Bundesliga Werden die Montagsspiele wieder abgeschafft?

Die Zweitliga-Klubs wollen weiter Montagsspiele – die Anhänger aber fordern, dass ihre Interessen mehr wahrgenommen werden, hier zum Beispiel in Bielefeld.

(Foto: Friso Gentsch/dpa)
  • In der vergangenen Saison spielte die Bundesliga erstmals am Montagabend.
  • Zum nächsten Rechtezyklus 2021 könnten die Spiele wieder abgeschafft werden. Ein Manager sagt, es zeichne sich offenbar eine "klare Tendenz" dagegen ab.
  • Die Zweitligisten sprechen sich allerdings weiter für die Partien am Wochenbeginn aus.
Von Johannes Aumüller, Frankfurt

Es ist noch ein bisschen hin, bis es mit den Fernsehrechten für den deutschen Profifußball das nächste Mal richtig ernst wird. Erst im Jahr 2021 endet der aktuelle Rechte-Zyklus, für den die Bundesliga-Bosse eine Rekordsumme von durchschnittlich 1,16 Milliarden Euro pro Saison herausgeschlagen haben. Doch solche Vergaben brauchen einen gewissen Vorlauf, und so sind die Verantwortlichen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gerade dabei, erste Leitplanken zu setzen. Vor rund zwei Wochen etwa kamen die Vertreter der ersten und der zweiten Liga zu separaten Treffen zusammen, um darüber ein paar Gedanken auszutauschen, und offenkundig spielte dabei unter anderem ein Thema eine bedeutsame Rolle: die mögliche Abschaffung der Montagsspiele in der ersten Liga.

Es gebe eine "klare Tendenz", dass es in der Bundesliga ab 2021 keine Montagsspiele mehr geben solle, sagt ein Liga-Manager der SZ. In der Runde der Zweitliga-Vertreter, so berichten es mehrere Funktionäre, sei dies schon als klare Botschaft kommuniziert worden, dass die Bundesligisten auf Montagsspiele verzichten wollen. Die DFL sagt dazu auf Anfrage nichts, sie will sich zu den Fernseh-Rechten und den damit verbundenen Anstoßzeiten gerade generell nicht äußern. Aber es sind bei diesen Zusammenkünften offenkundig verschiedene mögliche Verschiebungen im Spielplan eruiert worden, die zum Teil auch miteinander zusammenhängen.

2. Liga Die Hannes-Wolf-Lösung strahlt eine gewisse Lässigkeit aus
Hamburger SV

Die Hannes-Wolf-Lösung strahlt eine gewisse Lässigkeit aus

Dem Hamburger SV ist es in den vergangenen Jahren selten gelungen, eine charmante Trainerentdeckung zu präsentieren. Aber Hannes Wolf verkörpert zwei unterschiedliche Branchenmodelle.   Kommentar von Christof Kneer

So votierte die Zweitliga-Tagung dafür, dass es mit dem Beginn des neuen Rechte-Zyklus in der zweiten Liga eine neue Anstoßzeit am Samstagabend geben könnte. Auch um eine etwaige Vereinheitlichung der Zweitliga-Anstoßzeiten am Samstag (derzeit 13 Uhr) und Sonntag (derzeit 13.30 Uhr) geht es. Und sollten tatsächlich die Erstliga-Spiele am Montagabend wegfallen, dann könnte dies in der Folge auch darauf hinauslaufen, dass die zweite Liga wieder an jedem Spieltag ein Montagsspiel austrägt. Die Zweitliga-Vertreter sprachen sich jedenfalls mit großer Mehrheit dafür aus, montags zu spielen.

Für deutsche Europa-League-Starter seien Montagsspiele sportlich sinnvoll

Reguläre Bundesliga-Spiele am Montagabend hatte es erstmals in der vergangenen Saison 2017/18 gegeben. Pro Spielzeit dürfen es gemäß der aktuellen TV-Verträge zwar nur fünf sein. Dennoch gab es heftige Kritik sowie bei den Spielen Protest- und Boykottaktionen einiger Fangruppierungen. Sie sehen dies als Teil und Symbol der zunehmenden Kommerzialisierung im Fußball. Und sie monieren etwa, dass bei diesem Termin mancher gewohnte Stadiongänger auf den Besuch des Spiels verzichten müsse, insbesondere auswärts. Die Argumentation der DFL hingegen ging stets so, dass die Einführung der Ausweichspiele aus sportlichen Gründen erfolgt sei, um den deutschen Europa-League-Startern nach einem Spiel am Donnerstag mehr Entlastung zu verschaffen. Auf die fünf Montagsspiele entfalle weniger als ein Prozent der gesamten Medienerlöse.

Doch der große Protest führte schon in der vergangenen Saison dazu, dass sich manche Vereinsverantwortliche von den Montagsspielen wieder distanzierten. Etwa die Vertreter von Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt äußerten sich kritisch. "Wir haben das damals nicht so überrissen. Aber ich denke, dass wir daraus gelernt haben, was Fußball am Montag bedeutet", sagte Frankfurts Präsident Peter Fischer. Auch DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erklärte schon im Februar im Gespräch mit der Bild am Sonntag, dass für die Zeit ab dem Jahr 2021 "die Montagsspiele nicht in Stein gemeißelt" seien. Nun deutet also manches darauf hin, dass die Zeit der umstrittenen Bundesliga-Montagsspiele in knapp drei Jahren tatsächlich endet.

Champions League Dem BVB gelingt alles

4:0 gegen Atlético

Dem BVB gelingt alles

Dortmund zerlegt Madrid. In einem furiosen Spiel macht die Borussia gegen eine der härtesten Defensiven der Welt vier Tore und beweist: Sie spielen nicht nur Augsburg und Stuttgart auseinander.   Von Carsten Scheele