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Formel 1:Red Bull kippt Stallorder

Webber und Vettel

Keine Stallorder mehr für Vettel und Webber bei Red Bull.

(Foto: dpa)

Der Formel-1-Rennstall Red Bull hat sich entschlossen, zukünftig auf eine Stallorder zu verzichten. Lorenz-Günther Köstner muss den VfL Wolfsburg verlassen. Tennisprofi Julia Görges musste beim WTA-Turnier in Kattowitz aufgeben. Weil er den Assistenten beschimpfte, wird Milan-Stürmer Balotelli für drei Wochen auf die Tribüne verdammt.

Formel 1, Red Bull: Nach dem umstrittenen Sieg des Formel-1-Weltmeisters beim Großen Preis von Malaysia hat sich Red Bull entschlossen, zukünftig auf eine Stallorder zu verzichten. "Stallorder wird es bei uns keine mehr geben", sagte Motorsportchef Helmut Marko vor dem Großen Preis von China am kommenden Wochenende der Sport Bild. Vettel hatte vor zwei Wochen in Sepang gegen die Anordnung von Teamchef Christian Horner in der Schlussphase des Rennens seinen in Führung liegenden Teamkollegen Mark Webber überholt, sich aber später bei Webber und dem gesamten Team entschuldigt. Red-Bull-Besitzers Dietrich Mateschitz sei laut Marko "sehr angefressen" gewesen. Auch Teamchef Horner hat seinen Standpunkt der neuen alten Teamphilosophie angepasst. "Sebastian hätte nie so viel gewonnen, wenn er eine unterwürfige Person wäre. Wenn Fernando Alonso oder Lewis Hamilton in dieser Position gewesen wären, hätten sie dasselbe gemacht", sagte Horner und stellte klar: "Auch Webber, er hat sich vorher schon mehrmals nicht an Weisungen des Teams gehalten." Der Verbleib des Australiers Webber bei den Roten Bullen über die Saison hinaus ist weiter offen. Marko bestätigte noch einmal, dass sich das Weltmeister-Team nach Alternativen umschaue.

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Tennis, Görges: Für die 24-jährige Tennisprofi Julia Görges hat das WTA-Turnier in Kattowitz ein jähes Ende genommen. Die Weltranglisten-30. musste ihre Erstrundenpartie gegen ihre 38 Jahre alte Freundin Jill Craybas (USA) nach 2 Stunden und 24 Minuten beim Stand von 7:6 (7:5), 3:6, 1:4 aufgeben. Bereits im zweiten Satz hatte sich Görges über ein Flimmern vor den Augen beklagt. Nach dem Aus der Fed-Cup-Spielerin sind bei dem mit 235.000 Dollar dotierten Sandplatzturnier aus deutscher Sicht noch Sabine Lisicki (Berlin) und Annika Beck (Bonn) vertreten. Die an Nummer sieben gesetzte Lisicki trifft am Mittwoch in der ersten Runde auf Alexandra Cadantu (Rumänien). Beck steht bereits im Achtelfinale, wo sie es am Donnerstag mit Lourdes Dominguez Lino (Spanien) zu tun bekommt.

VFL Wolfsburg ,Lorenz-Günther Köster: Lorenz-Günther Köstner muss den Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg verlassen. Der zum Saisonende auslaufende Vertrag mit dem Amateurcoach, der die Profis in den vergangenen drei Jahren zweimal in Krisensituationen übernommen hatte, wird nicht verlängert. "Es ist eine Entscheidung des Vereins, die ich akzeptieren muss. Die Art und Weise hätte anders sein können", bestätigte Köstner am Mittwoch die Trennung. Am Abend zuvor hatte VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs die Entscheidung Köstner mitgeteilt. Als heißer Kandidat für die Köstner-Nachfolge gilt Ex-Profi Valerien Ismael, der zureit die Regionalliga-Auswahl von Hannover 96 betreut. Ismael und Allofs kennen sich gut aus gemeinsamen Tagen bei Werder Bremen. Der 61 Jahre alte Köstner kam im Januar 2009 nach Wolfsburg und fugierte 2010 und Ende 2012 für zusammen acht Monate als Interimstrainer der Wolfsburger Profis.

Mario Balotelli, Sperre: Mario Balotelli wird nach seiner erneuten Entgleisung für drei Wochen aus dem Verkehr gezogen: Der Stürmer des AC Mailand wurde vom Disziplinarausschuss der Serie A zusätzlich zu seiner Gelbsperre für zwei weitere Spiele zum Zuschauen verdammt. Sein Klub kündigte unmittelbar danach Protest gegen das Urteil an. Balotelli hatte im Aufeinandertreffen mit dem AC Florenz am Sonntag einen Schiedsrichterassistenten beleidigt. Der Deutschland-Schreck, der beide Tore beim 2:1 Italiens im EM-Halbfinale erzielte, fehlt dem Tabellendritten Milan unter anderem im Spitzenspiel gegen den Zweiten SSC Neapel am Sonntag und danach bei Spitzenreiter Juventus Turin. Auf der Hinfahrt zum Spiel in Florenz war der exzentrische Stürmerstar beim Rauchen auf der Zugtoilette erwischt worden.

