TSV 1860 München Die sechs Wünsche des Hasan Ismaik

Investor Hasan Ismaik verlässt im November 2016 die 1860-Geschäftsstelle.

(Foto: imago/Lackovic)
  • Bis Freitag 15.30 Uhr muss Hasan Ismaik dem TSV 1860 München elf Millionen Euro überweisen - sonst bekommt der Klub keine Drittliga-Lizenz.
  • Es droht der Abstieg in die Regionalliga - aber auch dort könnte der Investor dem Klub erhalten bleiben.
  • Die DFL teilt nun mit, eine von Ismaiks Forderungen sei nicht mit der 50+1-Regel vereinbar.
Von Markus Schäflein und Philipp Schneider

Am Dienstag, beim Untergang des TSV 1860 München in der Zweitliga- Relegation gegen Jahn Regensburg in der Fröttmaninger Arena, trat Anthony Power erstmals nach mehreren Wochen wieder ins Rampenlicht. "Ismaik raus", rief auf der Ehrentribüne angeblich Thomas Probst, der Kassenwart der 1860-Amateurfußball-Abteilung - und da stürmte Anthony Power, der ehemalige Löwen-Geschäftsführer, auf Probst los. Drei Männer hätten Power, einen Vertrauten des jordanischen Investors Hasan Ismaik, zurückhalten müssen, hieß es.

Diese verhinderte Schlägerei symbolisierte die Lage: Nach dem verheerenden Misserfolg von Ismaiks Plänen, begünstigt durch den Kuschelkurs des Plüschtier-Präsidenten Peter Cassalette, sind die schon immer großen Gräben zwischen dem e.V. und dem Investor tief wie lange nicht. Und dies, kurz bevor Ismaik an diesem Freitag bis 15.30 Uhr elf Millionen Euro bereitstellen muss, um wenigstens für die dritte Liga die Lizenz zu sichern. Power ist also noch da. Und angesichts des Rückzugs von Ian Ayre am Montag wäre Powers Rückkehr auf den Geschäftsführer-Posten der KGaA, der ausgegliederten Profiabteilung der Löwen, eine Möglichkeit, die Ismaik in Erwägung ziehen könnte.

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Am Donnerstag erschien Power mal wieder in der Geschäftsstelle in Giesing. Um die Personalie durchzudrücken, würde Ismaik die Mehrheit im vierköpfigen Beirat benötigen, in dem außer ihm noch sein Bruder Yahya sowie Cassalette und der Vereinsvertreter Markus Drees sitzen. Mit Drees hat sich der Jordanier längst überworfen. Bei Cassalette weiß niemand, was er gerade für ein Spiel spielt.

Überwiesen hatte Ismaik am Donnerstagnachmittag nicht. Dafür bestätigten die Vizepräsidenten Heinz Schmidt und Hans Sitzberger in einem Schreiben, dass Ismaik "sein finanzielles Engagement zur Erfüllung der Lizenzbedingungen bereits im Vorfeld der Relegationsspiele ligaunabhängig an eine Reihe von Forderungen geknüpft" hatte, "die der Verein aus rechtlichen und organisatorischen Gründen in der gewünschten Form nicht erfüllen kann" (SZ vom 1.6.). Sie betonten, dass sie Ismaik dies auch beweisen könnten: "Entsprechende Stellungnahmen des Ligaverbands stützen unsere Einschätzung." Ismaik veröffentlichte ein Schreiben mit seiner Sicht der Dinge: "Auch die DFL hat mittlerweile die meisten unserer Vorschläge für die Änderung der gesellschaftsrechtlichen Struktur genehmigt."

Aus einer Stellungnahme der DFL, die der SZ vorliegt, geht aber hervor, dass in den entscheidenden Punkten genau diese Genehmigung eben nicht vorliegt.

Der Investor bleibt also aktiv - es gibt ja für ihn zwei Möglichkeiten, an Bord zu bleiben. Entweder gibt er mit seinen Forderungen klein bei und überweist trotzdem das Geld. Oder die Zahlung bleibt aus - und 1860 kann ab diesem Freitag für die Regionalliga planen. Was aber längst nicht bedeuten würde, dass Ismaik raus und die KGaA insolvent wäre. Der abgetretene Geschäftsführer Ian Ayre betonte, dass alle Gehälter gezahlt seien. Aus Spielerkreisen war zu erfahren, dass sie am Donnerstag tatsächlich eingetroffen waren. Die KGaA könnte auch in der vierten Liga unter Ismaiks Führung fortbestehen.