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Nachfolger für Theo Zwanziger:Beckenbauer favorisiert Niersbach als DFB-Chef

Das Rennen um die Nachfolge von Theo Zwanziger ist eröffnet, in Führung liegt: DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Der scheidende Amtsinhaber hält ihn für geeignet. Auch Franz Beckenbauer spricht sich für Niersbach als neuen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes aus. Den Rückzug Zwanzigers hält er für eine "Verzweiflungstat".

Ist das nur Lob für einen treuen Diener, oder hat Theo Zwanziger eine Präferenz erkennen lassen? Nach der Ankündigung seines Rücktritts hat der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Wolfgang Niersbach als seinen Nachfolger ins Gespräch gebracht. "Er wäre ein geeigneter Präsident", sagte Zwanziger im Interview mit dem TV-Sender Sky über Niersbach, der seit 2007 DFB-Generalsekretär ist.

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Der scheidende DFB-Präsident Theo Zwanziger (links) hat den Generalsekretär des Verbandes, Wolfgang Niersbach (Mitte), als Nachfolger ins Gespräch gebracht.

(Foto: dpa)

Niersbach habe "unglaubliche Stärken", lobte Zwanziger. Allerdings habe er den Generalsekretär schon 2010 auf eine mögliche Übernahme der Präsidentschaft angesprochen, und Niersbach sei "nicht sehr begeistert gewesen". Auch wolle er dem Verband mehrere Vorschläge für mögliche Nachfolger unterbreiten: "Es gibt mehrere Kandidaten", sagte Zwanziger.

Auch Franz Beckenbauer spricht sich für Niersbach aus. "Er ist meinen Augen der Beste", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern München. Niersbach sei auch bei den internationalen Verbänden Fifa und Uefa "gern gesehen", das sei für den DFB wichtig. Unter dem Teamchef Beckenbauer war Niersbach beim WM-Triumph 1990 DFB-Pressesprecher. 2006 stand er dem "Kaiser" im WM-Organisationskomitee maßgeblich zur Seite.

Zwanziger hatte am Freitagabend bekanntgegeben, im Oktober 2012 zurücktreten zu wollen. Gewählt ist der 66 Jahre alte Jurist noch bis 2013. In einem Interview auf der Internetseite des DFB verkündete Zwanziger, die Entscheidung sei reiflich überlegt. Er sehe "für mich in Deutschland ehrlich gesagt keine großen Herausforderungen mehr". Anders beim Weltverband Fifa, in deren Exekutivkomitee Zwanziger bleiben will.

Zuletzt hatte der DFB-Präsident wegen umstrittener Äußerungen und Maßnahmen - etwa im Falle der Affäre um die Schiedsrichter Manfred Amerell und Michael Kempter oder nach dem Suizidversuch von Schiedsrichter Babak Rafati - stark in der Kritik gestanden.

Offenbar habe Zwanziger die öffentlichen Attacken "persönlich genommen", sagte Beckenbauer dem TV-Sender Sky Sport News HD. "Nach der Kritik an seiner Person, dem Wirbel um die Schiedsrichter beim DFB und den Bestechungsvorwürfen bei der FIFA ist es ihm wohl einfach zuviel geworden." Dafür habe er Verständnis. Beckenbauer sprach von einer "Verzweiflungstat" Zwanzigers. "Das ist so sein Stil, diese Entscheidung fast allein zu treffen."

Die Suche nach seinem Nachfolger hat Zwanziger zur Chefsache erklärt. "Ich möchte in den nächsten Wochen, am besten noch vor Weihnachten, vor allem mit Wolfgang Niersbach, Horst R. Schmidt und den Präsidenten der Mitgliedsverbände meine Nachfolge besprechen und hoffe, dass wir schnell ein Personalkonzept entwerfen können, das diesem Verband gerecht wird", sagte der scheidende DFB-Präsident im Interview mit dfb.de.

Die Nachrichtenagentur dpa will erfahren haben, dass ein "fußballexterner Kandidat" sowie Liga-Präsident Reinhard Rauball beim DFB als Nachfolger gehandelt werden. Beckenbauer hält die Kandidatur Rauballs, der auch Präsident des Bundesligisten Borussia Dortmund ist, jedoch für unwahrscheinlich: "Ich glaube nicht, dass Rauball sein wichtiges Amt bei der DFL aufgeben will."

© sueddeutsche.de/dpa/dapd/mikö/luk
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