Nachwuchs-Handel im Fußball:Chelsea macht mit dem Handel ein gutes Geschäft

27 Leihspieler führt Chelsea auf seiner Homepage auf, die jungen Profis werden dort profiliert vorgestellt wie in einem Verkaufskatalog, nur Preisangaben fehlen. Aus dem Bestand haben sich außer der Borussia im Sommer auch andere Bundesligaklubs bedient: Während es Oriol Romeu in Stuttgart zum Stammspieler und Lukas Piazon in Frankfurt zum brauchbaren Reservisten brachte, wird der 1. FC Köln den Verteidiger Tomas Kalas demnächst wohl unverwendet zurückreichen.

Auch deshalb, weil sich die an Chelsea zu entrichtende Leihgebühr an den Einsätzen bemisst - höher ist der Preis, wenn der Spieler nicht spielt. Die jungen Talente müssen Praxiserfahrung sammeln, und ihre Auftritte sollen einen Schaufenstereffekt haben.

In England ist Chelseas Profitsystem nicht unumstritten, die Liga hat darüber beraten, dem verschärften Londoner Kapitalismus Grenzen zu setzen, die zur Regulierung nötige Zwei-Drittel-Mehrheit zeichnete sich jedoch nicht ab. Eberl sieht keinen Grund zur Klage: "Sie machen das mit Plan und auf eine faire und verantwortungsvolle Art." Manchen Treffer hat Chelsea schon gelandet, besonders auf dem derzeit so gefragten belgischen Markt: Thibaut Courtois etwa hat sich über sein Gastspiel bei Atlético Madrid zum Stammtorwart des FC Chelsea entwickelt, Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku wurden mit stattlichen Renditen an Wolfsburg und Everton weiterveräußert.

Wettrennen um Talente aus Belgien

Europas Spitzenklubs liefern sich daher in Belgien ein Wettrennen um die begabtesten Junioren. "Der belgische Fußball bildet generell sehr gut aus, ob das in Brügge ist, in Genk, Anderlecht oder bei Standard Lüttich. Und diese Jungs sind auch charakterlich richtig geprägt: Sie wissen, was sie wollen und was sie erreichen können", erklärt Eberl. Rivale Dortmund soll zum Beispiel Anderlechts Juwel Dennis Praet begehren.

Thorgan Hazard repräsentiert nicht nur wegen seiner starken Technik das hohe Niveau der belgischen Schule. Borussia-Trainer Lucien Favre konnte ihn in der Offensive auf allen Positionen einsetzen. "Er war in allen Bereichen eine Verstärkung, und es macht ihm keinen Druck, dass sein älterer Bruder schon ein Star bei Chelsea ist", sagt Eberl. Hazards Bruder Kylian, 19, spielt bei Zulte Waregem - noch ohne Chelsea-Vertrag.

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