München MarathonEin ziemlich großer Spagat

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Mehrmaliger deutscher Marathon-Meister, in München nur im Halbmarathon dabei: Sebastian Hendel.
Mehrmaliger deutscher Marathon-Meister, in München nur im Halbmarathon dabei: Sebastian Hendel. (Foto: Tilo Wiedensohler/Camera4+/Imago)
  • Das diesjährige Spitzenfeld beim München Marathon ist nicht so prominent besetzt wie gewohnt, was auf Rechtsstreitigkeiten mit dem früheren Veranstalter zurückzuführen ist.
  • Die neuen Ausrichter konnten die Verträge erst vor drei Monaten abschließen, weshalb viele Spitzenläufer bereits andere Trainingspläne hatten.
  • Die schwächere internationale Elite-Besetzung nagt am Status des Rennens im Verband World Athletics, obwohl bis zu 28.000 Läufer aus knapp 100 Ländern erwartet werden.
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Das diesjährige Spitzenfeld beim München Marathon ist nicht so prominent besetzt wie gewohnt – was auch auf Rechtsstreitigkeiten mit dem früheren Veranstalter zurückzuführen ist. Das nagt am Status des Rennens im Verband World Athletics.

Von Christoph Leischwitz

Niklas Buchholz ist ein ehrlicher Sportler. In einem Blog schreibt der Läufer vom LSC Höchstadt/Aisch, dass er sehr viele Sportarten lieber ausüben würde als Laufen, „aber leider bin ich wohl im Laufen am besten und deswegen versuche ich, den Sport möglichst professionell zu betreiben.“ Möglichst professionell zu sein, das gilt auch für den Veranstalter des nächsten Events, an dem Buchholz teilnimmt: Der 27-Jährige, der kürzlich 15. bei der Leichtathletik-WM in Tokio wurde, tritt am Sonntag beim Halbmarathon in München an. Ein 3000-Meter-Hindernisläufer also als direkter Konkurrent zum mehrmaligen deutschen Marathon-Meister Sebastian Hendel (SCC Berlin) – nicht gerade alltäglich, aber immerhin.

Vor zwei Jahren hatte Hendel in München seine persönliche Bestleistung aufgestellt, 2:10:14 Stunden war er unterwegs gewesen, und das, obwohl die Spitzengruppe damals eine Extraschleife laufen musste. Rund 100 Meter mehr waren das damals auf der Leopoldstraße gewesen, was zu einer langen Nachbetrachtung der Vorfälle geführt hatte. Einen Zusammenhang hat so nie jemand formuliert, aber es gibt eine zeitliche Nähe dieses Organisationsfehlers mit der Tatsache, dass dem langjährigen Ausrichter das Mandat entzogen wurde.

„Wir konnten die Verträge erst vor drei Monaten abschließen, da haben viele gesagt, der Trainingsplan ist schon rum.“

Die Tatsache, dass sich jener Ausrichter Gernot Weigl so lange rechtlich wehrte gegen diesen herben Verlust, hat nun dazu beigetragen, dass das diesjährige Spitzenfeld nicht so prominent besetzt ist, wie es mit etwas mehr Planungssicherheit wohl gewesen wäre. „Wir konnten die Verträge erst vor drei Monaten abschließen, da haben viele gesagt, der Trainingsplan ist schon rum“, sagt Fabian Schäfer, der Geschäftsführer der Laufstatt Event GmbH, die jetzt den Marathon, den Halbmarathon sowie den 10-Kilometer-Lauf ausrichtet. Hendel zum Beispiel hatte diesmal wieder dem Berliner Marathon vor drei Wochen den Vorzug gegeben. „Es ist ein ziemlich großer Spagat“, räumt Schäfer ein, „aber das Feld, das wir in der Kürze der Zeit noch zusammenbekommen haben, kann sich deutlich sehen lassen.“ Es gibt ja auch über 42,195 Kilometer ein spannendes Duell: Sebastian Hendels Ehefrau Kristina (Marathon-Bestzeit von 2:27:29 Stunden) trifft auf Nina Voelckel (2:29:43), beide gehören zweifelsohne der deutschen Elite an.

Die internationale Elite ist allerdings schwächer vertreten, was am Status des Rennens im Verband World Athletics nagt – wenngleich auch diesmal wieder Laufende aus knapp 100 Ländern anreisen, insgesamt werden bis zu 28 000 Läufer erwartet. Eingerechnet ist dabei aber auch ein Fünf-Kilometer-„Friendship“-Lauf am Samstagnachmittag. Besagten Spagat müssen die neuen Ausrichter auch deshalb wagen, weil man „München in Bewegung kriegen will“, wie Schäfer es bezeichnet, aber man eben auch „eine internationale Größe“ sein will, wie Rennleiterin Laura Bauer ergänzt. „Ich bin davon überzeugt, dass wir schon nächstes Jahr das Feld erweitern werden“, sagt sie. Ein paar aufsehenerregende Laufzeiten derjenigen, die heuer dabei sind, können nicht schaden.

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