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Nachfolger von Theo Zwanziger:Niersbach oder neue Zerreißprobe

Vor der DFB-Sitzung macht das Gerücht die Runde,Theo Zwanziger wolle nun doch nicht zurücktreten - dabei hatte es lange so ausgesehen, als stünde mit Wolfgang Niersbach bereits ein Nachfolger fest. Der DFB könnte nun am Mittwoch, statt die Zukunft neu zu ordnen, auch vor einer gewaltigen Zerreißprobe stehen.

Dieser Mittwoch wird ein spannender Tag für den deutschen Fußball und dessen Noch-Präsidenten Theo Zwanziger. Zum einen wird vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht eine neue Runde in dem Beziehungsstreit zwischen dem einstigen DFB-Funktionär Manfred Amerell und dem ehemaligen Fifa-Schiedsrichter Michael Kempter eingeleitet - die Affäre hält auch Zwanzigers Verband seit Monaten in Atem.

Beckenbauer fuer Niersbach als Zwanziger-Nachfolger

Soll DFB-Präsident werden: Wolfgang Niersbach.

(Foto: dapd)

Vor allem aber findet am Mittwoch ein außerordentliches Treffen des DFB-Präsidiums mit den Landesverbänden statt. Bei dieser Gelegenheit wird sich nach SZ-Informationen Wolfgang Niersbach offiziell bereiterklären, die Nachfolge Zwanzigers anzutreten. Schon im März oder April 2012 könnte die vorgezogene Präsidentenwahl stattfinden. Als Favorit für das Amt des DFB-Generalsekretärs, das Niersbach dann freimachen müsste, wird derzeit Helmut Sandrock gehandelt, der Direktor Spielbetrieb im DFB.

Niersbach, 61, wäre dann schon ein halbes Jahr früher der neue Chef, als Zwanziger das Amt eigentlich aufgeben will. Zwanziger warnte zwar im Hessischen Rundfunk vor Eile: "Noch bin ich da. Und ich will eine saubere Nachfolge-Lösung haben, eine, die der deutsche Fußball verdient hat", erklärte er.

Dass sich nun dennoch eine auffallend schnelle Neuordnung abzeichnet, ist vor allem auf das als ungeschickt eingeschätzte Vorgehen Zwanzigers am vergangenen Wochenende zurückzuführen. Da hatte der DFB-Präsident, für den gesamten Fußballbetrieb überraschend, seinen Rückzug für Oktober 2012 angekündigt, weil er persönliche Herausforderungen angeblich nur noch in seinen Aufgaben als Vorständler beim Europa-Verband Uefa sowie beim Weltverband Fifa sieht.

Nicht nur diese Sichtweise verwunderte viele. Sondern auch Theo Zwanzigers Wunschnachfolger, der am Sonntag auf die Bühne trat: Erwin Staudt, der frühere IBM-Manager und Präsident des VfB Stuttgart. Ein Mann also, der aus dem Profigeschäft kommt. Am Dienstagabend erklärte Staudt nach anfänglich inzeressierten Äußerungen, er werde aber nur kandidieren, falls Niersbach nicht antritt.

Mit Irritation wurde der Vorstoß nicht nur bei den Landesverbänden, sondern auch bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) registriert. Nach SZ-Informationen wurde bei einer Zusammenkunft der Landes-Präsidenten am Montag bereits ein klares Stimmungsbild pro Niersbach ermittelt.

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