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Nach Rassismus-Eklat:Chelsea verhängt Stadionverbote

Auf einem Pariser Bahnsteig kam es zum Eklat: Londoner Fans hinderten einen Dunkelhäutigen am Zusteigen.

(Foto: AFP)

Nach den rassistischen Ausschreitungen in Paris belegt der FC Chelsea drei seiner Fans mit Stadionverboten. Luis Figo präsentiert sein Programm für den Fifa-Präsidentschaftswahlkampf. Dirk Nowitzki ist in Oklahoma der beste Werfer im Team, die Dallas Mavericks verlieren trotzdem.

Fußball, FC Chelsea: Nach dem rassistischen Eklat im Vorfeld des Champions-League-Spiels bei Paris St. Germain (1:1) hat der englische Fußball-Spitzenklub FC Chelsea reagiert und vorübergehende Stadionverbote gegen drei seiner Anhänger verhängt. Das teilte der Spitzenreiter der Premier League am Donnerstagabend mit. Wenn genug Beweise für die Beteiligung der Personen an dem Vorfall in der Pariser Metro gesammelt worden seien, würden die Stadionverbote in lebenslängliche Verbote für Besuche von Spielen an der Stamford Bridge umgewandelt, hieß es in der Mitteilung weiter. Fans der Londoner hatten am Dienstagabend verhindert, dass ein dunkelhäutiger Passagier zu ihnen in die Pariser Metro steigen konnte und sangen dabei "Wir sind Rassisten und so mögen wir das". Ein solches Verhalten sei abscheulich und habe keinen Platz im Fußball oder in der Gesellschaft. Man werde alle strafrechtlichen Schritte gegen die Beteiligten unterstützen, hieß es bereits in einer ersten Stellungnahme des Champions-League-Siegers von 2012. Derzeit würden weitere Untersuchungen geführt. Zudem bat Chelsea seine Fans um Mithilfe bei der Aufklärung des Vorfalls.

Basketball, NBA: Dirk Nowitzki hat nach dem All-Star-Spiel in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA eine Niederlage mit den Dallas Mavericks bezogen. Dallas verlor am Donnerstag (Ortszeit) 89:104 bei den Oklahoma City Thunder, Nowitzki war mit 14 Punkten noch der beste Werfer bei den Gästen, die aus dem Feld ihre bisher schlechteste Trefferquote in dieser Saison verzeichneten. "Wir haben angefangen, ein bisschen zu viel mit uns selbst zu schimpfen, statt einfach zu spielen und dagegenzuhalten", sagte Nowitzki. "Nach der Pause ist es manchmal hart. Manchmal waren wir ein bisschen schlampig." Trotz der Niederlage ist Dallas in der West-Hälfte der Liga noch Sechster, Oklahoma folgt auf Rang acht. Überragender Akteur war Russell Westbrook mit 34 Punkten. Westbrook war beim All-Star-Spiel am vergangenen Wochenende als wertvollster Akteur ausgezeichnet worden.

Fußball, Fifa: Der frühere Weltfußballer Luis Figo hat seinen Wahlkampf gegen den Fifa-Präsidenten Joseph S. Blatter auch offiziell eröffnet. Am Donnerstag stellte der 42-jährige Portugiese in London sein Programm bis zu der Entscheidung am 29. Mai in Zürich vor - und ging dabei ungewöhnliche Wege. Einer der Vorschläge in Figos Manifest beinhaltet die Aufteilung der WM-Endrunden in zwei Turniere mit jeweils 24 Teams auf zwei Kontinenten, die in einer Finalrunde in einem Land entschieden werden sollen. Zudem will der frühere Fußball-Profi von Real Madrid und dem FC Barcelona die Hälfte des Fifa-Vermögens (rund 2,19 Milliarden Euro) direkt an die Mitgliedsverbände ausschütten, damit diese damit den Fußball an der Basis fördern können. Figo ist einer von drei Konkurrenten gegen Blatter. Neben dem Portugiesen treten auch Michael van Praag (Niederlande) und Prinz Ali bin Al Hussein an.

Fußball, Spanien: Der Skandal um angebliche Spielmanipulationen in der ersten spanischen Fußball-Liga weitet sich aus. Die Clubführung von CA Osasuna erstattete vor einem Gericht Anzeige, weil 2,4 Millionen Euro von den Konten des Clubs "verschwunden" seien. Es gebe keine Belege dafür, wozu die Summe ausgegeben worden sei, teilte der Verein mit. Ein früherer Geschäftsführer von CA Osasuna hatte ausgesagt, Ende der vorigen Saison habe die damalige Clubführung versucht, den Ausgang von Spielen im Kampf gegen den Abstieg zu manipulieren. Bisher war es in der Affäre vor allem um die Partie Espanyol gegen Osasuna gegangen. Nun stehen drei Ligaspiele im Blickpunkt.

Bahnrad-WM: Lucas Liß hat bei der Bahnrad-WM in Paris Gold im nicht-olympischen Scratch gewonnen. Der 23-Jährige aus Unna düpierte die Konkurrenz mit einer Attacke in der letzten Runde und feierte den größten Erfolg seiner Karriere. Silber sicherte sich Albert Torres Barcelo aus Spanien, der Amerikaner Bobby Lea gewann Bronze. Für die bislang einzigen WM-Medaillen im Scratch hatten bislang Stefan Steinweg (2002) und Roger Kluge (2008) mit Bronze gesorgt. Für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) war es nach dem Sieg im Punktefahren der Frauen am Mittwoch durch Stephanie Pohl (Cottbus) der zweite Titel in Paris.

Nordische Ski-WM: Skilangläuferin Denise Herrmann (Oberwiesenthal) hat zum Auftakt der nordischen Ski-WM im schwedischen Falun den Einzug ins Halbfinale der letzten Zwölf verpasst. Die Hoffnungsträgerin war als Vierte ihres Viertelfinal-Laufs chancenlos und kam auch nicht über die Lucky-Loser-Regelung weiter. Sandra Ringwald (Schonach), die in der Qualifikation noch als starke Siebte überzeugt hatte, scheiterte als Dritte ihres Rennens ebenfalls in der ersten K.o.-Runde der besten 30. Auch bei den Männern war für die letzten beiden deutschen Starter im Viertelfinale Endstation. Sebastian Eisenlauer (Sonthofen) wurde in seinem Lauf Vorletzter, Tim Tscharnke (Biberau) Letzter.

Deutschlands Skispringerinnen um Olympiasiegerin Carina Vogt gehen nach einer überzeugenden Qualifikation zuversichtlich in die WM-Entscheidung auf der Normalschanze an diesem Freitag (17.00 Uhr). Juliane Seyfarth landete am Donnerstag als beste DSV-Starterin mit 89 Metern auf Rang vier. Ulrike Gräßler wurde mit 88,5 Metern Sechste. Katharina Althaus kam mit 87 Metern auf den siebten Platz. Die als Weltcup-Dritte vorqualifizierte Vogt sprang bei wesentlich schlechteren Windverhältnissen auf 87 Meter und lag damit knapp vor den Topfavoritinnen Daniela Iraschko-Stolz aus Österreich und Sara Takanashi aus Japan.

Die erste Goldmedaille der WM gewann Norwegens Marit Björgen. Die 34-Jährige setzte sich im Klassik-Sprint vor der Schwedin Stina Nilsson sowie Olympiasiegerin Maiken Caspersen Falla (Norwegen) durch und holte damit ihr insgesamt 13. WM-Gold. Bei den Männern gewann der Norweger Petter Northug den Titel im Langlauf-Sprint. Im Finale verwies er Alex Harvey aus Kanada und seinen Landsmann Ole Vigen Hattestad auf die Plätze. Für Northug war es der zehnte WM-Titel seiner Karriere.

