Nach Martínez-Transfer:Bilbao prüft juristische Schritte gegen Bayern

Der Spanier Javier Martínez feierte bereits sein Debüt für den FC Bayern - doch für seinen ehemaligen Klub scheint der Transfer noch nicht erledigt. Athletic Bilbao erwägt juristische Schritte gegen die Münchner und pocht auf eine Schutzklausel. Von der Säbener Straße kommt prompt eine Reaktion.

Es sah zuletzt so aus, als hätten die Bayern es wieder einmal geschafft. Sie hatten den zähen Transferkampf um ihren Wunschspieler Javi Martínez gewonnen und damit dessen bisherigen Klub Athletic Bilbao ziemlich geärgert. Zu hören war aus dem Baskenland zunächst nicht viel, man wollte sich erst beraten und dann zum Verlust des wertvollsten Profis im Kader äußern. Am Montagnachmittag kam die Antwort: Der Klub erwägt nach dem Rekord-Wechsel des spanischen Nationalspielers nach München rechtliche Schritte.

"Wir prüfen, ob es möglich ist, irgendwelche juristischen Aktionen gegen den FC Bayern einzuleiten", sagte der Athletic-Präsident Josu Urrutia am Montag bei einer Pressekonferenz in Bilbao. "Der Spieler hatte bei uns einen gültigen Vertrag, der durch die Schonfristen des Weltverbandes Fifa zudem besonders geschützt war", betonte Urrutia.

Dennoch sei Martínez ohne die Erlaubnis seines Klubs nach München gereist, um sich dort medizinisch untersuchen zu lassen. Erst danach habe der Spieler die vertraglich festgelegte Ablösesumme von 40 Millionen Euro bei der spanischen Profi-Liga (LFP) hinterlegt.

Der deutsche Rekordmeister reagierte gelassen auf die Ankündigungen aus Spanien. "Der FC Bayern hat, wie in den einschlägigen Statuten und im Arbeitsvertrag des Spielers vorgesehen, die entsprechende 'Klausel' bezahlt, auf die auch der Präsident von Athletic Bilbao bestanden hat", erklärte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge: "Deswegen sehen wir uns voll im Einklang mit den entsprechenden Statuten und den vertraglichen Regelungen."

Urrutia äußerte sich auch nochmals enttäuscht vom Weggang des Mittelfeldspielers. "Als Fan und Vereinsmitglied schmerzt mich die Entscheidung. Ich hätte mir gewünscht, dass Martínez mir trotz aller Angebote anderer Klubs gesagt hätte, Athletic sei der beste Verein der Welt, und dass er bleiben wolle." Im Fußball gehe es auch um Gefühle. Der Präsident soll dem Vernehmen nach Martínez als auch dessen Beratern jedoch auch erklärt haben, dass er keine juristischen Schritte einleiten werde.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB