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Nach Entscheidung des OLG:Was bedeutet das für die Athleten?

Was wird aus dem Sportgerichtshof Cas?

Das OLG-Urteil greift die Unantastbarkeit des Cas an. Richter Rainer Zwirlein fand in seiner Urteilsbegründung deutliche Worte, als es um den Sportgerichthof Cas ging. Er äußerte Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Cas. Zwirlein sagte: "Die Verbände erhalten bei Streitigkeiten mit Athleten ein strukturelles Übergewicht, das die Neutralität des Cas grundlegend infrage stellt." Deswegen fordert der Richter zumindest eine Reform des Sportgerichtshofes: "Es gilt, Vorkehrungen schon gegen die bloße Möglichkeit und den Verdacht einer Manipulation der Richterbesetzung zu treffen." Ob der Cas sich nun Reformen unterzieht? Rechtsexperten plädieren schon seit längerem dafür, auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) plädiert dafür, die Rechte der Athleten zu stärken.

Welche Auswirkungen hat die Entscheidung für die Athleten?

Die deutschen Sportler, die an den Wintersspielen in Sotschi teilnehmen wollten, mussten zuvor eine Unterschrift unter die Athletenvereinbarung des DOSB setzen. Sie erklärten sich beispielsweise damit einverstanden, sich nicht an Sportwetten zu beteiligen und die Verabschiedung durch den Bundespräsidenten nicht zu schwänzen. Sie verpflichteten sich außerdem, auf Doping zu verzichten - und sich bei Streitigkeiten Sportgerichten zu unterwerfen. So ist es bei Veranstaltungen im Sport üblich. Das OLG München erklärte nun die Athletenvereinbarung zwischen Pechstein und der ISU aus dem Jahr 2009 für unwirksam. Das hat auch Konsequenzen für andere Sportler.

Nachdem Pechstein den Gerichtssaal verlassen hatte, sagte sie in ein TV-Mikrofon: "Es ist ein großer Sieg für die Sportlerinnen und Sportler, die die Athletenvereinbarungen unterschrieben und sich somit den Schiedsgerichten unterworfen haben." Auch andere Sportler, die in Verfahren vor dem Cas bereits verurteilt worden sind, könnten sich nun auf dieses Urteil berufen und die Verfahren vor einem zivilen Gericht noch einmal aufrollen lassen.

Mit Material von dpa und sid

© Süddeutsche.de/pram/jobr
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