Fußball, FC Bayern: Das Comeback des lange verletzten Thiago rückt beim FC Bayern München näher. "Der Verein hat mir gesagt, dass ich hart arbeiten muss", sagte der Spanier in der Bild. Es gehe ihm aber "gut", erklärte Thiago in München. Der Spanier, der wegen eines Teilrisses des Innenbandes im rechten Knie zuletzt vor elf Monaten am 29. März 2014 ein Spiel bestritt, hatte sein Rehaprogramm zuletzt in der Heimat absolviert. Eine routinemäßige Kontrolluntersuchung bei Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, bei der auch Thiagos Vater Mazinho und sein Arzt Dr. Ramon Cugat anwesend waren, verlief positiv. Der 23-Jährige wird nun sein Programm an der Säbener Straße fortsetzen. "Seine Reha läuft komplett planmäßig. Wir werden auf den Jungen gut aufpassen", sagte Sportvorstand Matthias Sammer. Eine Prognose über die Rückkehr gibt es nicht, aber ein Wiedereinstieg ins Mannschaftstraining wird nicht vor März erwartet. Wegen wiederholter Verletzungen absolvierte Thiago seit seinem Wechsel im Sommer 2013 vom FC Barcelona zu den Münchnern nur 16 Bundesliga-Spiele. International kam er viermal für die Bayern zum Einsatz, im Pokal zweimal.

Tennis, Davis Cup: Deutschlands Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber kehrt nach einem Jahr ins Davis-Cup-Team zurück und wird die Mannschaft in die Erstrundenpartie vom 6. bis 8. März in Frankfurt/Main gegen Vorjahresfinalist Frankreich führen. "Ich bin für den Davis Cup nominiert und gehöre somit zum Team", sagte Kohlschreiber im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag in München. Er habe "ein sehr gutes Gespräch" mit dem neuen Teamchef Michael Kohlmann geführt: "Ich freue mich sehr auf Frankfurt." Kohlschreiber war nach den Querelen beim Erstrundenduell gegen Spanien (4:1) im vergangenen Jahr in Frankfurt/Main von Kohlmanns Vorgänger Carsten Arriens aussortiert worden. Kohlschreiber hatte sich seinerzeit nicht in der Lage gefühlt, das sportlich unbedeutende dritte Einzel gegen die Spanier am Sonntag zu spielen. Da auch Tommy Haas und Florian Mayer verletzt ausgefallen waren, kam es zum Eklat. Danach war es zwischen Arriens und Kohlschreiber ausgerechnet im Rahmen des vom DTB veranstalteten sogenannten "Versöhnungstages" erneut zu einem Konflikt gekommen, in dessen Verlauf sich beide gegenseitig der Lüge bezichtigten. Für das darauffolgende Viertelfinale gegen Frankreich (2:3) hatte Arriens seine Nummer eins nicht nominiert und angekündigt, künftig auf Kohlschreiber verzichten zu wollen. Nachdem Arriens dann zu einem von DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff in Melbourne anberaumten Gespräch nicht erschienen war, hatte der DTB den Vertrag mit dem Teamchef aufgelöst.

Basketball, NBA: Die Dallas Mavericks haben mit der Verpflichtung von Amar'e Stoudemire ihre Ambitionen auf den Titel in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA vorangetrieben. Mit dem physisch starken Spieler von den New York Knicks schloss das Team um den deutschen Basketballer Dirk Nowitzki eine entscheidende Lücke im Kader. "Ich freue mich darauf, Teil einer erstklassigen Organisation zu werden", sagte Stoudemire nachdem die Mavs den Deal am späten Mittwochabend bekanntgaben. "Vater, Zeit tickt. Solange du gesund bist, willst du davon profitieren und versuchen eine Meisterschaft zu gewinnen", erklärte der 32-Jährige Power Forward, der vom derzeit schlechtesten Team der Liga zum Champion von 2011 wechselt. Möglich wurde der Coup, weil der sechsfache All-Star-Spieler seinen noch ein Jahr gültigen Vertrag mit New York auflöste. Die Mavericks übernehmen dafür das ausstehende Salär des Fünfjahresvertrages. Schon am Donnerstag könnte der Zugang im Dallas-Trikot gegen die Oklahoma City Thunder dabei sein.

© SZ.de/dpa/sid/fued
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