Würde Julian Nagelsmann die alten Regeln der Nationalmannschaft ehren, dann müsste Leroy Sané am Freitag gegen Luxemburg die Kapitänsbinde tragen. Er würde die Wimpel mit Luxemburgs Kapitän Laurent Jans tauschen, Hände schütteln, gegebenenfalls dem Schiedsrichter bei der Platzwahl eine Seite der Münze nennen, zwischen Anstoß oder bevorzugter Spielrichtung wählen und während des Spiels erster Ansprechpartner des Unparteiischen sein. Sané, 29 Jahre alt, ist aktuell der einsatzfähige Spieler im Kader des Bundestrainers mit den meisten Länderspielen, 70 sind es an der Zahl. Und bisher war es eine Art Gewohnheitsrecht beim Deutschen Fußball-Bund, dass derjenige in Abwesenheit aller Kapitäne und Vize-Kapitäne die Binde übernimmt.
DFB-TeamNagelsmann macht Tah zum Kapitän
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Nach Joshua Kimmichs Ausfall hätte laut DFB-Gewohnheitsrecht eigentlich Leroy Sané die Binde bekommen müssen – er hat die meisten Länderspiele. Doch der Bundestrainer hat gute Gründe, sich anders zu entscheiden.
Von Martin Schneider

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