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Champions League gegen Real Madrid:Schreckliches Déjà-Vu

Und doch erlebten die Gladbacher eben ein schreckliches Déjà-Vu: zwei Mal hatten sie eine der besten Mannschaften Europas am Rande der Niederlage, doch beide Male mussten sie sich ganz am Ende mit einem Unentschieden begnügen. Das rief zwei Mal spontanen Frust hervor mit der gleichzeitigen Erkenntnis, dass man mit der Leistung und auch dem Ergebnis - mit ein bisschen emotionalem Abstand - zufrieden sein könne.

"Ich sehe die positive Leistung der letzten halben Stunde in Mailand und bis in die Schlussphase gegen Madrid", sagte Rose, "wir können aus beiden Spielen viel Positives mitnehmen." Vor allem die taktische Disziplin beim Pressing gegen ballversiertere Gegner und die große Effektivität beim Toreschießen angesichts einer überschaubaren Zahl guter Chancen waren Gladbachs herausragende Stärken.

In der Vierergruppe - unmittelbar nach der Auslosung als "Hammergruppe" bezeichnet zwecks Kennzeichnung limitierter Achtelfinal-Aussichten - stehen den Gladbachern weiterhin alle Möglichkeiten offen. Am kommenden Dienstag gastieren die Borussen (zwei Punkte) beim Gruppenersten Schachtar Donezk (vier Punkte), während Real (ein Punkt) gegen Inter Mailand (zwei Punkte) spielt. Gladbach könnte sich mit einem Sieg zum Ende der Hinrunde tatsächlich an die Gruppenspitze setzen. "Wir sind da! Wir sind angekommen!", war dann auch Roses wichtigste Erkenntnis aus den ersten beiden Champions-League-Spielen mit vielen europapokal-unerfahrenen Spielern.

Einer davon ist Marcus Thuram. "Wir werden aus den Fehlern lernen und weiter unseren Fußball spielen", sagte der 23-Jährige nach dem Real-Spiel. Es klang wie eine Ansage Richtung Donezk, Mailand, Madrid. Gladbach ist auf den Geschmack gekommen und willens, erstmals seit 1978 ins Achtelfinale der europäischen Königsklasse einzuziehen. Und Thuram hätte keine Bedenken, dem alten Kumpel seines Vaters im Rückspiel vielleicht auch noch einmal richtig weh zu tun.

© SZ/jbe
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