bedeckt München 15°

Gladbach-Remis gegen Bremen:Zu mau für europäische Kontrahenten

Borussia Moenchengladbach v SV Werder Bremen - Bundesliga

Davy Klaassen traf imn Gladbach zum 1:1.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Borussia Mönchengladbach schafft auch gegen Werder Bremen keinen Sieg und bangt nun um die Teilnahme am Europapokal.
  • Davy Klaassen trifft spät, so dass ein Treffer von Florian Neuhaus den Gladbachern nicht reicht.

Von Ulrich Hartmann, Mönchengladbach

Die Europapokal-Anwärter Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen haben sich am Sonntagabend keinen Gefallen damit getan, ihr Duell im Borussia-Park unentschieden zu beenden. Nach dem 1:1 (0:0) haben die Gladbacher vier Punkte Rückstand zu den viertplatzierten Frankfurtern auf dem Champions-League-Platz. Die Bremer rutschten trotz des 13. Rückrunden-Pflichtspiels ohne Niederlage aus den Europa-League-Rängen ab auf Platz acht. Fünf Tage, nachdem Gladbach seinem Trainer Dieter Hecking zum Saisonende die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte, war im Spiel der Mannschaft weder ein besonderer Impuls noch irgendein Phlegma zu erkennen.

Nach der Ankündigung war man gespannt, wie sich die neue Gefühlslage im Borussia-Park auf Gladbachs Startelf auswirkt. Und Hecking hat sein abgenutztes 4-3-3 tatsächlich über Bord geworfen und ein ungewohntes 3-4-3 aufgeboten mit Tobias Strobl in der Mitte einer Dreierabwehrkette, davor Christoph Kramer und Denis Zakaria als Doppelsechs sowie Florian Neuhaus und Raffael im offensiven Mittelfeld hinter der Spitze Allasane Plea. Kapitän Lars Stindl saß anfangs nur auf der Bank, wurde später eingewechselt.

Die Bremer hatten es da besser, ihr Trainer Florian Kohfeldt formierte seine Startelf aus einem Gefühl der Stärke. Am überragenden Spieler Max Kruse haben auch die Gladbacher wieder Interesse. Borussias Sportchef Max Eberl sagt auf die Frage, ob man probiere, Kruse ein zweites Mal an den Niederrhein zu holen: "Vielleicht!?"

In den ersten Minuten herrschte tatsächlich so etwas wie Aufbruchstimmung im Gladbacher Lager. Die Spieler legten sich ins Zeug und die Fans wirkten ebenfalls engagiert. Die Borussen kontrollierten den Ball, aber alsbald war zu erkennen, dass ihr Offensivspiel oft, statt Tempo aufzunehmen, am Strafraum ausgebremst wurde. Dass Zakaria aus spitzem Winkel den Außenpfosten traf, klingt aufregender als es war. Gefährlicher, weil mit mehr Raum, waren da die Bremer. Kruse schickte Johannes Eggestein brillant allein vors Tor, wo der 20 Jahre alte Bremer aber am Torwart Yann Sommer scheiterte.

Dass die intensive Partie torlos in die Pause ging, lag daran, dass beide Team zwar leidenschaftlich verteidigten, dass sie es in der Offensive beim finalen Pass aber meist an Präzision vermissen ließen. Zum Beispiel Kruse: Kurz vor Ende der ersten Halbzeit eroberte er rechts in der eigenen Hälfte den Ball, lief kraftvoll diagonal über den halben Platz und verschenkte die Kugel dann mit einem fahrigen Abspiel. Wie angespannt die Lage bei den Gladbachern ist, zeigte sich am Spielfeldrand. Dort empfing der Vierte Offizielle Sören Storks ganz schön viele unterschiedliche Gesprächspartner von der Gladbacher Bank - aufgebracht wegen Kleinigkeiten.

Das Spiel war umkämpft und spannend, aber für zwei Mannschaften, die es kommende Saison mit europäischen Kontrahenten aufnehmen möchten, war es qualitativ mau. Sogar dem 1:0 für Gladbach in der 49. Minute ging eine Verkettung von Umständen voraus - ob glücklich oder unglücklich, liegt an der Perspektive. Kruse hatte von den Borussen mal wieder den Ball erobert, stürmte Richtung Mittellinie, rutschte aber aus und erlaubte Gladbachs Elvedi dadurch, Neuhaus im Strafraum steil zu bedienen. Neuhaus umlief Torwart Pavlenka, wäre dabei fast auch ausgerutscht und schoss aus spitzem Winkel ein. Bremen drückte lange auf den Ausgleich, den Davy Klaassen nach einer Flanke von Yuya Osako in der 79. Minute per Kopf erzielte.

© SZ vom 8.4.19/jbe
Borussia Dortmund - Bayern München

MeinungMeisterschaft
:Das war's noch nicht!

Beim 5:0 der Bayern gegen den BVB ist eigentlich nicht viel passiert. Der Titel-Kampf dürfte spannend bleiben: Dortmund hat das leichtere Restprogramm - München ein ewiges Reizklima.

Kommentar von Klaus Hoeltzenbein

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite