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Mönchengladbach:Rückfall in alte Muster

Borussia Mönchengladbach - VfB Stuttgart

Abpfiff im Borussia-Park: Der Ausgang der Partie lässt sich an der Miene von Matthias Ginter ablesen.

(Foto: Marius Becker/dpa)

Erneut vertändelt Borussia Mönchengladbach eine Führung - und steht nach der 1:2-Niederlage gegen Stuttgart am Saisonende womöglich mit leeren Händen da. Eine Teilnahme am internationalen Geschäft ist nur noch mit fremder Hilfe möglich.

Ungläubig schüttelte Marco Rose immer wieder den Kopf: Der scheidende Chefcoach verpasste im letzten Saison-Heimspiel Borussia Mönchengladbachs den dringend benötigten Sieg zur Qualifikation für das internationale Geschäft. Am Ende könnte er mit leeren Händen dastehen, ehe er bei Dortmund seine neue Stelle antritt. Die Gladbacher unterlagen dem Aufsteiger VfB Stuttgart 1:2 (1:0), benötigen nun in ihrem finalen Saisonspiel der Fußball-Bundesliga bei Werder Bremen einen Sieg und müssen auf fremde Hilfe hoffen.

Christoph Kramer, Weltmeister von 2014, war entsprechend bedient: "Wir müssen einfach lernen, nach einer Führung weiter Fußball zu spielen. Aber wir verlieren immer wieder zu einfach den Ball. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison", monierte er nach Spielschluss. Ungeachtet seiner Verärgerung setzt Kramer nun auf eine Trotzreaktion seiner Mannschaft, wenn es am kommenden Wochenende um einen Platz in der Qualifikation zur neuen Europa Conference geht: "Ich spiele gerne europäisch, auch in der Europa Conference", sagte er. "Und das sollten wir alle möglichst im letzten Spiel auch zeigen."

Mit 46 Punkten fielen die Borussen auf Tabellenrang acht hinter Union Berlin zurück, das einen Punkt mehr hat. Im Borussia-Park sorgte Lars Stindl (45.) für das 1:0 der Gladbacher. Wataru Endo (73.) und Sasa Kalajdzic (77.) trafen für den VfB. Stuttgart hat mit 45 Punkten auch noch rechnerische Chancen auf die Teilnahme an der Conference League.

Die Gladbacher traten mit ihrer derzeit besten Formation und in den neuen Heimtrikots für die kommende Saison an und waren von Beginn an bemüht, einen besseren Auftritt als beim 0:6 in München vor einer Woche zu bieten. Das hatte Rose auch von seinem Team gefordert. Mit Startelf-Rückkehrer Stindl und Christoph Kramer war tatsächlich auch mehr Stabilität im Spiel gegen die auswärtsstarken Stuttgarter, bei denen wieder Gregor Kobel nach seinen Rückenbeschwerden im Tor stand.

Die Stuttgarter hatten einige Ausfälle zu verkraften und waren in der Defensive gut beschäftigt, verteidigten ihr Tor allerdings wie eine Burg. Gladbachs Mittelstürmer Alassane Plea erarbeitete sich zwei gute Chancen, traf aber einmal nur das Außennetz und scheiterte in der 24. Minute an Kobel. Im Angriff setzte der VfB auf Tempo und Flügelspieler Erik Thommy, der zum dritten Mal in dieser Saison von Beginn an den Vorzug erhielt. In der ruppigen Partie gelang der Borussia kurz vor der Halbzeit der Führungstreffer, als Stindl mit einer Direktabnahme aus sieben Metern zum 1:0 traf, es war sein 13. Saisontreffer.

Kurz nach dem Seitenwechsel verhinderte Kobel das 2:0 durch Gladbachs Innenverteidiger Nico Elvedi, der mit einem Kopfball scheiterte. Auch die Stuttgarter kamen nach dem Rückstand zu Möglichkeiten: Philipp Förster scheiterte zunächst noch an Keeper Yann Sommer (68.). Besser machte es Endo, der in der 73. zum Ausgleich traf. Vier Minuten später kam Kalajdzic sogar zum 2:1-Siegtreffer. Gladbachs Trainer Rose blieb nur Kopfschütteln: "Wir hatten das Spiel lange im Griff. Dann sind wir rund um die Box wieder zu passiv geworden", sagte er in einer Analyse, die der von Kramer ähnelte. Es ist das altbekannte Muster in dieser Saison. "Eine bittere Niederlage", wie Rose fand.

© SZ/dpa/sid/bkl/tbr
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