symbol für Sklaverei und Rassismus geltende Konföderierten-Flagge bei Rennen verboten wird. Nascar ist vor allem bei der weißen amerikanischen Mittelschicht hochpopulär.

"Der heutige unglaubliche Vorfall von Rassismus und Hass lässt mich unglaublich traurig zurück", schrieb Wallace in einem Statement auf Twitter, "und ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, welchen Weg wir noch vor uns haben und wie beharrlich wir noch sein müssen im Kampf gegen Rassismus."

Bereits 2015 hatten die Direktoren der Rennserie die Flagge nach dem Mord an neun schwarzen Amerikanern in einer Kirche in Charleston als ein "beleidigendes und entzweiendes" Symbol bezeichnet, diese aber nicht verboten. Angesichts der andauernden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA flammte die Diskussion wieder auf.

Die Südstaaten sind ein historisches Zentrum der Auseinandersetzungen verschiedener ethnischer Gruppen in den USA. Auch in Alabama, wo am Montag das Narscar-Rennen Geico 500 ausgetragen wird, hatte der Ku-Klux-Klan einst mit gewalttätigen Angriffen gegen Schwarze und Bürgerrechtler für Schrecken gesorgt.

© SZ.de/sid/ska
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