München richtet 2031 die Leichtathletik-Weltmeisterschaften aus. Das gab der Weltverband World Athletics am Dienstag nach seiner Council-Sitzung in Budapest bekannt. Damit werden die Titelkämpfe zum insgesamt dritten Mal und erstmals seit Berlin 2009 wieder in Deutschland ausgetragen. Stuttgart war 1993 Gastgeber, München wird das größte Event der olympischen Kernsportart erstmals ausrichten. Die WM 2029 findet indes in Nairobi/Kenia statt – und damit erstmals in Afrika.
„Deutschland hat immer wieder bewiesen, dass es ein herausragender und zuverlässiger Gastgeber großer Leichtathletikveranstaltungen ist“, sagte der Präsident des Leichtathletik-Weltverbands, Sebastian Coe, und fügte hinzu: „Wir wissen, dass Deutschland ein Publikum für die Leichtathletik hat. Und wir sind überzeugt, dass München 2031 alle Voraussetzungen für spektakuläre Leichtathletik-Weltmeisterschaften mitbringt.“
Die Entscheidung könnte auch Münchens Chancen im nationalen Olympiawettrennen beeinflussen
Über die WM 2029 in Afrika sagte Coe: „Nairobi hat eine überzeugende und emotionale Bewerbung vorgelegt. Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften erstmals nach Afrika zu bringen, wird historisch sein.“ Als Weltverband müsse man zudem die globalen Interessen der Sportart bedenken. Coe, der im kommenden Jahr als Weltverbandspräsident abtreten wird, hatte dem Vernehmen nach eine afrikanische WM-Ausrichtung stets als Teil seines Vermächtnisses begriffen. Die übrigen Bewerber Rom und London hingegen gingen bei der Doppelvergabe am Dienstag leer aus. Die nächsten Titelkämpfe steigen im September 2027 in Peking.
München hatte 2022 mit den European Championships im Olympiastadion für Begeisterung in der europäischen Leichtathletik gesorgt. Die WM soll 2031 im dann frisch renovierten Olympiastadion ausgetragen werden. Die Stadt plant derzeit mit Kosten in Höhe von rund 110 Millionen Euro für das Event.
Die Entscheidung über die Titelkämpfe der Leichtathleten fällt gut eineinhalb Wochen vor der Klärung einer weiteren wichtigen Frage: Ein Teil der Mitglieder des Deutschen Olympischen Sportbundes entscheidet am 26. September über den deutschen Olympiabewerber für 2036, 2040 oder 2044; neben Berlin und der Region Köln-Rhein-Ruhr ist München auch in diesem Rennen aussichtsreicher Kandidat. Die Ausrichtung eines der größeren globalen Sportereignisse könnte zumindest einige Delegierte der olympischen Fachverbände, die am 26. September maßgeblich abstimmen, in ihrem Votum noch beeinflussen.

Und ein weiteres sportliches Großereignis geht nach München, denn die Stadt wird auch das Finale der Champions League 2028 ausrichten. Das gab die Europäische Fußball-Union Uefa am Dienstag im Anschluss an eine Sitzung des Exekutivkomitees im griechischen Thessaloniki bekannt. Damit könnte es in der Allianz-Arena wie 2012 zu einem „Finale dahoam“ für den FC Bayern kommen. Damals hatte sich der deutsche Rekordmeister dem FC Chelsea im Elfmeterschießen geschlagen geben müssen.
München war schon viermal Gastgeber des Champions-League-Finals, zuletzt im Jahr 2025 beim Sieg von Paris Saint-Germain gegen Inter Mailand (5:0). Außerdem fand in der Saison 1978/79 im Olympiastadion der bayerischen Landeshauptstadt das Endspiel im Europapokal der Landesmeister statt, des damals wichtigsten europäischen Klubwettbewerbs.