Fußball, Ewald Lienen: Der deutsche Trainer Ewald Lienen ist beim griechischen Fußball-Erstligisten AEK Athen entlassen worden. Seine Demission nach nur sechs Monaten Amtszeit bestätigte der 59-Jährige am Dienstag und reagierte mit einer Schimpftirade. "Das ist absurdes Theater! Wir haben noch zwei Spiele, wir sind voll im Rennen. Ich habe den Klub von 2 auf 30 Punkte geführt, ohne Geld, ohne Spieler, ohne Gehälter", sagte Lienen der Agentur SID. "Ich habe Spieler, die wissen vor dem Spiel nicht, wie sie danach ihre Familie ernähren sollen. Wie kann man da den Trainer entlassen? Das ist völlig absurd angesichts der Probleme, mit denen ich hier seit Monaten zu kämpfen hatte." Er habe ein intaktes Verhältnis zum Vereinspräsidenten gehabt, müsse jedoch gegen dessen Willen gehen. "Die meisten Leute, die da über mich entschieden haben, kenne ich noch nicht einmal", sagte Lienen: "Die kommen hier vorgefahren, entlassen mich und steigen wieder in ihre Autos." Der frühere Bundesliga-Profi erklärte, er hätte allein angesichts der Tatsache, dass eine Trainerdiskussion überhaupt eröffnet wurde, seine Arbeit ohnehin nicht fortgesetzt. Traianos Dellas, Europameister von 2004, übernimmt das Traineramt bis zum Saisonende. Die ehemaligen Athen-Spieler Akis Zikos und Vassilis Borbokis werden dem 37-jährigen Dellas als Assistenten zur Seite stehen.

DFL, Bundesliga-Kalender: Dem deutschen Fußball steht möglicherweise eine Termin-Revolution bevor. DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig sagte der Tageszeitung Die Welt, eine Abschaffung der Sommerpause in der Bundesliga werde bei der Deutschen Fußball Liga "sehr offen diskutiert". Der Ausgang der Debatte sei offen, die DFL habe viele kontroverse Meinungen eingeholt. "Am Ende hängt es natürlich auch davon ab, wie sich die FIFA letztendlich in der Debatte um eine Verlegung der WM in Katar vom Sommer in den Winter entscheidet. Sollte es dazu kommen, hätte das natürlich großen Einfluss auf die Diskussion", sagte Rettig. Zuletzt hatte sich Katar für die Verlegung der Endrunde 2022 in den Winter offen gezeigt. Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge kann sich ebenfalls eine Umstellung der Saison auf den Jahreskalender vorstellen. "Die Fußball-Familie ist sich einig: Entweder wird im Januar und im Februar oder im Oktober und im November gespielt. Ich sehe in diesem Modell auch eine Chance für die Bundesliga", sagte der Vorsitzende der europäischen Klubvereinigung ECA der Welt. "Von Mai bis August wird bei uns in Deutschland nicht Fußball gespielt, obwohl in diesen Monaten das beste Wetter herrscht. Vielleicht sollten wir lieber pausieren, wenn das Wetter hier schlecht ist. Das könnte ein Vorteil sein", sagte Rummenigge.

BBL, Alba Berlin: Die Auswärtsschwäche von Alba Berlin hält an. Bei den abstiegsgefährdeten Phantoms Brauschweig verlor der Pokalsieger und frühere Serienmeister 80:84 (37:37, 74:74) nach Verlängerung. Aus den letzten zehn Spielen in der Fremde hat Alba damit nur einen Sieg (71:70 in Bonn) geholt, bleibt als Fünfter aber auf Play-off-Kurs. Braunschweig feierte dagegen einen wichtigen Sieg im Tabellenkeller. Mit 24:38 Punkten liegen die Phantoms nun zwei Zähler vor den Neckar Riesen Ludwigsburg, die den ersten Abstiegsrang belegen. DaShaun Wood (13 Punkte) hatte Alba in der Schlusssekunde in die Verlängerung gerettet, beste Werfer waren Deon Thompson und Ali Traoré mit jeweils 16 Punkten. Für Braunschweig erzielte Courtney Pigram 18 Zähler.

Handball, Bundesliga: Im ersten von vier Nord-Duellen innerhalb von 19 Tagen haben sich die SG Flensburg-Handewitt und der HSV Hamburg 23:23 (9:12) getrennt. Damit bleibt die SG auf Rang drei in der Tabelle und hat den HSV im Kampf um die direkte Qualifikation zur Champions League auf Distanz gehalten. In der mit 6300 Zuschauern ausverkauften Flens-Arena war Holger Glandorf (7) am Dienstag der beste Torschütze der Hausherren. Für die Gäste traf Frederik Petersen (5) am häufigsten. Überragender Mann der Partie war jedoch Flensburgs dänischer Torwart Sören Rasmussen, der erstmals nach seiner Muskelverletzung wieder spielte. Der Däne hielt 21 Bälle, davon drei Siebenmeter. Mit seinen Paraden trug er einen Großteil dazu bei, dass die SG im zweiten Durchgang einen Drei-Tore-Rückstand aufholte. Viel Beachtung fand im Nachholspiel des 21. Spieltags auch das Comeback von Petar Djordjic, der im Sommer von der Förde an die Elbe wechselt. Der Serbe war nach seinem Kreuzbandriss im vergangenen August erstmals wieder im Kader und steuerte im zweiten Durchgang drei Tore bei. Sekunden vor Schluss blieb ihm der Siegtreffer aber verwehrt. Bereits am kommenden Samstag stehen sich beide Mannschaften im Halbfinale um den DHB-Pokal in Hamburg erneut gegenüber.