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Österreich:Torjäger Idrissou offenbar vor Abschiebung

1. FC Union Berlin v 1. FC Kaiserslautern - 2. Bundesliga

Einst lange in der Bundesliga aktiv, nun jedoch offenbar vor der Abschiebung aus Österreich: Mohamaddou Idrissou.

(Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)
  • Der Fußballer Mohamadou Idrissou steht offenbar vor der Abschiebung in seine Heimat Kamerun.
  • Er hätte neben dem Fußball in Österreich einer Arbeit nachgehen sollen - doch es scheint Probleme mit dem Visum zu geben.

Es ist mehr als drei Jahre her, dass Mohamadou Idrissou, einst Nationalspieler für Kamerun bei der Weltmeisterschaft 2010, in Deutschland auf einem Fußballplatz stand: 90 Minuten für KFC Uerdingen gegen den TSV Meerbusch in der Oberliga Niederrhein. Idrissous Karriere war schon länger eine, die als eine Laufbahn beschrieben wurde, die eher unglückliche Wendungen nahm. Sie könnte nun allerdings eine dramatische Wendung erfahren, die nicht nur mit dem Sport zu tun hat.

Idrissou, 39, der nach Österreich ging, dort für mehrere Amateurklubs spielte und zuletzt für den Viertligisten DSV Leoben auflief, steht offenbar vor der Abschiebung in seine Heimat. "Mo Idrissou ist im Schubhaftzentrum Vordernberg. Offenbar hat etwas mit seinen Papieren nicht gestimmt", erklärte am Samstag Edi Lieber, Leobens Klub-Chef, der Deutschen Presse-Agentur.

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Idrissou hat für Leoben in elf Spielen bisher zwei Treffer erzielt. Tore schießen konnte er also immer noch - die Eigenschaft, für die er zuerst bekannt wurde und durch die er über den FSV Frankfurt und Wehen Wiesbaden in die Bundesliga zu Hannover 96 kam. Trotz guter Leistungen wurde Idrissou in Niedersachsen aber nicht glücklich - ein Phänomen, das sich durch seine Karriere ziehen sollte. Insgesamt dreimal schoss er Vereine in die Bundesliga - den MSV Duisburg, den SC Freiburg und Eintracht Frankfurt. Mit Kaiserslautern scheiterte nach 25 Saisontoren in der Relegation an Hoffenheim. Noch besser war er nur in Freiburg, 2010. Im WM-Sommer, am sportlichen Höhepunkt, leistete er sich aber auch seinen meistzitierten Eklat - was bei einer Vergangenheit mit einem verschwundenen Auto und einem Kofferraum voller Drogen schon was heißen will.

Nach starken Leistungen für den SC lockten Schalke und damit die Champions League. Dies soll Idrissou seinen Mitspielern, die er zum Saisonende angeblich als "Absteiger" und "Versager" bezeichnete, auch recht unverblümt mitgeteilt haben. Aber der Wechsel kam nicht zustande, stattdessen ging es nach Gladbach - und der Freiburger Block sang: "Idrissou spielt Champions League, auf PS3, die ganze Nacht, von 12 bis 8". Freiburger Reimschemata mal beiseite, sie sollten mit ihrem Spott Recht behalten. Denn trotz vieler Tore auf verschiedensten Stationen, unter anderem in Israel und Mazedonien, ging es für Idrissou niemals in Richtung Königsklasse.

"Das muss mit seiner Vergangenheit zu tun haben"

Dass er in Österreich zuletzt trotzdem glücklich war, darauf weisen die Worte von Edi Lieber hin: "Wir hatten so eine Freude - da bietet sich jemand an, der uns weiterbringen kann, und dann endet das so." "So" bedeutet aktuell, dass Idrissou offenbar aufgrund von Problemen mit seinem Visum nach Kamerun abgeschoben werden soll. Das österreichische Bundesministerium für Inneres bestätigte die Personalie zwar nicht direkt, sprach gegenüber der Kronenzeitung, die zuerst über den Fall berichtete, aber von einer "Person mit fußballerischer Vergangenheit".

Laut Lieber hätte Idrissou neben dem Fußball einer Arbeit nachgehen sollen, wofür er schon ein Stellenangebot und eine Arbeitsbewilligung gehabt habe. Aber für das Visum brauche man eine Unbedenklichkeitserklärung. "Offenbar hat er die nicht zusammengebracht. Das muss mit seiner Vergangenheit zu tun haben", sagte Lieber der Kleinen Zeitung. Was genau in der Vergangenheit passiert ist, sagte der Klubchef nicht. Um welche Vergangenheit es sich handelt, auch nicht. Und so ist es ziemlich unklar, wie es um Mohamadou Idrissous Zukunft bestellt ist.

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