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Mourinho nach dem Supercup-Finale:Minutenlang auf den Schiedsrichter eingeredet

Auch diesmal monierte er schon während des Spiels, wie ungerechtfertigt er Ramires' gelb-rote Karte befand. Er sprach in der Pause vor der Verlängerung minutenlang auf Schiedsrichter Jonas Eriksson und dessen Assistenten ein. Später sollte er sich zuerst selbst loben, weil er mit seiner großen Erfahrung als Trainer sein Team auch mit zehn Mann gut einstellen konnte. "Auch wenn meine Spieler müde waren, konnten sie gut dagegen halten und sogar ein Tor schießen."

Doch dann eben wieder dieser Schiedsrichter, der nichts richtig machen kann - so Mourinhos Eindruck. Jonas Eriksson "zeigte sich sehr enthusiastisch, in beiden Halbzeiten noch eine Minute nachspielen zu lassen", erklärte Mourinho sarkastisch. In der letzten Nachspielminute der Verlängerung fiel das 2:2. "Ich bin eben ein unglücklicher Mann. Aber zieht selbst eure Schlüsse draus", sagte er zum Abschluss in die Runde. Der Schluss kann selbstredend nur sein: Wenn ein Mourinho verliert, dann nur, weil eine böse Macht ihn nicht gewinnen lässt. Und nicht, weil der Gegner besser Fußball spielt und sich seine Spieler bisweilen nur mit Fouls zu helfen wissen.

Mourinho hat also wieder einmal gegen Guardiola verloren. Die beiden verbindet seit ihren gemeinsamen Jahren als Trainer von Real Madrid und Barcelona eine innige Fehde.

Was sagt also der Bayern-Trainer dazu, dass Mourinho in Chelsea den verdienten Sieger sah? "Ah. Das ist wohl seine Meinung. Er kann das sagen." Er selbst meinte: "Ja, die bessere Mannschaft hat gewonnen." Also sein FC Bayern.

Champions League Endspiel für Pep und Mou
Guardiola vs. Mourinho beim Supercup

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Das Supercup-Duell zwischen dem FC Bayern und dem FC Chelsea erfährt durch die Begegnung der Trainer besondere Würze. In Spanien haben Pep Guardiola und José Mourinho hitzige Duelle ausgetragen. Insbesondere Mourinho ließ keine Gelegenheit ungenutzt, Guardiola anzugreifen. Die Geschichte einer Fehde.   Von Thomas Hummel, Prag

Es war Guardiola merklich unangenehm über den Kollegen oder dessen Aussagen zu sprechen. Es wiederholte sich in Prag, was Guardiola-Biograph Guillem Balagué einmal so beschrieb: "Wenn Pep über Mourinho spricht, ragt plötzlich eine unsichtbare Mauer auf. Seine Nackenmuskeln straffen sich, die Schultern werden hochgezogen und er sieht dem Gesprächspartner nicht mehr in die Augen." Genauso präsentierte sich Pep Guardiola nun auf dem Podium vor der internationalen Presse.

Er versuchte, die Beherrschung nicht zu verlieren, sprach von Respekt für Mourinho als Trainer. Doch auf den Schiedsrichter angesprochen, wurde er ein wenig lauter. "Es ist immer das gleiche, es ist eine Frage an den Schiedsrichter, nicht an mich. Ich bin ein Trainer."

FC Bayern München "Das war wichtig für Guardiola"
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Pep Guardiola bedankt sich bei Jupp Heynckes, Franck Ribéry lobt Pep Guardiola - und José Mourinho findet den Erfolg der Bayern ungerecht. Stimmen zum Supercup-Finale.

Mehr Widerworte gegen José Mourinho konnten ihm selbst die subtilsten Fragesteller nicht entlocken. Und so gab Franck Ribéry den hellsten Einblick in die Seele des Pep Guardiola, als der Franzose nach dem Spiel sagte: "Wir sind glücklich für den Trainer. Das war wichtig für ihn, es gibt da eine große Konkurrenz mit Mourinho."